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Lehrbach 319 Lehrkach
wirkt zu haben. Von Basel kam Graf 3.
nach Wien, wo er eine große Thätigkeit
in den öffentlichen Geschäften entwickelte.
Ein heftiger und unbeugsamer Gegner
Frankreichs, eigentlich Napoleon's —
woraus ihm sonderbar genug manche
deutsche Geschichtschreiber einen Vorwurf
machen — schickte ihn der Kaiser im
Jahre 1796 nach Tirol, um dort den
Widerstand gegen die französische Armee
zu bewerkstelligen. I m 1.1798 wurde er
auf den Rastatter CongreĂź geschickt und
Graf 3. wird der werkthätigen Theil-
nähme an dem unglückseligen Rastät-
ter Gesandtenmorde, der am 28. April
1799 stattgehabt, beschuldigt. Von den
drei beim Rastatter Congrefse bevoll-
mächtigten Ministern der fränkischen M
publik wurden, wie Massena an
Parrache l , französischen Minister in
Helvetien berichtet, Bonnier und Ro-
berjot in StĂĽcken gehauen. Debry
tödtlich mißhandelt. Die Absicht dieser
Unthat war die Auflösung des Rastatter
Kongresses unb die Zuversicht, mehrere
in den Händen der französischen Gesand-
ten befindliche Papiere, durch welche
T h u g ĂĽ t comprornittirt sein sollte,
zurĂĽck zu erlangen. DaĂź diese Verletzung
des Völkerrechtes damals allgemeine Ent-
rüstung hervorgerufen, läßt sich nicht
läugnen, aber S ch
losse r in seiner Ge-
schichte des 13. Jahrhunderts (3. Auflage,
Bd. VI , S. 182) bemerkt selbst, „daß
Thu gut und seine rechte Hand Graf
Iehrbach den Plan zu dieser Gräuel»
that faßten, um gewisse, ihnen Verderb«
liche Papiere wegnehmen zu lassen, nicht
um die Gesandten zu todten". Aber
Hormayr, nachdem erfchon einmal anti»
österreichisch geworden, hat auch an Lehr»
bach kein gutes Haar mehr gelassen, und
doch konnte sich Lehrbach mit Hor«
mayrim Franzosenhaffe messen und Fran» zosenhaß sollte in Deutschland als Tugend
gelten. Später kehrte Lehrbach nach
Wien zurĂĽck, und war, so lange Thu-
gut an der Spitze der äußeren Angele»
Henheiten stand, deffen rechte Hand. Als
aber nach der Schlacht bei Hohenlin»
den (3'. December 18l)0) auf des FĂĽrsten
Karl Schwarzenberg Andringen
Thu gut genöthigt ward, das Feld zu
räumen und Graf Cobenzl die Ge»
schäfte des äußeren Amtes übernahm,
hatte auch Lehrbach's Wirksamkeit ein
Ende. Nach dem LĂĽneviller Frieden, den
bereits Cobenzl (9. Februar 180!)
schloĂź, sollte Graf 3 ehrbach auf Na-
poleon's Verlangen Oesterreich ver-
lassen. I n Folge deffen hätte er sich in
die Schweiz begeben und wäre dort
einige Jahre darnach gestorben.
Schlosser (F. C.), Geschichte des achtzehnten
Jahrhunderts und des neunzehnten bis zum
Sturze des französischen Kaiserreichs (Heidcl»
berg 1840. I . C. B. Mohr. 8°.) Dritte Aufl.
Bd. V, S. 329 u. 713; Bd. V I I , S. 180.
302 u. 304. — Posselt's Annalen. 2. Quar'
tal, Nr, IV, S. 84: „Beurkundete Mord'
geschichte der fränkischen Gesandten unweit
Nastatt, mit zwei Urkunden (1799)". —
Lebensbilder aus dem Befreiungskriege
(von Freiherrn von H orm ayr) (Jena 1844,
Friedlich Frommann, gr. 8".) I. Abtheilung.
S. 134—138; I I I . Abtheilung. S. 130 bis
137. — Vehse (Eduard Dr.), Geschichte
des österreichischen Hofs und Adels und der
österreichischen Diplomatie (Hamburg, Hoff«
mann u. Campe, kl. 8°.) Bd. IX, S. 107 biö
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schichte Oesterreichs seit dem Wiener Frieden
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S, 59. — I)iotiaunn,iro oioFrkMiyUt:
ot IiiLtoriyus ä«« kommLä mai-a.ua.u8 äs 12.
tw äu äix-lmitism« LiZols . . . (I^ ouälSL
180l), 8°.) 1>onw I I , p. 397. — Oester»
reichische Biedermanns ° (shronik.
Ein Gegenstück zum Fantasten« und Prediger«
Almanach (FreiheitSbur^ ^Akademie in Linzj
17k:;, kl. 8".) i. (und einziger) Theil. 2. <32,
— Porträte. 1) F Hof sl^.. H. Guer i l la ,
(gr. Fol.). seltenes Blatt; — 2) I . 3chöpf p..
?i-a,ti-es XI au bar «c. (gr. Hol.) ^Kniestütt,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon