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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 321 -
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Leibenfrost 32t Leibenfroft wachsende Verwesung die Luft verpestet > und eine Seuche unter Menschen und Thiere die schreckliche Folge sein würde. Auch diesen Umstand hatte 3. in's Auge gefaßt. Er ließ sofort alle Aeser weg schaffen, nahm, nachdem dieWaffergefahr sich vermindert, Ärbeitsleute, und unter seiner persönlichen Aufsicht wurden 4300 Aeser eingescharrt. — Noch drohte eine andere Gefahr den schwer heimgesuchten Bewohnern. Die Häuser und vornehm» lich die Keller waren mit Waffer erfüllt, das allmälig in Faulniß überging und nicht minder gefahrlich zu werden drohte als die oberwähnten Aeser. Auch da war 3. bald rettend zur Hand. Nach allen Ortschaften ließ er auf eigene Kosten Pumpmaschinen bringen, mit denen das faulende Waffer aus Kellern und Löchern weggeschafft wurde und mehrere Ort- schaften beschenkte der Menschen/reund mit solchen Pumpmaschinen zu künftigem Gebrauche. Die Wafsernoth war nun wohl schon lange vorüber, aber 3. er- müdete noch immer nicht und erschien noch lange als rettender Engel in den so schwer heimgesuchten Ortschaften, brachte Geld den Kranken und Hilflosen, kaufte und vertheilte Getreide zum Anbau, kurz half mit Rath und That, wo es zu helfen gab. Noch war der edle Menschenfreund mitten auf dem Schau» platze der Verwüstung, und hatte^. keine Ahnung, wie höchsten Orts die Blicke auf ihn gerichtet waren. Wahrend er im Marchfelde den Bewohnern Hilft brachte, verkündete das amtliche Blatt, daß Se. Majestät mittelst Allerh. Entschließung vom 13. März 4830 dem edlen Mew schenfreunde Franz 3 eibenfrost die gol- dene Civil-Ehrenmedaille mit Oehr und Band zu verleihen geruht haben. Noch einmal sollten sich die seltenen Tugenden dieses Menschenfreundes bewähren, und v. Wurzbach, biogr. Lexikon. XIV. zwar als die Choleraseuche unter, einer rath. und fast hilflosen Bevölkerung zu wüthen begann. Sofort errichtete 3. zwei Spitäler, organisirte eine Holzver« theilung an Arme und sonst Unbemittelte, wobei er aus eigenen Mitteln Tausende darbrachte; an der Spitze der Direction war er Tag und Nacht unermüdet be> schästigt, Hilfe zu schaffen, und die drohende Gefahr zu verringern. Diese rührende, kein Opfer scheuende Menschen, liebe ist aber ein Grundzug von 3.'s Charakter, denn wie unsere Quelle be» richtet — und diese stammt aus dem Jahre 1846 — so verabreicht 3. während eines Zeitraumes von fünfunddreißig Jahren täglich an 80 bis 100 Arme gratis die Mittagskost. Seine Eigenschaft als Gastgeber verringert nicht im min- desten den Werth dieser Handlung, da es aoch sehr viele Gastgeber gibt, die Nie« mand gratis speisen. Auch auf industriellem Gebiete ist 3.'s Wirksamkeit eine bennr« kenswerthe. 3. ist k. k. Hof-Weinlieferant und Weingroßhändler, dessen Firma aus dem Jahre 1780 datirt. Die Kellereien des Hauses befinden sich in Döbling. wo an 20.000 Einer der edelsten österreichi» schen und ungarischen Weine lagern, die nach allen Ländern der Monarchie, nach dem deutschen Norden, nach Rußland und dem Orient versendet werden. Auch hat das Haus- an der günstig gelegenen Seite gegen den Kahlenberg bei Wien — Nußberg genannt — einen Grundcom» pler von nahezu zwölf Jochen angekauft und denselben mit den edelsten Nhein«, Riesling» und Traminer Rebensorten be- pflanzt. Aus diesen Neben wird der treff- liche, unter dem Namen „Nußberger" bekannte Wein gewonnen. Noch sei des „Tokaiergemaches" gedacht, jener Räum« lichkeit in den 3 ei b enfr o st'schen Kellern Wiens, in welchem dieser König der !. 17. Sept. 1865.) 21
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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