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emmgen 328 Leiningen
Auftrag. daS Fort Iour einzuschließen.
Dieses Fort, mit ausreichender Besatzung
und 16 Kanonen versehen und geschützt,
auf einem schroffen Felsen gelegen, sperrte
die Straße von Neufchatel nack Portalier.
Nach vierzehntägiger Einschließung ge-
währte der Graf am 13. Jänner 1814
der Besatzung freien Abzug, weil durch
den Besitz der Veste dem Blockadecorps
von Besanpon die gerade Verbindung mit
der Schweiz eröffnet wurde. Nun schloß
der Graf daS Fort St. Andrö ein, wel«
cheS am 2t. Februar capitulirte, und
zuletzt im März Pierre Chatel. Nach dem
Pariser Frieden blieb der Graf bei der
Occupations'Armee in Frankreich. Im
Jahre 1822 zum General«Major beför-
dert. kam er als Brigadier nach Görz
und erhielt 1830 das Brigadecom-
mando in Mainz, nachdem er das Jahr
zuvor zum Inhaber deS 31. Infanterie»
Regiments ernannt worden war. Im
Jahre 1832 zum Feld marschall-Lieute-
nant ernannt, erhielt er das Militär»
commando zu Gratz, dann zu Laibach
und Innsbruck, bis er im Februar 1839
als Vice-Gouverneur nach Mainz beor»
dert wurde. Zuletzt ernannte ihn der
Kaiser zum Oberlieutenant in der Ar-
cierengarde, als welcher er im Alter von
79 Jahren, nachdem er 38 Jahre in kai»
serlichen Diensten gestanden, sein rühm»
volles Leben beschloß. Die Tapferkeit, ja
die Bravour L.'s war seiner Zeit sprich-
wörtlich in der Armee, auch galt er als
einer der trefflichsten Schützen in der-»
selben. Der Graf war mit einem Fräulein^
Charlotte Sophie von Sch olz (geb.
1789) vermalt, aus welcher Ehe jedoch
keine Kinder hervorgingen.
Hirtenfeld (I .) , Der Militär«Maria There.
sien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1657,
Staatsdruckerei. 4v.) S. 782 und 1743.
I. Zur Genealogie des Hauses Leiningeu. Die
Zeiningen sind eines der ältesten deutschen Dynastengeschlechter und schon im 11. und 12.
Jahrhunderte erscheinen die Träger dieses
Namens auf den berühmtesten Turnieren jener
Zeit. Eine ausführliche genealogische Darstel»
lung dieses Hauses, das zu Oesterreich nur
durch einzelne Personen, die in die Dienste
deS kaiserlichen Heeres traten, in nähere Be-
ziehung tritt, liegt außer dem Bereiche dieses
Werkes, denn die Leiningen sind eine aus-
schließlich deutsche Familie, in Bayern. Baden,
Hessen-Darmstadt und Nassau ansässig, und
haben sich nie um einen Platz in den stü,n-
dischen Collegien der verschiedenen österreicki'
schen Länder beworben. Erst in neuerer Zeit,
nämlich im Jahre 1836. erhielt Graf Chri '
stian Franz Seraph, das ungarische Indige»
nat; und ein zweiter, der unglückliche Kar l
August, hielt sich durch seine Heirath mit
der llngarin Nsinlw (Elise) 5issa»lui verpfiich--
tet, für das Vaterland seiner Gattin und
Kinder zum Schwerte zu greifen und so jenes
unselige Geschick auf sich herabzubeschwören,
dem noch jeder Treu» und Fahneneidbruch
seit Jahrhunderten verfallen blieb. Hier folgt
nun eine allgemeine Uebersicht der Haupt«
stamme und Linien. Das Haus Leiningen
zerfällt in die zwei Hauptstämme: a) Leimn-
gen-Hnrdenlmrg-Pclchsl'llrg und I)) Leiningen-
Wcfterdurg. Der Stamm Leiningen-Haroen«
burg'Dachsburg theilt sich in folgende Linien.-
I. 3 einingen - Hard enburg oder die
fürstliche Linie und I I . L einingen'Hei-
d e s h e i m»F a l k e n b u r g. Diese zweite theilt
sich in folgende zwei Aeste.- 1) Ast Leinin-
gen . B i l l ighe im , früher Guntersblum,
und 2) Ast Leiningen-Neudenau, frü-
her Heidesheim, deren staatsrechtliche Ver<
hältnisse durch die Uebereinkünfte vom 18. und
22. December 182ü mit der großherzoglich
badischen Regierung festgestellt wurden. Der
Hauptstamm LeiningenMesterburg zerfällt in
die Linien I. A l t . Leiningen < Westerburg
und I I . Neu< Leiningen «Westerburg.
welcher letztere wieder sich in den 1) nas«
sauischen und 2) bayerischen Ast theilt.
Durch Heirathen sind die Leiningen mit den
ältesten Fürstenhäusern des Cuntinents ver«
wandt und verschwägert. So z. B. war die
Mutter des (am 13. November 1886 zu Amer»
bach) verstorbenen Fürsten Kar l Lein in»
gen, die an einen Fürsten Lein in gen ver»
malte Prinzessin Vic tor ia , eine Schwester
des Herzogs von Sachsen-Coburg'Gotha. Von
dem Herzoge stammen der jetzt regierende
Herzog Ernst von Gotha und der verewigte
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon