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Leiningen 330 Leiningen
ist Besitzer des Gutes und Schlosses Gallenegg
in Krain und lebt ats t. k. Rittmeister im
Pensionsstande. M i l i t ä r .Ze i tung , her-
ausg. von I. Hirtenfeld (Wien, gr. 4«.
Jahrg. 1863. S. 233/z
Lemingen-Westerbur^ Christian
Franz Seraphin Vincenz Graf (k. k.
Feldmarschall.Lieutenant, geb. zu
Gratz in Steiermark 10. Februar 1812,
gest. zu Krakau 1. October 1836). Ein
Sohn des Grafen Christian Ludwig
ss. d. S. 331^, wurde er nach des Vaters
frühzeitigem Tode von seinem Onkel
August ^ d. S. 326^ erzogen und für
den Militärstand vorbereitet. Des tapfern
Oheims Grafen August (FM3. August
Graf 3 ein in gen war Ritter des
Maria Theresien > Ordens) militärische
Tugenden erbte der Neffe ganz und gar.
und machte sich seiner Ahnen, die für
Oesterreich auf Italiens Schlachtfeldern
im vorigen Jahrhunderte bluteten, im
hohen Grade würdig. Innerhalb vierzehn
Jahren stieg 3. vom Lieutenant bis zum
Obersten empor. 1830 trat er in der
ersteren Charge in das 49. Infanterie»
Regiment, war nach drei Jahren Haupt-
mann, 1840 Major und 1844 bereits
Oberst in des Oheims 31. Infanterie«
Regiments-, die Jahre 1848 und 1849
sollten mehr als genügend Zeugenschaft
seines scharfsichtigen Urtheils, seines emi«
nenten Muthes — den er übrigens auch
in friedlichen Verhältnissen zu erproben
häusige Gelegenheit fand — und seiner
hohen Befähigung abgeben. Leiningen
führte sein Regiment inmitten der Wirren
von Lemberg über Debreczin, Großwar»
dein, Arad nach Tcmesvär, ohne auch
nur einen Mann den mehrfältigen Ver«
führungen jener Zeit geopfert zu sehen.
Das Regiment kam nach Temesvär, um
sich in dieser Festung unsterblich zu
machen. Der Graf wurde inmitten der Wirren GeneralMajor und Brigadier
in der genannten Festung. Hier hatte er
der. Garnison durch sein Beispiel von
Standhaftigkcit und Muth vorangeleuch.
tet, und
sie in dem höchsten Dränge der
Gefahren für die gerechte Sache des
Kaisers und für die heldenmüthige Aus«
dauer bis zu dem am 9. August 1849
erfolgten Entsatze begeistert. Seiner Ein»
ficht und Tapferkeit gelang es, sich mit
der aus Siebenbürgen kommenden Co-
lonne des Oberstlieutenants Berg er
von Bianchi'Infcmterie bei Engelsbrunn
zu vereinigen und nach einem mehrstün«
digen heftigen Gefechte den Feind auf
das rechte Ufer der Maros zu werfen,
wodurch Arad am 14. December 1848
entsetzt und die Verbindung mit Temes-
vär hergestellt wurde. Lein in gen hielt
die Communication bis zum 23. Decem»
ber offen, und es konnten mittlerweile
der Besatzung von Arad auf ein halbes
Jahr Lebensmittel und Munition, so wie
mehrere Geschütze zugeführt werden. Am
26. Februar 1849 auf Streifcommando
entsendet, um die Grenze gegen Sieben«
bürgen zu beobachten, und eine gegen»
'eitige Verbindung der Insurgenten und
etwaige Zuzüge von Unterstützungen ab«
zuschneiden, mußte sich Graf Lein in gen
nach dem Falle von Hermannftadt, der
Uebermacht weichend, gegen Temesvär
zurückziehen, um durch die sich immer
mehrenden Insurgenten von seiner Rück«
zugslinie nicht abgeschnitten zu werden.
Am 12. März unternahm er einen Aus-
fall auf das feindliche Lager bei Freidorf
und schlug den Gegner mit einem Ver-
luste von 300 Todten und Verwundeten
in die Flucht. Auch zu diplomatischen
Verhandlungen wurde L. zu wiederholten
Malen verwendet. Im Jahre 1880 wurde
er in außerordentlicher Mission als Bun-
descommifför nach Frankfurt a. M. und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon