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Leiningen 334 Leiningen
1833 nach Constantinopel zur Beilegung
der Differenzen mit der Pforte entsendet.
Seine Sendung nach Constantinopel
insbesondere war schwierig; sie bedürfte
nicht nur diplomatischer Klugheit, sondern
auch der dem General angebornen Ener«
gie, um den ausweichenden Divan zur
unbedingten Annahme der von der kaiser«
lichen Regierung vorgelegten Propositio«
nen zu vermögen. Die österreichische Re»
gierung forderte nämlich Garantien für
bessere Behandlung der bosnischen Chri«
sten, Maßnahmen gegen die ungarischen
Flüchtlinge auf türkischem Gebiete und
Desavouirung des von der Pforte in den
Jahren 1849 und 1831 gegen dieselben
beobachteten Benehmens, die ungetheilte
Benützung der Seehäfen Sutorina und
Kleck an der albanesischen Küste durch
Oesterreich und Berichtigung der Schuld«
forderungen von Seite österreichischer
Unterthanen. Der Graf war am 30. Jan-
ner 1833 nach Constantinopel entsendet
worden, und am 14. Februar bere t-5
erfolgte durch die Note Fuad Essen«
di's — nachmals Fuad Pascha's —
die Acceptation sämmtlicher Forderungen,
und die Zurückziehung der an der Grenze
aufgestellten Truppen war dienächste prak«
tische Frucht der Sendung. Bald darnach
betraute der Kaiser den erprobten Militär
und Staatsmann mit der heiklichen Siel»
lung eines Gouverneurs.Stellvertreters
in Ungarn, wo
sich inLeiningen zumeist
das Politische des Landes concentrirte.
Auch hier ging er in die Ansichten der
Regierung ein und wirkte nach Kräften
zum allgemeinen Besten. Im Jahre 1853
erhielt I. die Stellung eines Comman-
danten des 2. Infanterie-Corps zu Kra«
kau, wo er jedoch nur kurze Zeit wirken
sollte. Sein Ableben daselbst — der Graf
zählte erst 40 Jahre — kam ganz uner«
wartet, denn das Krankenlager war nur von sehr kurzer Dauer. Der so früh
Dahingeschiedene genoß die Liebe und
Achtung der Bewohner Krakau's in selte»
ner Weise, und die unter seinen Befehl
gestellten Truppen hingen an ihm mit
Verehrung und Begeisterung. Der Graf
Zeiningen war nicht vermalt; mit
ihm stirbt die zweite Linie des Hauses
3einingen«Wefterburg im Manns»
stamme aus. Nur eine Schwester, Gräsin
Seraphine, StiftSdame zu Innsbruck,
überlebt den so unerwartet dahinge«
schiedenen Bruder. Der Graf war seit
dem Jahre 1832 Inhaber des Infanterie-
Regiments Nr. 21; seine Verdienste um
den Staat und die Armee wurden durch
die geheime Rathswürde, den Orden der
eisernen Krone erster Classe, die Com«
mandeurkreuze des St. Stephan« und
Leopold-Ordens und das Verdienftkreuz
ausgezeichnet. Ueberdieß haben ihn Ruß«
land zu wiederholten Malen, Preußen,
Belgien und Hessen mit ihren Decoratio-
nen geschmückt und ihm die königl. Frei«
städte Ofen, Pesth und TemeSvär das
Ehrenbürgerrecht verliehen.
Mil i tär -Zei tung (Wien, 40.) Jahrg. 1855,
Nr. 84. S. 674: Nekrolog. — Hirtenfeld
(I.). Oesterreichischer Militär.Kalender (Wien.
kl. 8".) IX. Jahrg. (1858). S. 226. — Di<
daskalia (Frankfurter Unterhaltungsblatt,
4°.) Jahrg. 1836. Nr. 233. — Gratz er Te<
legraph 1836. Nr. 260. — Porträte. 1) Gez.
und lithogr von Kaiser (Wien, Neumann,
Halb'Fol.); — 2) Unterschrift: ^kiiMau
äant äLL I I . ^.riueeooi'p» in Ivrakaü, Herr
im Nsr-oFtkUNs Na,25a.u. Unter dieser Tilu»
lawr links das Facsimile des Namenszuges:
Gf. Leiningen. FML. C. Herberth lith.
Artist. Anstalt von Reiffenstein u. Rösch in
Wien (Halb«Fol.).
Leiniugen-Westerburg, Christian
Ludwig Graf (k. k. Oberst und Ritter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon