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Leitend erger 334 Leitenberger
Conversations'Leriton für die gebildeten Stände
(Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8«.)
Bd. XIX, Abtheilung l. S. 1483.
Leitend erger, Friedrich ( I n d u
st I i e l'
ler. geb. zu KoSmanos 11. August
1891. gest. zu Gräfenberg 29. Sep-
tember 1834). Wenn dem „slovnik
nauön^" zu glauben ist, so wäre das Ge-
schlecht derLeitenberger ursprünglich
ein öechisches, das sich LitnohorskF
nannte und unter diesem Namen zu
Teltsch in Mähren ansässig war, von dort
aber nach Lewin im Leitmeritzer Kreise
Böhmens übersiedelte, wo es seinen
Namen LitnohorskF in Leidender»
ger germanisirte. Diese Umwandlung
wäredurchFriedrich'SOheim Joseph
geschehen, dessen Bruder Priester der
Gesellschaft Jesu war. Da nämlich diesem
der Name Leiden berger zu traurig
klang, veränderte er ihn zu Leitender,
ger, deffen sich die Familie noch heute
bedient. Um die Verantwortung für diese
Geschichte eines Namenswechsels nicht zu
übernehmen, so wird auf die oben genannte
Quelle ausdrücklich hingewiesen. Die
unter der Firma Leitenberg er nach-
malS so berühmte und noch heute blühende
Fabrik verdankt ihre Entstehung dem
Grafen Bolza. der
sie im Jahre 1764
zu Iosephthal bei Kosmanos gründete,
dem sie
aber im Jahre 1793 von demFar>
ber Joseph Leiten berger käuflich
abgelöst wurde. Joseph L. überließ sie
aber bereits im Jahre 1796 seinem Sohne
Franz, welcher sie durch den Ankauf
des dortigen Piaristenklosters wesentlich
vergrößerte. Nach dem im Jahre 1828
erfolgten Ableben des Franz 3. ging
die Fabrik in das Eigenthum seines
Sohnes Friedrich über, dessen Lebens
skizze nunmehr folgt, Friedrich verließ
das elterliche Haus frühzeitig, um in
Wien die nöthige technische Vorbildung zu erlangen und kehrte nach vollendeten
Studien nach Kosmanos zurück, wo er
unter unmittelbarer väterlicher Leitung
praktische Unterweisung in allen Zweigen
der Kattunfabrication erlangte, die schon
damals durch die Intelligenz seines
Vaters unter Mitwirkung von Mannern
wie Ignaz von Orlando, Köchlin
und Singer eine hohe Stufe erreicht
hatte. So mit wissenschaftlicher und prak«
tischer Vorbildung ausgestattet, ging
Friedrich 3. zu Anfang der Zwanziger
Jahre auf Reisen, wo er in den bedeu-
tendsten Fabriken des Auslandes, nament»
lich Frankreichs und Englands, sein tech-
nisches Wissen erweiterte. Im Jahre 1823
wieder nach Kosmanos zurückgekehrt,
wurde er bei dem bald darnach erfolgten
Tode seines Vaters von diesem zum
Erben, und seine Schwester Johanna
sammt deren Gatten Ign. von Orlando
zu Theilnehmern des Fabriksgeschäftes
eingesetzt. Er überließ jedoch die Leitung
desselben den bewährten Händen seines
ebengenannten Schwagers und widmete
wieder mehrere Jahre dem Aufenthalte in
Deutschland. England und Frankreich,
wo er neben Aneignung der dortigen
Fortschritte in den vielverzweigten Fächern
der Kattunfabrication und deren Ge.
schmacksrichtung auch mannigfache Gele»
genheit zur Erweiterung seiner gesamm»
ten intellektuellen Durchbildung fand und
mit glücklichem Erfolge benutzte. Seit
dem Jahre 1832 bleibend nach Kosma«
nos zurückgekehrt, übernahm Friedrich
3.. als im Jahre 1846 sein Schwager
Orlando starb, die alleinige Leitung
des Geschäftes und wurde der Schöpfer
dieses neugestalteten Etablissements, das
sich in Großartigkeit und Gelungenheit
der Ginrichtung, sowie in der Masse und
dabei doch Trefflichkeit der Leistungen zu
einer Musteranstalt emporschwang. Um«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon