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tion, andererseits Vrsparungen. Auch er-
richtete er, ohne sich durch die bisher ver-
geblich gemachten Versuche abschrecken zu
lassen, eine Präcipitat-Sublimat- und
eine Zinnoberfabrik, deren Erzeugnisse
er in solcher Vollkommenheit herstellte
daß sie an Schönheit und Güte mit dem
holländischen wetteiferten und Oesterreich
nunmehr von einem onerosen Tribute
befreiten, den es bisher an Holland be
zahlte, von wo es diesen Artikel um
schweres Geld in seine Staaten einführen
mußte. Während L. in Idria diese (
schäfte durchführte, wurde er (1786)
Thesaurariatsrath, und nach der 1737
erfolgten Auflösung dieser Stelle sieben-
bürgischer Gubernialrath. Nach des be»
rühmten Born sBd.II, S. 71^> Tode
wurde 3. im Jahre 1791 zum Nachfolger
in dessen Stelle, als Hofrath bei der k. k.
Hofkammer im Münz- und Bergwesen er»
nannt. Wahrend der 13jährigen Wirk«
samkeit auf diesem Posten ist eine Reihe
der wichtigsten Einrichtungen, Reformen
und Regulirungm zu verzeichnen, welche
durch 3. veranlaßt wurden. Er verbesserte
das Sah'Bergbau-, Sud« und Verschleiß-
wesen in Tirol, daS Bergwesen in Vor-
derösterreich, das Berg», Hütten», Forst-
und WirthschaftSwesen im oberungari-
schen Bergdistricte zu Schmöllnitz und im
niederungarischen zu Schemnitz. Später
wurden ihm auf ausdrücklichen Befehl
des Kaisers das krainische Bergwesen,
die ararischen Fabriken und das Referat
in Münzsachen übertragen, wo er überall,
mit seinem Scharfblick die Mängel durch
schauend, nützliche und wichtige Reformen
einführte. Um nur einiger seiner chemi-!
schen und technischen Erfindungen zu'
gedenken, sei hier erwähnt: Die von ihm !
eingeführte Ausscheidung des Kupfers
aus dem Kanonenmetall durch einen ein-
fachen Abdarrungsproceß, der früher schon in Frankreich vergebens versucht
und dann nach der 3e i t hn e r'fchen
Methode dort nachgeahmt wurde; dann
seine Methode, eine Münzgattung nach
einem anderen Münzfuße und Nenn«
werthe umzuprägen und sie nicht erst
umzuschmelzen und noch die übrigen
MünzManipulationsarbeiten , durchlau-
fen zu laffen. Diese Erfindung wurde
spater von Bol ton zur Umprägung
der Piaster in englische Münzen benützt
und Bol ton dafür mit 10.000 Pfund
Sterling belohnt. Die Hebung und Ver-
mehrung der k. k. Fabriken, welche Chemi-
kalien erzeugen, ließ er
sich sehr angelegen
sein, so wurden auf seinen Vorschlag die
k.k. Salmiak-, Vitriolol- und
chemische
Pro»
ductenfabrik zu Nußdorf, die Glasfabrik
zu Sagor in Nnterkrain errichtet, in der
Messingfabrik zu Frauenthal in Steter«
mark solche Verbesserungen angebracht,
daß die Erzeugung der Producte verdop-
pelt, der Gewinn sogar verdreifacht
wurde. Als im Jahre 1803 der furcht»
bare Grubenbrand in Idria stattfand,
wurde 3. dahin mit unumschränkter Voll»
macht entsendet, und durch seine uortreff»
lichen Maßnahmen wurde dem verhee»
renden Elemente alsbald ein Ziel gesetzt.
Als zur Zeit der feindlichen Einfälle im
Jahre 1803 die montanistische Hofkam«
mer nach Neusohl übersiedelte, traf 3.,
dem das Vicepräfidium war übertragen
worden, die tresslichsten Verfügungen zur
Rettung und zum Schutze der Aerarial-
güter und zum ungestörten Betriebe der
Berg«, Hütten- und Münzwerke in den vom
Feinde nicht besetzten Provinzen, dann
jener montanistischen Fabriken, welche
ür die. Bedürfnisse der k. k. Armeen
arbeiteten. Diese vielfaltigen Verdienste
3.'s um den Staat und einen seiner wich»
tigften Verwaltungszweige wurden auch
mehrfach gewürdigt; schon im Jahre
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon