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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 344 -
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Seite - 344 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Leitner 344 Leitner Neue Annalen dcr Literatur in ocm öfter« reichischen Kaiftrthume (Wien, Ant. Doll, 8«.) Jahrg. l807, Intclligenzbl. Februar. Sp. 67. Leitner, Kar l Gott fr ied Ritter von (Dichter, geb.zuGratzis.Novem- ber 5800). Kar l Gott fr ied Leopold, oder wie er sich selbst kürzer nennt, Karl G o ttfr iedR.vonL., verlor seinenVater Cajetan Franz ^s. d. Vorigen) schon als Knabe von fünf Jahren. Seine Mutter Therese geborne Walter, deren zar- tes inniges Gemüth einen bleibenden Einfluß auf ihren Erstgebornen ausübte, vermalte sich 1807 mit Ioh. Pokorny, damals kais. Cameralanwalt zu Rothen- fels in Obersteier, in zweiter Ehe, und Karl brachte nun die nächsten Knaben- jähre auf diesem romantischen Ritter- schlöffe zu, von welchem aus er die Pfarr» schule des im Thale unter diesem gelege« nen Städtchen Oberwölz besuchte. Die - für seine Vaterstadt wichtige Periode des französischen Einfalles und der Belage» rung, Beschießung, endlichen Nebergabe und Schleifung des Schloßbergcastells im Jahre 4809, brachte er wieder dort im Hause seiner Großeltern zu. Im Jahre 1812 trat er in das Gymnasium seiner Vaterstadt, und im folgenden Jahre in das dortige k. k. Convict, worin ihm ein ständischer Stiftungsplatz zu Theil geworden. An der Hand liebevoller Lehrer, insbesondere Gerhard Endres', der die Religion, und Ulrich Speck» moser's, der die Humanioren vortrug, entwickelte sich bald des Zöglings empfang- liches Gemüth, und von letzterem ge» weckt, das poetische Talent, welches sich früh in mehreren seiner Arbeiten aus» sprach. 1818 begann Kar l Gott fr ied die philosophischen Studien, und da war es Julius Schneller, welcher wesent« lich auf den weiteren Bildungsgang und den rüstigen Fortschritt des Jünglings Einfluß nahm. Schneller, der geift- reiche Professor der Geschichte zu Gratz (1806—1823), später, als ihm sein Wir- ken verleidet worden, Professor der Phi. losophie zu Freiburg (1823—1833), für den seine Verehrung Joseph's I I . einen Maßstab zur Beurtheilung geben mag, dieser Mann war ganz dazu geschaffen, in einem Iünglingsherzen die Ideen des Wahren, Guten und Schönen zu nähren und zur gestaltenden Thätigkeit aufzu» rufen. Andererseits wirkte auch der stete freundschaftliche Verkehr mit dem ihm liebevollzugethanen Bruderseiner Mutter, Leopold Walter, welcher von 1808 bis 1811 die Kritiken über die Erscheinungen der Gratzer Bühne schrieb, und ein Mann von trefflichem Gemüthe. vielseitigen Kenntnissen und feiner Geschmacksbil« düng war, sehr anregend und fortbildend auf den Neffen ein. Ohne eben eine Vor» liebe für die juridische Diensteslaufbahn in sich zu tragm, entschied sich doch Kar l G o t t f r i e d für das Studium der Rechte, und Professoren wie Je nul l M . X, S. 166), Kudler ^Bd. XII I , . S. 298), Springer u. A. trugm zur folgerichtigen Entwickelung d^er geistigen Kräfte ihres Zöglings in der Richtung der Verstandesbildung wesentlich bei. Der Umstand, daß sein Stiefvater, dem 3. bis zu dessen erst 1833 erfolgten Tode stets auf das innigste zugethan war, allmälig nach der am Bacher gelegenen Herrschaft Saal, nach dem aufgelassenen Chorherrnstifte Seckau, mit dem ehrwür- digen romanischen Dome am Fuße des mächtigen Zinken, und zuletzt nach dem uralten ehemaligen Nonnenkloster Goß bei Leoben versetzt wurde, gewährte dem jungen Dichter, der die Absperrung in einer Erziehungsanstalt oft schwer em° pfand, den für Körper, Geist und Ge« müth wichtigen Vortheil, daß er die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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