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Lembert 380 Lembert
Annaberg im sachsischen Erzgebirge im
Lustspiele „Armuth und Edelsinn" als
Van der Husen zum ersten Male die
Bretter. Einige Jahre bildete er sein Talent
auf kleineren Theatern, nun kam er nach
Stettin und dort lernte ihn die berĂĽhmte
Unzelmann.Bethmann, die eben
damals auf dem Stettiner Theater meh.
rere Gastrollen gab, kennen, munterte
ihn auf, sein ausgesprochenes Talent
fleiĂźig auszubilden und sich um ein groĂźe-
res Theater umzusehen. Sie selbst empfahl
ihn dem Director des churfürstlich säch«
fischen Theaters Seconda zu Dresden,
wo 3. auch im Jahre 1805 engagirt
wurde. Schon im Jahre 1807 folgte er
einem Rufe an das königliche Hoftheater
zu Stuttgart fĂĽr das Fach der ersten
Liebhaber. Als im Jahre 1817 der k. k.
Hoftheater-Setretär Schreyvogel und
der Opemregiffeur Treitschke eine Reise
durch Deutschland unternahmen, um
tĂĽchtige Mitglieder fĂĽr die beiden Hof.
theater zu erwerben, lernten sie Lem»
bert und seine Frau. welche Sängerin
war, in Stuttgart kennen, und machten
beiden Anträge für die Wiener Hofbüh-
nen. welche sie auch annahmen. Noch im
September dieses Jahres trat 3. auf
dem Burgtheater in Raupach's „Vor.
mund und MĂĽndel" als Phi l ipp
Brock zum ersten Male auf und
erhielt dann eine lebenslängliche An»
stellung. Bis zum Jahre 1833 wirkte
Lembe i t an dieser Bühne als aus»
ĂĽbender Schauspieler, dann wurde er
Oberinspicient und Consulent derselben.
Noch verdienstlicher als in seiner Eigen»
schaft eines darstellenden KĂĽnstlers hat 3.
als dramatischer Schriftsteller durch Her«
ausgäbe mehrerer mit großem Geschicke
gearbeiteten bĂĽhnengerechten StĂĽcke und
einiger anderer auf die BĂĽhne Bezug
habenden Schriften gewirkt. Diese seine Schriften find: „König Mnislllus oder Dist
und Nebe", Lustspiel in 3 AufzĂĽgen, nach
Duva l (Frankfurt 1812, Simon); —
„Hanke nnil schwanke", Lustsp. in 3 Aufz.
(ebd. 1813);— „3er Armring", Schausp.
in 3 Aufz. (ebd. 1813). die drei letzt-
genannten Stücke erschienen auch zusam»
men unter dem Titel „Schauspiele", 1. Bd.
(Riga l^ Voß in Leipzig) 1813. 8".); —
„Ner Nichter nnd der Schauspieler, nder tla«
Vustspiel im DlstspiĂĽ", Luftsp. in 3 Aufz.,
frei nach Dupaty (ebd. 1813); —
„Arete uüer Kindestrene", Schauspiel in
3 Aufz., nach dem Französischen (3eipzig
1813, Voß); — „Ner Papll und sein sühn-
chen", Luftsp. in 3 Aufz. (ebd. 1813, 8<>.);
— „Nrllnmtische Spiele" (3eipzig 1816,
Brockhaus, 12o.). enthält: Der Ehemann
in der Klemme, — Professor Hakler, —
Die Verwandtschaften des GroĂźveziers,
— Der Gemahl von Ungefähr. — Die
verbündeten Truppen; — gemeinschaftlich
mit Carl.: „ Taschenbuch tnr schanspiller und
Zchlluspielerlreunde", 1. u. 2. Jahrg., 1816
u. 1817 (Stuttgart u. MĂĽnchen, Metzler,
120.), 3., 4. „. 3. Jahrg., 1821—1823
(Wien bei Teudler), der 3. mit dem Por«
träte des Grafen von Brüh l , der 4. mit
jenem des Grafen Dietrich stein, der
3. mit jenem des Hofrathes von Mosel.
Der 1. Jahrg. (1816) enthält: Männer-
spiegel, Lustsp. in Alexandrinern und
1. Aufz. von 3embert; — Fromme
Wünsche und Vorschläge zur Abschaffung
einiger Nebelstände und Mißbräuche beim
deutschen Theater; — Zwei Jahre aus
dem Leben der Sängerin B.; — Böser
Wille, von fremdem Wahnsinn entwaff«
net. Fragment aus „Dngurd". von
Mül lner ; — Anekdoten, Charakterzüge
u.s.w., VerzeichniĂź der deutschen Theater
(eine Rubrik, welche sich im 1.—4. Jahrg.
wiederholt); — der 2. Jahrg. (1817):
Epilog zu Werner's Tragödie „Der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon