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382 Aeminger
Die Untröstlichen; — im 2. Jahrg.:
Der Freund und die Krone, romantisches
Schausp. in 4 Aufz.; — Wahn und
Wahnsinn, Schausp. in 2 Aufz.; —
Der Mentor, Poffe in 1 Aufz.; — im
3. Jahrg.: Die homöopathische Cur,
Lustsp. in 3 Aufz.; — Kenilworth. histor.»
romant. Schausp. in 3. Aufz.; — Im
zweiten Stock, Posse in 1 Aufz.; —
„Nullen" (Wien 1836, Tendler. gr. 12".).
enthält: Der harte Spruch; — Das
blutige Haupt; — Die Macht der Musik;
— Der Mörder; — Das Glückskind
und der Unglücksengel; — Die Pest in
Wien. — Mehrere andere Stücke, meist
Bearbeitungen dankbarer Stoffe, wie
z. B.: „König Richard in Palästina",
Schausp. in 3 Aufz., — „Das öffent-
liche GeheimniĂź", scheinen BĂĽhnenmanu'
script geblieben zu sein. Im Jahre 1836
begann 3. die Herausgabe des Unter-
haltungsblattes „Der Telegraph, öster-
reichisches Conversationsblatt fĂĽr Kunst,
Literatur, Theater, Tagesbegebenheiten,
Industrie- und Fabrikwefen" (seit 1838
„Der Wiener Telegraph"), eines in der
vormärzlichen Periode geachteten und mit
guten Beiträgen namhafter Schriftstel»
ler ausgestatteten Wiener Journals.
Seidlitz in der Schrift „Die Poesie
und die Poeten in Oesterreich" bemerkt
über L.: „Seine Dramen sind lebendig
und bühneneffectvoll, frei von Ueber»
ladung, wie auch von krankhafter Ssn»
timentalität, die Sprache edel, die Chci'
raktere festgehalten. An tragischer Tieft
gebricht es aber den Schau» und Trauer«
spielen, keine welterschĂĽtternde Idee tritt
uns niederdonnernd entgegen, aber sie
lesen sich gut. Die Lustspiele haben
weniger schlagenden Witz, als wohlthuende
sanfte Heiterkeit. Bedeutender ist L. als
Novellist. Nähme man im Auslande ein
in Oesterreich gedrucktes Werk nicht mit einem gewissen Vorurtheile zur Hand ^1,
ich bin ĂĽberzeugt, L. wĂĽrde fĂĽr einen der
besten Erzähler gelten. Rasches Entwickeln
der Handlung, Festhalten des Interesses
bis zu Ende, eine kernige Sprache zeich«
nen seine Novellen aus, welche sich wie
alle österreichischen zur bloßen Erzählung
ohne Raisonnement hinneigen. — Lem»
b er t's Gattin war eine geborne Mayer,
und wurde zu gleicher Zeit. als er beim
Burgtheater eintrat, als Hof.Opernsän»
gerin imKärnthnerthor-Theater engagirt.
Sie hatte eine kräftige Stimme und ein
effectvolles Spiel. Ihre Glanzrollen
waren: Medea in Cherubin i's gleich«
namigerOper,— Vitell ia in „Titus",
— Iphigenia, — die Herzogin in
Paer's „Camilla" u. dgl. m. Im vor-
gerĂĽckten Alter verlieĂź sie das Opernfach,
wurde aber, und zwar noch im Jahre
1837, in manchen Rollen im Burgtheater
verwendet.
RaĂźmann (Friedrich). Pantheon deutscher
jetzt lebender Dichter und in die Belletristik
eingreifender Schriftsteller u. s. w. (Helmstcdt
1823, C. G. Flcckcifen. 8°.) S. 193. — Oester<
reich ischeNational'Encyklopädie von
Gräffer und Czikann (Wien it^ö. 8".)
Bd. Hl, S. 3U2; Bd. VI, S. ü38. — Seid'
litz (Iul, Or>), Die Poesie und die Poeten
in Oesterreich im Jahre 183« (Grimma 183?,
8«.) Vd. I, S. 117; Vd, I I , S. 128.
Lemillger, Vartholomäus (Maler
und Wachsbossirer, geb. im Jahre
l 782. "gest. zu Stadt Steyer 23. Mai
M0). Schufterösohn, der bereits selbst
an 30 Jahre das elterliche Handwerk
ausgeĂĽbt, eS aber dann an einen anderen
desselben kundigen Gewerbsmann in
Salzburz verkaufte und ganz einer Kunst
lebte, in der er sich ohne Lehrer, sondern
aus eigener Geschicklichkeit und durch das
*) Seidlitz' Buch erschien im Jahre l337. und
heute nach fast 3^ Jahren (!865) klingt noch
immer das alte Lied.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon