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Lenau 384 L6ndvan
Mehrcres, was er jedoch in Handschrift auf»
bewahrt, componirt. — 2. Johann 3. (geb.
zu Networzic 16. April 1810, gest. zu Krakau
23. December 1863). Ein tüchtiger Musicus.
widmete er sich ausschließlich der Kunst und
war viele Jahre als Musiklehrer in Krakau
thätig, wo ihn auch im Jahre 1863 der Tod
ereilte. Johann hat auch Mehreres compo-
nirt. WienerZei tung 1864. Nr. 2. S.is.
(berichtet: „daß der bekannte Pianist und Com»
ponist Lemoch zu Lemberg gestorben sei"). —
Bohemia (Präger Blatt, 4«) 1864. Nr. 2.
S. 14 (diese wieder meldet, „daß der Pia<
nist und Compositeur Lemoch in Krakau zu
Grabe getragen wurde").) — 3. Joseph 3.
(geb. zu Networzic 21. December 1795, gest.
zu Aunietic bei Prag 8. Mai 1863/ Widmete
sich dem geistlichen Stande, war aber über<
dieß ein tüchtiger Orgelspieler und hat mehrere
cechische 3ieder in Musik geseht.
Lenau, siehe: Nimbsch von Streh-
lenau, Nikolaus.
LblldVlly, Martin (ungarischerSch au«
spieler. geb. zu Nagy'Banya im
Szathmarer Comitate Ungarns 11. No«
vember 1807, gest. zu P esth 29. Jänner
1838). Da 3. am St. Martinstage
geboren war, meinte sein Vater, er hat
den Namen so mit
sich
gebracht, er soll ihn
auch tragen, und so wurde er Mart in
getauft. Am Gymnasium seines Geburts-
ortes machte er seine ersten Studien.
Doch all' sein Sehnen und Trachten
wandte sich nur zu bald der Bühne zu.
Er lernte und lehrte fortwährend, schrieb
dabei Rollen aus und stiftete unter den
Schulkindern bald eine Gesellschaft, die
auch Vorstellungen gab. Er zitterte, wenn
er einen Schauspieler sah, lief ihnen nach
— sie schienen ihm höhere Wesen —
Halbgötter! Der Zufall wollte es
einst, daß der später am Nationaltheater
in Pesth engagirte berühmte Komiker
Megyeri , der damals Director einer
Gesellschaft war, bei Löndvay's Eltern
zu Miethe wohnte. Der kleine Mar t in
bat ihn, ihm doch auch irgend eine kleine Rolle zu geben und Megyeri ließ des
Kleinen Wunsch in Erfüllung gehen,
indem er ihm eine kleine Rolle von
einigen Worten in dem Stücke „Be«
nyovsky" gab. Löndvay war damals
13 Jahre alt, als er zum ersten Male vor
ein größeres Publicum trat, und harrte
zitternd des Momentes, wo er zu
erscheinen hatte. Nnd was geschah?
Ervergaß auch die wenigen Worte und
konnte sie nicht hersagen. Das war ein
harter Schlag. Er schämte sich und
flüchtete in die Wälder der Umgebung,
wo er drei Tage lang, sich nur von
Obst nährend, umherirrte. Den ersten,
größeren Schmerz, der auch sehr charak-
terisirend für ihn ist, bereitete ihm Director
Ke si. Es war nämlich damals noch so
Sitte in der Provinz, daß, anstatt ge«
druckter Theaterzettel die Schauspieler
diese selbst schrieben und 3. offerirte sich
hiezu dem Director für ein freies Entröe
für die nächste Vorstellung. Kesi ging
den Vorschlag ein und 3. schrieb unauf.
hörlich eine ganze Nacht hindurch, und
als des anderen Tages die Zeit der Vor«
stellung herannahte, da — wartete er
vergebens, denn Niemand kam ihn abzu«
holen, er hatte umsonst gearbeitet. 3.
weinte damals, verfiel dann in ein
arges Fieber und lag sechs Wochen
lang schwer krank darnieder. „Schmerzen
solcher Art, sagte er einst später selbst,
empfand ich in meinem 3ebm später
nur noch zweimal, als meine gute
Mutter starb und als ich der Bühne
das letzte „3ebewohl" zurufen mußte!"
Später studirte 3öndvay in Szathmär.
Im Jahre 1828 trat er zum ersten Male
bei einer Dilettantengesellschaft in einem
3ustspkle: „Ich bedaure, daß ich gehei»
rathet habe", auf. Jedermann erkannte
gleich sein bedeutendes Talent und da
gingen ihm auch von Seite sachverftän«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon