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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 365 -
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Lentner 363 Lentner die ersie Hälfte des Romans. wie S teub meint, an schweren Ueberladungen leidet, hat der Dichter in der zweiten seine Flügel aus dieser Latwerge herausgear« beitet und mit frischem Thau gewaschen. Wie indeß 3. zu jenem Ueberlauf von geilen Farben gekommen, weiß sein Freund nicht zu sagen; vielleicht lag's in der Atmosphäre, in der er schrieb — denn bekanntlich war ja damals Meran im katholischen Deutschland der Mutter- sitz dieser schmalzig erhabenen Tonart. Noch vieles andere entstand während seines vieljährigen Aufenthaltes in Meran, was an verschiedenen Orten in Journalen zuerst einzeln veröffentlicht, später aber in seinem „Muellenbuch". 3 Bde. (Mägde, bürg 1848, 8".). gesammelt erschien. I n die Zwischenzeit, 1844. fällt eine Reise nach Oberitalien, welche 3. mit seinem Bruder im Frühling genannten Jahres unternommen hatte und die Bekannt« schaft mit dem in neuerer Zeit viel ge« nannten Dr. Strei ter , bei dem zu Paiersberg bei Botzen 3. mit seinem Bru- der gastliche Aufnahme gefunden. Aber auch ein anderes, fast für 3entner's Aufenthalt in Tirol verhängnißvolles Ereigniß fällt in jene Zeit. Es zeigte sich gegen die Jesuiten, welche das Gym« nasium in Innsbruck unter ihrer Zeitung hatten, eine „wilde Gährung" und diese war in einem Artikel der „Allgemeinen Zeitung": „Die poetiscben Regungen in Tirol", einigermaßen zum Ausdruck ge> kommen. Wer die vormärzlichen Zustande mitgelebt, kann sich leicht eine Vorstellung machen von der Aufregung, die in maß« gebenden Kreisen über diesen „Blitz aus heiterem Himmel" herrschte. Noch fchlim» mer wirkte ein zweiter solcher Blitz, näm- lich der Klageruf über die altgewohnten Verwüstungen, welche die Etsch im Herbste anzurichten pflegte und in welchem die alte aber ewig brennende Frage der Etfchregulirung leise berührt wurde. Auch dieser Klageruf tönte aus der Augsbur» gerin in'S schöne 3and Tirol und nach Wien herüber. Als aber von den Noth. leidenden an der Etsch dem bald erkann- ten Verfasser des Klagerufes — und die- ser war Niemand Anderer als Lentner — eine Dankadresse gebracht wurde, da kam von Innsbruck der Befehl. 3. habe Tirol schleunigst zu verlassen. Das war für den leidenden 3.. dem die Meraner 3uft Lebensbedürfniß geworden, ein schwerer Schlag. Aber tüchtige Freunde halfen, unter diesen Dr. Stre i ter , Klein« hanns, der Landrichter von Meran, u.A., und es wurde der Erlaß erwirkt, L. könne noch einige Zeit (bis Ende April) in Meran verbleiben, wenn er sich tadel» los benehme, keine die Regierung kritisi» renden Aufsätze schreibe, und überhaupt die 3andesgesetze über Censur strenge be» obachte. Als dann bald darauf der Salz» burger Advocat und nachmalige Statt- Halter Oberösterreichs Oi-. Alois Fischer nach Meran kam. wurde der Erlaß, der die Ausweisung 3.'s enthielt, ganz zurück» genommen. Und das war ein Glück für Lentner. aber auch eines für dieMera» ner. wie gleich erzählt werden soll. Um jene Zeit hielt Erzherzog Johann seine Festreise von Innsbruck. Bregenz, durch das Vintschgau südwärts, mit seiner Ge> malin und dem Grafen von Mercrn, den der Vater den Tirolern persönlich vorstellen und ihrer Liebe und Anhang» lichkeit empfehlen wollte. Urn den gelieb» ten Fürsten in einer Weise zu empfangen, die seiner und des Landes würdig und überdieß neu war, galt eS einen erfinden» schen Kopf damit zu betrauen, der derglei» chen festlichen Mummenschanz in passender Weise zu ersinnen, einzurichten und zu leiten verstand. Dazu war 3. der rechte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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