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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 367 -
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Seite - 367 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Zentner 367 Lentner lechner, ein solches durch längere Zeii freundlich gewahrte. Als aber die nahe» gelegenen Landgerichte ihm zu sehr der Fahrte waren, zog er endlich mi Dingelstedt über Finstermünz hinau« gegen Bayern und nach München, wo ihm Freunde zum Willkomm die Nachrich brachten, daß die Wiener Hofkanzlei den Vollzug des Bannes eingestellt habe. Im Herbste 1847 kehrte also 3. in sein gelieb tes Etschland zurück, begrüßt von dem lauten Iubelruf seiner zahlreichen Freunde, Er brachte den Winter 1847 und 1848 in Meran zu, wo er die „Gesellschaft des Stehweins", einen heiteren Bund mit scherzhaften ritterlichen Gebräuchen. Or- densfesten, Panieren und Liedern, grün» dete. Die Gesellschaft löste sich später auf, als einige Mitglieder derselben, die nicht unabhängig waren, ob ihrer Theilnahme daran, Unannehmlichkeiten erfahren mußten. Da brachte der März 1848 die Lenzbotschaften von Wien auch nach Meran. Die Stimmung dar über war in den verschiedenen Kreisen eine verschiedene, aber der Rath der Stadt hatte Beleuchtung und einen Fest» zug auf freier Straße beschlossen und zu diesem auch 3 entner geladen, der ja bisher „in allen Ehrentagen der guten Stadt oft mehr aus Gefälligkeit als aus eigenem Antrieb? beigestanden hatte". 3 entner kam auch und aus tiefstem Grunde des Herzens mitthuend, schritt er, zudem als Festredner, freudig und hoff» nungsvoll im Zuge. I n fröhlichster Stim» mung war der Zug vor das k. k. Land- gericht gekommen, wo der Bürgermeister Hal ler die Proklamation laut vorlas, als mit einem Male.der Ruf erscholl: n^orsat I^utusr". Den Gassen» und nichtsnutzigen Schulbuben war — von wem, kann nur errathen und nicht bewie« sen werden — dieser Ruf eingelernt und von dem blöden Bauernvolke gedanken- loS nachgeheult worden. Das ^^sreat I^kQtnör" tönte nun immer wieder von Zeit zu Zeit in den Gaffen Merans und dauerte mehrere Tage fort, auch an den Gaffenecken fand man diesen Schimpf angeschrieben, so daß 3.. um diesem wüsten Treiben —denn die Buben, die es schrieen, betranken sich bei den Weinbauern außer« halb der Stadt und kehrten im trunkenen Zustande in die Stadt zurück — sich zu entziehen, für einige Tage nach Botzen und yon da nach Bayern ging. wo er seine Schrift: „Giro! uar und nach dem 33. März, geZchrielien im 3n!i 3833" (München 1848, Kaiser, gr. 8«.). jedoch ohne sich zu nennen, veröffentlichte. Die gewonnenen Revolutionsanschauungen legte er aber später in einer Novelle: „Gimr nne Zllle", nieder, welche Steub „das Beste nennt, was man über deutsche Anlage zum Staatsumwälzen schreiben kann". I m Herbste, nachdem diese gemachte Stim« mung einer gesunderen Anschauung der Dinge Platz gemacht, kehrte 3. nach dem geliebten Meran zurück, wo er mit einem köstlichen Mummenschanz, den er für den Carneval 1849 erdacht, einerseits die Herzen von Tausenden gewann, während andererseits die Schulmädchen der Eng« tischen Fräulein alle Tage ein Vaterunser mehr beten mußten für die „Fastnacht« narren". Indeffen trat aber auch an Meran als den der Gesundheit wegen vielfach besuchten Ort, die Neuzeit mit ihren Forderungen ernst heran und eS galt, den beliebten Curort in einen ent> sprechenderen Zustand zu versetzen als es der bisherige war. Da war 3. mit seiner gesunden Lebenspraxis hilfreich zur Hand und wirkte in dem für das Fremden» Wesen geschaffenen Rath auf das thätigste, o wurde 3entner denMeranern immer werther, und diese bezeigten ihm ihre Theil»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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