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von Ungarn kämpfen wollte. Erst in spä-
terer Zeit. als er jüngere Officiere sich
vorgezogen sah und er es fühlte, daß er.
weil er Protestant war. zurückgesetzt werde,
verließ er die kaiserlichen Dienste und be-
gab sich nach Bern, in die Heimat seiner
Ahnen, in der Absicht, sich dort bleibend
niederzulassen. Der König von Preußen
aber hatte ihn nicht mehr aus den Augen
gelassen. Den trefflichen Officier in 3. er-
kennend, machte er ihm durch den Fürsten
Leopold von Dessau neue Antrage,
welcke 3. jetzt annahm und nun als
Major und Flügeladjutant in preußische
Dienste übertrat. <752 wurde L. Oberst-
lieutenant, 1733 Oberst. 1737 General-
Major und führte seit dieser Zeit bestän-
dig die Leibgarde des Königs an. 3.
hatte sich im siebenjährigen Kriege bei
mehreren Gelegenheiten ausgezeichnet,
und war einer der Wenigen, die der
König in seine unmittelbare Nähe zog
und seines besonderen Vertrauens wür<
digte. daher er auch im 3eben desKönigS
eine nicht unwichtige, aber erst in neuester
Zeit historisch gewürdigte Rolle spielte.
Im Jahre 4773 zog ihn der König den
Verhandlungen über die Theilung Polens
bei. Noch kämpfte 3. im bayerischen Erb»
folgekriege, zog sich aber bald darauf ob
Altersschwaä'e auf sein Gut Monrepos
bei 3ausanne zurück, wo er auch im
Alter von 72 Jahren starb. Die Baronie
Colombier in der Grafschaft Neufchatel
hatte 3. von dem Könige Friedrich I I .
zum Geschenke erhalten.
(Haller, Friedrich Ludwig), Leben des Gene»
ral-Lirutenünts R. S. Lentulus (Bern l786.
80.). in'S Französische übersetzt von Hedel«
hofer ((3-euövs st I^usauns 1787) - neue
und vermehrte Ausgabe (Bern 1788, mit
Porträt). — Der Feldzug in Mähren oder die Belagerung und der Entsatz von
Olmütz. Von E, v. St. (Frankfurt a. M.
l858. I . D. Sauerländer. 8») S. 248.
Lenzi. Carlo (Ton setz er, geb. zu
Azzone in der Provinz Bergamo
11. Juli 1733. gest. zu Bergamo
23. März 1803). Erhielt seine musika-
lische Ausbildung in Neapel unterS al a,
kehrte alsdann in seine Heimat zurück,
wo er zuletzt Kapellmeister an der Kirche
Santa Maria maggiore zu Bergamo
wurde. Im Jahre 1800. im Alter von
63 Jahren, hatte er das Unglück, das
Gesicht zu verlieren und mußte sich in
Folge dessen in den Ruhestand versehen
lassen. Jedoch wirkte er noch einige Zeit
als Gesangslehrer fort. 3. war ein vor«
trefflicher Orgelspieler, einer der aus»
gezeichnetesten Kirchencomponisten des
vorigen Jahrhunderts und ein geschickter
und sehr gesuchter Gesangslehrer, Noz-
zari. Giacomo David u. A. waren
seine Schüler. Seine Kompositionen
bestandenen Motetten, Neffen. Magni«
ficat, Vespern u. dgl. m. und wurden
nicht bloß in Italien, sondern auch in der
Schweiz, in Polen, in Portugal, Deutsch-
land und im damaligen Oonosit 8piri-
tust zu Paris gegeben. Auch hat er
mehrere gute contrapunctische Satze für
die Orgel geschrieben. Er starb im Alter
von 68 Jahren und sein Nachfolger als
Kapellmeister bei Santa Maria maggiore
in Bergamo war der berühmte Simon
Mayr.
Wiener allgemeine Mus ik 'Zei tung.
herausg. von Aug. Schmidt. Jahrg. 1842,
Nr. 36. — Neues Univ ersal <L erikon
der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius
Schladebach, fortgesetzt von Ed. Berns»
dorf (Dresden 1836. R. Schäfer, Ler. 8°.)
Bd. I I , S. 745.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon