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Alschmger 373 Alschmger
noch daS Lehramt der griechischen und
lateinischen Philologie. 31 Jahre war er
auf diesem Posten thätig, im Jahre 1883
trat er in daS neu errichtete Obergym«
nasium als Professor der griechischen
Sprache, drei Jahre später aber, 1838,
in den Ruhestand über. Während dieses
vieljährigen Lehramtes vertrat er zu
wiederholten Malen beim Abgänge des
Directors dessen Stelle, führte wiederholt
die Oberaufsicht übrr die dortige Biblio-
thek und supplirte einmal ein ganzes
Jahr die Lehrkanzel der Naturgeschichte
und ein anderes Mal für längere Zeit
jene der deutschen Sprache. Im Jahre
j8o9 übersiedelte er nach Wien, wo zwei
seiner Söhne den Studien oblagen, aber
das im Verhältniß zu dem Klima Dal»
matiens rauhe Wiener Klima und die
veränderte Lebensweise sagten ihm auf dk
Dauer so wenig zu, daß er bei seinem
bereits vorgerückten Alter den Einflüssen
belder erlag. Das naturwiffenschaftliäi?
und vornehmlich botanische Studium hatte
A. seit früher Zeit mächtig angezogen,
und sein College im Lehramt? Peter P e-
truzzi, der tüchtige Botaniker Hlat>
n ik I M . IX, L. 6H. waren die Ersten,
die ihn in dasselbe einführten, während
ihn der Umgang mit Männern wie Be-
r in l und Brumat i zu Ronchi bei Mon>
falcone darin förderte und wesentlich
unterstützte. Die Frucht einer im Jahre
1829 gemeinschaftlich mit Pe t ruzz i
unternommenen botanischen Reise durch
ganz Dalmatien mit Einschluß der Inseln
war das Werk: „F7<??-a Zackens" (ZHi-«.
1832). welches A. auf eigene Kosten her-
ausgab, und das. wenn manden Zeitpunct
seines Erscheinens, den Stand der bota»
Nischen Wissenschaft im Kaiferftaate und
den Mangel aller Hilfsmittel in Betracht
zieht, für die Tüchtigkeit der botanischen
Studien des Verfassers Zeugniß gibt, aber auch für den Sprachforscher Interesse
darbietet, da den lateinischen, deutschen
und italienischen Namen der Pflanzen
auch die griechischen und dalmatisch-illy.
rischen Bezeichnungen beigefügt sind. Die
übrigen Arbeiten Alschinger's sind, im
Schulprogramme des Gymnasiums
von Zara 1832/o3 ein „Verzeichniß der
seit Herausgabe der ^lorg, «laärsnLig im
G^bietevon Zara neu entdecktenPflanzen",
welche Aufzählung theilweise auch in das
österreichische botanische Wochen-
blatt (18^3. ö. 406) aufgenommen
worden' ferner im amtlichen Berichte
über die Versammlung deutscher Natur-
forscher und Aerzte zu Wien, im Jahre
lK86: „Ueber daS Brennholz in Zara",
dann in der österreichischen botani»
schen Zeitschrift, in den Jahrgängen
18oü—l86l, die Aufsätze: „Beiträge
zur Flora von Lesina"'. — „Der Biokouo
des VelebitgedirgeS"' — „Neber die jod.
Halligen Pflanzen Dalmatiens". Auch als
Sammler verdient A. Erwähnung uno
als solcher richtete er nicht bloß auf
Pflanzen, sondern auch aus Thiere und
Mineralien sein Augenmerk, und di^
im Besitze der Familie des Verstorbenen
befindlichen Sammlungen enthalten reiche
Belege für die Flora und Fauna Dalma-
tiens, darunter manches Seltene und Neue.
Nach Portenschlag und Vis iani hat
A. im Gebiete der Phanerogamen»Flora
Dalmatiens das verdienstlichste geleistet;
er hat wichtige Beiträge zur F'iora. älü-
matioa von Vis iani geliefert und an
verschiedene Anstalten, z. B. an die Re>
genSburger botanische Gesellschaft, an die
zoologisch-botanische Gesellschaft zu Wien.
an das Museum l'lil.noiZoo'^aroliQUNl
in Linz, das Gymnasium zu Zara. ganze
Sammlungen vertheilt; auch stellte er
über Aufforderung des Zaratiner Guber'
niums im Jahre 1838, bei Gelegenheit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon