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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 381 -
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Ander 381 Ander einer der schönsten Männer seiner Zei gewesen. DaS war er aber nicht im End ferntesten, seine Person sogar sehr unbe- deutend und unscheinbar. Indeß auch hie wieder einmal war es derGeist der sich den Körper baute. Mar kann A. nicht besser charakterifiren als mi den zwei Worten: „poetischer Sänger" Die Poesie gewann ihm Aller Herzen und wirkte wie mit Zaubermacht. Man konnt« von A. mit Landry in der „Grille" sagen: „Er war von Innen heraus schön" Sein Tenor befaß keine hervorragend^ Starke, dagegen einen in solchem Grade kaum dagewesenen Schmelz und schmach tenden Klang, dessen Weichheit jedes Hörers Gefühl überfchlich und rührte, WennFidelio sagte: „Nicht wahr. diese Stimme dringt zum Herzen?" gehörte es in Wien zum guten Ton. seinem Flore- stan durch lauten Applaus an der Stelle eine schmeichelhafte Huldigung darzubrin gen. Seinem Stradel la glaubte man, daß er die Banditen sich zu Sclaven, zu reuigen Sündern machen könne, und hin reißender, plastisch schöner ist nie Jemand auf der Bühne gestorben, als Ander's Edgar in „Lucia". Doch dieß fast allzu fein organifirte, stets nervös erregte und überreizte Künstlernaturen mußte unter- gehen, als nicht mehr abzuleugnen war, daß die Blüthe der Stimme gebrochen sei. Mit fieberhafter Anstrengung wehrte er sich eine Zeitlang gegen den Verfall seines Organs. Wie er sich aber von der Unab- wendbarkeit seines Verlustes überzeugt hatte, nahm er sich denselben so zu Ge- müthe, daß ein psychisches Leiden die Folge war, welches bald auch den Kör« per zerstörte." Ander wurde von Sr. Ma» jestät mit dem Titel eineS Kammersängers ausgezeichnet.^ besaß von dem Großher« zöge von Heffen-Darmstadt und von dem Könige von Hannover die goldene Me- daille für Kunst und Wissenschaften, von dem Könige von Schweden die Medaille: „Illis Hiioruin inkruers Iakoi'68"; viele philharmonische Vereine und der Wiener Schriftstellers rein ernannten ihn zu ihrem Ehrenmitglie.de, und die Frauen von Stockholm, wo A. im Sommer 1837 ge» sungm, übersandten dem Sänger einen massiven silbernen Lorberkranz. Noch einer Fertigkeit Ander's sei hier gedacht. A. übte mit besonderer Vorliebe die Land», schaftsmalerei und die Wände seiner Zim- mer hingen voll von seinen Oelgemälden, meist Landschaften welche, wie Hans- lik schreibt, bei ziemlich incorrecter Zeich- nung doch ein sehr glückliches Auge für Farbeneffecte verriethen. Von anderer Seite wird aber berichtet, daß dieß eine sehr kostspielige Liebhaberei Ander's ge- wesen und seine Arbeiten völlig unbedeu» tend seien. Schließlich sei noch bemerkt, daß einer von Ander's Biographen ihn nicht nur als Sänger, sondern überhaupt „als tüchtigen Musiker, Compositeur und Organisten" bezeichnet. Nekrologe imd biographische Stuben. Neue freie Presse lWiemr pulit. Blatt, 1864. Nr, 1U9.- „Alois Ander". ^Dieser von Eduard Hanslik geschriebene Nekrolog enthält Gin» ,^'lnheiten von Belang, die der Nekrulogist Ander's Freunde und Schwager, E. Ran« zoni. verdankt.1 — Die Glocke (Wiener polit. Blatt) 1tt<i4. Nr 389: „Nachruf au Alois Ander". Von einer Dame ^die auf den Sänger Genau's wehmüthige Zrilen anwendet: Wenn der Liebe Brand verlodert. Tod, dann biich den Leib zusammen, Brich ihn schnell, nicht langsam wühle. Deinen Sänaer laß entschweben, Dünge nicht das Feld im Zeben Mit der Asche der Gefühle! Diese Bitte ward erfüllt). — Der mährische Correspondent (Brünner polit. Blatt) 1864, Nr. 302 u. 6U3. — Recensionen und Mit thei lungen über Theater und Musik (Wien, 40.) 1864. Nr. 5 i ; 1865. Nr. 1. — Neue Zeit (OlmützerJournal) 1864. Nr. 291 u. 293. — Slavische Blät ter , herausg.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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