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vatoriums verlor er im Jahre 1835
seine Professur. Die Kunstzustände
des Conservatoriums boten aber dem
scharfblickenden und für die Interessen
der Musik begeisterten B. der Blößen
genug, die er nun, da er unabhängig
von der Anstalt war. in mehreren gegen
dieselbe gerichteten polemischen Artikeln
schonungslos bloßlegte und auf diese Art
ein neues Gebiet, das der Musikschrift,
stellerei betrat, zu derer tüchtige, tbeo<
retische und praktische Kenntnisse, Geist,
den Ernst der Kunst und die Liebe zur
Sache mitbrachte. In der von den kunst-
liebenden Fürsten Konstantin und
Georg Czartoryski mit Opfern er-
haltenen „Monatschrift für Theater und
Musik" (spater „Recensionen") begann
seine schriftstellerische Thätigkeit, zuerst
in Artikeln polemischer Natur gegen das
Conservatorium, später in Behandlung
musikalischer Fragen von allgemeiner
Natur übergehend. Aber schon nach eini»
ger Zeit ward ihm das eingeräumte Feld
zu enge und 1860 wurde B. Mitbegrün»
der und Redacteur der in Wien in's
Leben gerufenen „Deutschen Musik-Zei-
wng", eines Blattes, aus dessen Spalten
redliches und gefinnungstüchtiges Kunst-
streben sprach, das aber zum Nachtheile
der ziemlich im Argen liegenden musikali«
schen Zustände Wiens zu erscheinen auf-
hörte, als B. im Jahre 1863 nach Leip-
zig übersiedelte, um die Redaction der
von Breit köpf und Härtet wieder
in's Leben gerufenen „Allgemeinen Musik-
Zeitung" zu übernehmen. B. ist auch als
Tonsetzer thätig und sind von ihm
Streich »Quartette, Lieder, verschiedene
Pianostücke, eine Symphonie, eine Sonate
für Clavier und Violoncell u. m. a.
erschienen.
Universal.Lexikon der Tonkunst. Ange.
fangen von Dr. Julius Schladebach, fort» gesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1837,
Nob. Schäfer, gr. 8".) Nachtrag S. 30.
Johann
(Naturforscher und erster Director
des Wiener k. k. Hof-Naturaliencabinetes,
geb. muthmaßlich in Frankreich um das
Jahr 1684. gest. zu Wien 23. Novem-
ber 4738). Sein Vater Sebastian de
Bai l lou , der (seit 1683) mit Mar-
g uerite de G onet vermalt war, stand
zuerst in französischen Diensten, trat aber
spater in jene des Prinzen von Loth-
ringen-V audemon.t über, der Bail<
lou's Sohn Johann in seinen beson»
deren Schutz nahm, ihn mit seinen Edel«
knaben zugleich erziehen und vornehmlich
in der Mathematik, den Kriegswissen»
schaften und verwandten Künsten, im Rei«
ten, Fechten u. dgl. m. unterrichten ließ.
Johann's weitere Ausbildung leitete
der von dem Prinzen Eugen zum Gou»
verneur von Finale bestimmte Oberst du
Vivier. Nach dessen Tode schickte ihn
sein Vater nach Paris, wo er seine wissen-
schaftliche Ausbildung fortsehte und bald
durch seine Kenntnisse einen so ausge-
zeichneten Nuf erlangte, daß ihn der Her-
zog von Parma Francesco Farnese
in seine Dienste berief, und im I . 1723
zum Generalcommissär der Artillerie
und Gmeral'Ingenieur ernannte. Nach
des Herzogs Tode wurde B. von dessen
Nachfolger Antonio Farnese in allen
Würden bestätigt, 1728 zum Ooiuvs
, und zum Intendanten sammt«
lichcr Gebäude und Gärten, im folgenden
Jahre aber zum General-Oberintendanten
aller Bergwerk» und Fabriken für Parma
und Piacenza ernannt. Als der Herzog
Antonio im Jahre 1731 starb, verließ
B. Parma, übersiedelte mit seiner Familie
nach ToScana, wo er in die Dienste des
Großherzogs Johann Gasto von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon