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Zamberg 392 Jaunrg arten
sich bildeten und die immer bedenklicher
werdende Situation im Nachbarlande
die Proclamation des Belagerungszu«
standes in Galizim und Krakau erheischte,
zum Truppencommandanten für Westga«
lizien ernannt und verblieb als solcher so
lange in Krakau, bis er auf seine Bitte
in den Ruhestand verseht wurde, was
im Mai 1863 erfolgte. Bei dieser Gele-
genheit ernannte die Krakauer Schützen-
gesellschaft B. zu ihrem Ehrenmit-
gliede und die Stadtgememde verlieh
ihm das Ehrenbürgerrecht. Diese an sich
geringfügigen Umstände gewinnen im
Hinblick auf den Ort und die Zeit der
Wirksamkeit des Freiherrn von B. Be«
deutung und zeugen dafür, wie er bei
der ihm anvertrauten obersten Hand«
habung der Ausnahmsmaßregeln die
Mahnungen der Humanität mit den
strengen Forderungen des Dienstes zu
vereinigen gewußt. I n einem der Nach-
rufe, welche bei Gelegenheit von B.'S
Versetzung in den Ruhestand seiner Tha»
tigkeit gewidmet waren, heißt es von B.,
daß „solche Charaktere mehr für Paci«
fication und Versöhnung wirken als tau«
send Bajonette".
Freiherrnsta nds-Dip lom vom 8. Juli
1854. — Neue freie Presse (Wiener
politisches Blatt) t865, Beilage zu Nr. 233
(16. Mai). — Fremden. B la t t (Wiener
Blatt, 4o.) 1863, Nr. 138. — Wappen. In
einem von Blau und Silber quer getheilten
Schilde ein grüner Baum auf braunem grra.
dem Stamme, stehend auf dem Gipfel eines
aus dem Fußrande hervorgehenden grünen
Berges. Auf dem Schilde ruht die Freiherrn«
kröne, auf welcher ein in's Visir gestellter
gekrönter Turnierhelm sich erhebt, desstn
Krone in der Oessnung eines von Blau und
Silber quergetheilten Adlerfluges mit gewech.
selten Tincturen den Baum und Berg des
Schildes trägt. Die Helmdeäen sind zu
beiden Seiten blau mit Silber belegt. Die
Schild Halter sind zwei silberne, an Kopf,
Hals und Brust und an den Flügeln
blaue Greife mit ausgeschlagenen rothen Zu«. gen, die auf einer goldenen Arabeskenverzie-
rung aufrecht und einwärts gestellt sind.
^Narmann, Leopold (k. k. Unter,
l ieutenant, in S
ch l e s tv i g am
31. März 1864 seinen Wunden erlegen).
Der Sohn eines kleinen Beamten, trat
er, nachdem er erfolgreiche Studien zu»
rückgelegt, im Alter von 21 Jahren als
Gemeiner in das Infanterie-Regiment
Leopold König der Belgier Nr. 27. Den
italienischen Feldzug 1859 machte B.
als Feldwebel mit, nahm Theil an den
Gefechten am Po, am 3. Mai, an der
Sesia, am 16. Mai, und zeichnete sich in
der Schlacht bei Magenta so aus, daß
er für die an diesem Tage bewiesene
Tapferkeit mit der silbernen Medaille
decorirt und zum Lieutenant im Regi»
mente befördert wurde. In der Schlacht
bei Solferino wurde B. verwundet. Im
Jahre 1864 marschirte B. mit dem Regi-
mente in den Kampf nach Schleswig«
Holstein und that sich bei Oeversee so
hervor, daß er für die dabei bewiesene
Bravour mit dem Militär-Verdienstkreuze
ausgezeichnet wurde. Aber er erlag auch
den im Kampfe um deutsches Land em>
pfangenen Wunden.
Der Kamerad (Wiener.militärisches Blatt,
4°.) Jahrg. 1864, Nr. 23 u. 29, S. 223.
^ VllUMglU'tell, Wilhelm (k. k. Major ,
geb. zu Wilhelms bürg iu Niederö'ster-
reich im Jahre 1813, gest. den Heldentod
bei Sol fer ino 24. Juni 1839). Der
Sohn eines kais. Officiers, erhielt er
seine militärische Ausbildung in der Wie-
ner»Neuftädter Akademie und trat im
October 1833 als Fähnrich in das
32. Infanterie-Regiment. Aus demselben
kam er nach sechzehn Jahren als Haupt«
mann zu Haugwih Infanterie und wurde
bald darauf in den Gencralftab einge»
theilt. Nun wurde er in verschiedenen
Bureaux, bei der Mappirung und Lan«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon