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ZeMka 402 Zydöka
sich der Muse zu und dichtete ein Drama:
5F>ame?'§scr «Ha Hime?ze") schrieb Saty<
ren voll Witz und Schärfe, eine Folge
orientalischer Novellen und Apologhen,
welche ihm manche Unannehmlichkeiten
bereiteten. Gin zweites Drama, „
sHno«, theilte das 3ooS der
äa KilQiQi") nämlich: gedichtet, aber
unbeachtet geblieben zu sein. Außerdem
arbeitete er an einem größeren epischen
Gedichte, welches jedoch Fragment ge«
blieben, ein kleineres hingegen unter
dem Titel „M^in'Ha« hatte er voll-
endet. Mehrere von ihm bekannt ge»
wordene Canzonen athmen Leopard i's
melancholische Stimmung. I n seinen
prosaischen Aufsätzen verrath er kri>
tischen Scharfblick. Seit Jahren sam-
melte er in Bibliotheken Materialien
zu einer größeren geschichtlichen Arbeit
über sein Heimatland und von einer
Geschichte der Patriarchen Aquileja's
waren mehrere Bücher bereits vollendet.
Aber von allen seinen poetischen und
historischen Schriften hat
sich nach seinem
Tode nichts vorgefunden; daß er sie
vernichtet, ist, da er ganz unerwartet ein
Opfer der damals in Istrien herrschenden
Cholera geworden, nicht wohl anzuneh»
men. Wer sich aber seines literarischen
Nachlasses bemächtigt und denselben ver«
borgen hält, ist auch nicht bekannt.
H.1M2.N3.0 0 0 iLtri2.no 1864 (O2.I>0 65^12.1
6wL6i>xo ^onüsili, kl. 8".) x. 128.
"Vezdeka, Franz (theologischer
Schriftsteller,' geb. zu BkeLnic
im Piseker Kreise Böhmens 7. April
1798, gest. zuPrag 4. November 1864).
Widmete sich dem Studium der Theolo»
gie, erhielt nach Beendigung desselben im
Jahre 1823 die Priesterweihe und trat
dann als Caplan zu Zlonitz in die Seel«
sorge. Kränklichkeit hinderte ihn jedoch
an der vollständigen Erfüllung der Seel- sorgerpstichten; so trat er denn im Jahre
1828 in den Dienst bei der k. k. Univer-
sitats-Bibliothek in Prag. Hier beschäf.
tigte er sich vornehmlich mit der alten
öechischen Literatur und war auch litera»
risch thätig. So gab er denn heraus:
") d. i. Die
Grundsätze der Weisheit und Klugheit
oder die Anleitung des täglichen Lebens
u. s. w. (Prag 1844). Bezdoka veran-
staltete die Herausgabe dieses Werkes,
dem 8 6.fai'ik selbst ein Vorwort vor«
ausschickte, nach vier alten öechischen
Handschriften und seine Ausgabe ist seit
der ersten, 1329 erschienenen, die fünfte.
Iungmann in seiner Geschichte der
sechischen Literatur zählt (S. 143) alle
auf. Darauf begann er die Vorarbeiten
zur Herausgabe einer öechischen Bibel,
wozu er die besten älteren Uebersetzungen
benutzte, die auch unter dem Titel: „Fz'ö^'
^", d. i. Die
heilige Schrift des alten und neuen Testa«
mentes, nach den besten alten Hand-
schriften (Prag 1860 u. f., 3er. 8".)
erschien. Die letzte Seite des letzten
Bogens dieser Bibelübersetzung wurde in
der Kober'schen Druckerei zu derselben
Stunde gedruckt, in welcher B. seinen
Geist aufgab, so erzählt der H'äroä.
B., der bis an sein Lebensende im
Bibliotheksdienste thätig gewesen, war
66 Jahre alt, als er starb. Die königlich
böhmische Gesellschaft der Wissenschaften
hatte ihn zu ' ihrem außerordentlichen
Mitgliede ernannt. Die von der Prager
Zeitung (1864, Nr. 262) mitgetheilte
Nachricht, B. habe seine ziemlich umfang«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon