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Ionch
O österreichischen Morgenblattes.
Als bei dem Mangel an Originalarbeiten
in den Dreißiger- und Vierziger-Iahren
die überhandnehmende Leselust des Publi<
cums befriedigt werden sollte und nun
eine Fluth von Uebersetzungen den deut.
schen Büchermarkt und die Spalten der
Journale überschwemmte, erscheint auch
B. im Heere der Uebersetzer und brachte
seine Gaben aus dem Spanischen, Italic
Nischen und Französischen dar. I n der
nachmärzlichen Periode drangen sich
seinem beobachtenden Blicke mannigfache
Erscheinungen auf, die sich
ihm wohl als
Vorbereitungen nicht unwesentlicher Re-
formen im socialen Leben darstellten, und
bei den reichen Erfahrungen seines amt-
lichen Dienstes glaubte er sich berufen,
auch sein Wort mitzureden, und so erschie-
nen denn anonym mehrere Schriften von
ihm, in denen er volksthümliche Fragen
behandelt, wie z.B.: „NasNimStlilltenmIm";
— „Nie CrsiclMg drr Kinder"; — „Na5 Pra-
lrtarint und ber Panjmismns"; — „Nie VlllKs-
Lchnllehrer" u. dgl. m. Einerseits die Zeit«
Verhältnisse, andererseits der Umstand,
daß B. selbst mehr die Menge als das
Wie bei seiner geistigen Thätigkeit im
Auge zu behalten schien, mochte wohl
Ursache sein, daß er ohne irgend eine Be«
deutung und in Schriftstellerkreisen ge-
radezu unbekannt geblieben.
Oesterreichischer Volks» und Wirth«
schafts-Kalender für das Jahr 1366
(Wien, gr. 8«.) S. 33.
"'Noxich, Constantin (theologischer
Schriftsteller, geb. zu Pasmanö
in Dalmatien zu Ende des 18. Iahrhun-
derts, gest. zu Zara 9. April 4361).
Trar in jungen Jahren in das Minoriten»
kloster zu Pasmano, kam dann in jenes
zu Zara und vollendete als Mönch die
philosophischen und theologischen Stu>
dien. Darauf wurde er im Hinblick auf Donch
seine höhere Befähigung von den Ordens«
obern zur weiteren Ausbildung nach Pe«
rugia und Rom geschickt, von wo er nach
mehrjährigem Aufenthalte in sein Vater-
land zurückkehrte und im Kloster seines
Ordens zu Zara mit einem Lehramte be-
traut wurde, dem er über zwanzig Jahre
ehrenvoll vorstand. I n der Zwischenzeit
bekleidete er dreimal das Amt eines
Ordens-Provincials, als der er
sich um
die Hebung seines Klosters manche Ver-
dienfte erwarb, welche mit einem Allerh.
Handschreiben ääo. Schönbrunn 13. Sep'
tember 1834 durch eine öffentliche An«
erkennung ausgezeichnet wurden. Da er
ein tüchtiger Kanzelredner war, trat er
häufig in allen Städten Dalmatiens und
der Quarnerischen Inseln als solcher auf.
Von seinen Schriften sind im Drucke er«
schienen:
1849)
Hl".
1842)
(ebd.
1843); —
/a?^ ^ o v 2' e
(ebd. 1846); —
(ebd. 1833); —
(ebd. 1836); —
(ebd. 1836).
Eine Auswahl seiner Kanzel- und ge«
legenheitlichen Festreden fand sich druck-
fertig in seinem Nachlasse vor. B. war
eine in seiner Heimat vielfach gefeierte
Größe, und bei vielen Gelegenheiten
wurden ihm in gebundener und un-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon