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Zrahms 407 Zurger
6, 7), Variationen über ein Thema von
Schumann (Ox. 9), eine Serenade
für ein großes, eine zweite in ^.-änr
für ein kleines Orchester (0p. 18), ein
Streichsertett in V-äur, 23 Variationen
über ein Thema von H änd elu. dgl. m.
Als Komponist nimmt B., so jung er ist,
eine hohe Stufe ein ^man vergleiche das
Nähere in den Quellens.
Das Vater land (Wiener polit. Parteiblatt)
l364, Nr. 23: „Johannes Brahms und die
Wiener Sing-Akademie". Von Ludwig von
Ulm. — Deutsche Musik 'Ze i tung.
Redigirt von Selmar Bagge (Wien, 4<>.)
I. Jahrgang (1860), Nr. 34: „Johannes
Brahms" snach dieser geb. 7. Mai 1834). —
Die Presse (Wiener polit. Blatt) 1862,
Nr. 331; 1863, Nr. 8 u. 69. — Wiener«
Zeitung 1863, Nr. 6 des Abendblattes,
S. 23. — Uniuersal 'Lexikon der Ton-
kunst. Angefangen von Dr. Julius Schla»
debach, fortgesetzt von Eduard Berns-
dorf (Dresden 1837, Rob. Schäfer, gr. 8°.)
Nachtrag S. 85 ^nach diesem ist B. am
?. März 1833 geboren). — Zu Ichannes
Prahms' künstlerischer Charakteristik. Ed.
Hanslick schreibt über Brahms den Com<
positeur: „Er hat sich durch seine bisher
erschienenen Compositionen als eine selbst»
ständige, eigenthümliche Individualität, als
eine fein organisirte echt musikalische Natur,
als eiln'n mit unermüdlichem bewußtem
Streben der Meisterschaft cntgegenreifenden
Künstler documentirt... I n Form und Cha«
rakter seiner Musik mahnt er zunächst an
Schumann. Allerdings mehr im Sinne
einer inneren Verwandtschaft, als formeller
Nachbildung . . . Mit Schumann theilt
Brahms' Musik vor Allem die Keuschheit,
den inneren Adel. Nichts von Gefallsucht
oder bespiegelnder Affectation, alles redlich
und wahr. Mit Schumann theilt sie aber
auch die bis zum Eigensinn souveräne Sub»
jectivität, das Grübeln, die Abkehr von der
Außenwelt, daS Insichhineinhorchen. An Fülle
und Schönheit der melodischen Erfindung
von Schu m ann hoch überragt, erreicht ihn
Brahms häufig im Reichthum rein sigura»
lischer Gestaltung. Hier liegt B rahms '
größte Stärke; nur die geistvolle Modernisi»
rung des Canons, die Fuge hat er von
Schumann. Die gemeinschaftliche Quelle, an der Beide schöpften, ist Sebastian Bach.
Ueber Brahms ' C lav i erspie l aber
schreibt Hanslick: „Dasselbe steht in engem
Zusammenhange und schönstem Verhältnisse
zu seiner künstlerischen Individualität über»
Haupt. Er will nur dem Geiste der Com<
Position dienen und vermeidet beinahe schüch-
tern jeden Schein selbstständigen Prunkes.
Sein Anschlag ist von zauberischer Weichheit,
wenngleich nicht immer von ausreichender
Kraft. Brahms verfügt über eine Hochaus'
gebildete Technik, welcher nur der letzte glän»
zende Schliff, das letzte energische Selbst,
gefühl mangelt, um Virtuosität zu heißen . . .
Es mag B. immerhin als ein Lob erscheinen,
daß er mehr wie ein Componist als wie ein
Virtuose spielt, aber ganz unbedenklich ist
dieß Lob denn doch nicht. Geleitet von dem
Bestreben, nur die Composition für sich selbst
sprechen zu lassen, verabsäumt Brahms —
namentlich beim Vortrage seiner eigenen Stücke
— manches, was der Spieler für den Compo<
nisten zu thun verpflichtet ist. Sein Spiel gleicht
der herben edlen Cordel ia, die ihr bestes
Gefühl lieber verschweigt, als den Leuten
preisgibt. Gewaltsames, Verzerrtes ist deß»
halb rein unmöglich in B.'s Spiel, dessen
sinnige Weichheit sich vielmehr nicht einmal
gern entschließt, den ganzen vollen Ton aus
dem Clauier zu ziehen. Ebenso wenig als
diese kleinen Schwächen an dem Concertspieler
wollen wir verschweigen, wie gänzlich macht-
los sie uns gegen die unwiderstehlichen seeli»
schen Reize dieses Spiels erscheinen." Wie
ganz anders klingt dieses Urtheil eines dazu
Berechtigten, wie es doch Hanslick ist, gegen
den befangenen Ausspruch im Nachtrage deS
„Universal'Lerikons der Tonkunst", worin ein
Herr Z. bemerkt, daß er sich — im Hinblick
auf Brahms' bisherige Compositionen —
noch nicht zu dem Glauben an sein von
Rob. Schumann verkündetes Messiasthum
bekehren könne. — Wer kümmert sich denn
darum, ob er sich dazu bekehrt?
5 Bugllt, Paul
ss.d. Bd. II , S. )
gestorben zu P efth Anfangs Juli 1863.
Fremden.Blatt (Wien, 4») 1863, Nr. 190.
^Vurger, Friedrich Moriz Freiherr
von (Staatsmann, geb. zu Kla»
genfurt in Kärnthen um das Jahr
1815). Ein Sohn des berühmten Agro«
nomen Johann Burger >^s. d. Bd.II,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon