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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 411 -
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Zurkhardt 41 t Kurkhardt Erdmagnetismus zu erhalten. Ueber Vor schlag des Directors derselben, Kr eil ^Bd.XIIIi S.179^, wurde B. zumAssistm. ten an der Centralanstalt ernannt. I n dieser Stellung wurde er sofort mit der Beobachtung und Herausgabe der Ueber» sichten der Witterung von nahe an 100 Beobachtungsftationen mund außerhalb Oesterreichs betraut. Sie erschienen mo> natlich unter seinem Namen im Drucke. Ungeachtet er nur den kleinen Gehalt von 300 fl. besaß, ließ B. doch sogleich seine alte Mutter nach Wien kommen, die bis. her in den dürftigsten Verhältnissen in Salzburg gelebt hatte. Um seinen und der damals nahezu 70jährigen Mutter Lebensunterhalt bestreiten zu können, mußte B. Nebenarbeiten suchen. Er erhielt auch einen Antrag, für das Jour- nal „Die Donau" populäre Berichte über die Erscheinungen der Natur zu schreiben, welche in den gebildeten Kreisen bald Aufmerksamkeit erregten. Bis zum 13. November 1836 setzte er seine Be> richte für die „Donau" fort, von da ab schrieb er dieselben für die „Presse". Aber in dm Jahren 1853 bis 1836 hatte B. sechs bis neun Monate des Jahres hindurch Beobachtungen wah- rend der Nacht angestellt, war oft um ein Uhr Nachts aufgestanden und hatte dann eine Stunde und auch länger beobachtet. I n Folge dieser Nachtwachen in jedem Wetter war er zu Anfang des Jahres 1857 schwer erkrankt und mußte seine Arbeiten einstellen. Durch einen mehrmonatlichen Landaufenthalt in dem Orte Mauer bei Wien hoffte er Ge- nesung zu finden, aber seine Begeisterung für das Studium der Natur ließ ihn nicht zur nöthigen Ruhe kommen und die ihm zu Gebote stehenden materiellen Mittel machten es ihm nicht möglich, dem geistig aufgeriebenen Körper zur Her- stellung des Gleichgewichtes die nöthige Bequemlichkeit und sonst das nöthige Aequivalent für die erschöpften Kräfte zu verschaffen. So nahm das Uebel immer mehr zu; in den ersten Tagen des August 1859 erkrankte er so bedenklich, daß er nur noch durch einen Wechsel des Klima's Genesung hoffen konnte. Zu einer ärztlich angeordneten Reise nach Kairo schafften Freunde die erforderlichen Mittel. Aber auf der Seereise verschlim« merte sich das Uebel so sehr, daß er in Corft einem zurückkehrenden Schiffe übergeben werden mußte, das ihn nach Venedig brachte, wo er bis gegen Ende December 1839 blieb. Am 28. December kehrte er nach Wien zurück, aber nur mehr wenige Wochen waren ihm ge« gönnt. So lange sein Geist denken, sein Auge sehen konnte, beobachtete er. Den letzten Blick nach der dünnen Quecksilber« jaule gerichtet, entschlief er, ein Opfer seines wissenschaftlichen Eifers, erst 34 Jahre alt, eine 76jährige Mutter zu. rücklaffend, deren einzige Stütze er gewe» sen. „Burkhardt. schreibt Uhl im Nach- rufe, den er dem Andenken seines zu früh Hingeschiedenen Freundes gewidmet, war kein Name, der dießseits und jenseits des Oceans bekannt war, keiner jener epoche» machenden Naturforscher, die der Stolz der Welt sind, und doch hat es wohl wenig Gelehrte gegeben, welche treuer im Dienste der Natur ausgeharrt, emsiger und anhaltender in der Erforschung derselben ihr Leben zugebracht haben. B. opferte im Dienste der Natur Alles, sogar sein Leben, denn man kann sagen, die Natur, die er so sehr geliebt, hat ihn gerödtet. Er war keiner jener begünstig» ten Männer, an deren Wiege die Genien des Talentes und des Glückes die Pa- thenstelle übernehmen, die dem Jünglinge die Wege ebnen und, ihn von äußerer
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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