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Sorge befreiend, bewirken, daß er unge-
hemmt und ungebeugt seinem Ziele eni>
gegengehen, dereinst als Mann und
Greis der Stolz der Wissenschaft, der
Ruhm des Vaterlandes werden kann.
Im Gegentheil, das leider so kurze Leben
B.'s war eine dornenvolle Laufbahn,
ein Weg voll Mühsal und Entbehrung,
Noth und Kampf; er fand fast nur
Hindernisse auf seinem Pfade. Daß er
aber ausharrte im Dienste der Wissen-
schaft, ein echter Held des Geistes trotz aller Drangsal; daß er dem Dienste der
Natur, die ihm wohl Kränze um das
Haupt wand, aber ihn sehr kümmerlich
nährte, treu blieb: das machte den
Mann nicht nur doppelt achtungswerth,
das machte ihn auch zum Vorbild und
zum Tugendbeispiel in einer Zeit, die
selten mehr solcher Aufopferung fähig ist."
Presse (Wiener polit. Journal) 1860, Nr. 60
(29. Februar): „Nachruf Burkhardt's", von
Friedrich Nhl. — Salzburger Zei tung
1860. Nr. 56 u. 37: „Anton Ulrich Burk.
hardt".
*Cllffi. Franz Wusikgelehrter.
geb. zu Venedig um das Jahr 1786).
Wählte die gelehrte Laufbahn, beendete
an der Hochschule zu Padua die juri<
dischen Studien und trat dann im Justiz»
fache in den Staatsdienst. I n demselben
erlangte er stufenweise im Jahre 1827
die Stelle eines Rathes am Appellations«
gerichtshofe zu Mailand. Nachdem er
ausgedient, trat er in den Ruhestand
über, zog sich in seine Vaterstadt Venedig
zurück und lebte dort ausschließlich seinen
mufikgeschichtlichen Arbeiten, denen er seii
Jahren bereits die Muße, welche ihm
sein amtlicher Beruf ließ, gewidmet hatte.
Vornehmlich war es die Geschichte des
Orchesters der ehemaligen Dogencapelle
zu St. Marcus in Venedig, über welche
er seit Jahren Materialien sammelte und
als Ergebniß von deren Studien seine
^797", 2 Bde. (Venedig
1834 und 1833, 8°., mit mehreren Bild-
Nissen) zu betrachten ist. Es ist dieß ein
für die Geschichte der Kirchenmusik in Ita»'
lien überhaupt und in Venedig insbeson-
dere höchst schätzbares Werk. Außerdem veröffentlichte C. noch mehrere kleinere
Monographien über F u r l a n e t t o ,
Zar l ino und Andere, welche jedoch
nur als Vorläufer seiner eben erwähnten
größeren Arbeit anzusehen und, wenn
Herausgeber dieses Lexikons nicht irrt,
in derselben enthalten, oder doch der»
arbeitet sind.
Uniuersal« Lexikon der Tonkunst. Angefan«
gen von vi-. Julius Schladebach, fortgesetzt
von Eduard Bernsdorf (Dresden, N. Schä-
fer, gr. 8«.) Nachtrag S. 96.
"Clttlljiiuti, Anton (Tondichter,
geb. zu Udine zu Anfang dieses Jahr«
Hunderts). Nachdem er in seiner Vater-
stadt die unteren Schulen besucht, begab
er sich nach Padua, wo er an der dor°
tigen Hochschule die schönen Wissenschaf-
ten und die Rechte studirte, da er Willens
war, sich dem Advocatenstande zu wid-
men. Aber bei seiner leidenschaftlichen
Liebe zur Tonkunst und da sein Talent
von mehreren Seiten verdiente Wür«
digung fand, gab er die gelehrte Lauf-
bahn auf und setzte unter dem berühmten
Antonio Calegari zu Padua, der
durch fein 1802 erschienenes Werk „I/art
6.6 com^oäsr 1a MULi<iU6") wie durch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon