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Ehocholousek 41?
welcke spater in verschiedene Sammlungen
seiner Erzählungen aufgenommen worden
sind. So arbeitete Ch. bis zum Jahre
1848 fast ausschließlich für daS Blatt
„L>st^"; der politische Umschwung aber,
der im genannten Jahre Statt hatte,
verwandelte auch Ch. aus einem Harm«
losen Erzähler in einen slavische Ten-
denzen vertretenden Publizisten und er
wurde Hauptmitarbeiter des „?r3Z3kF
V6esrni I.i3t") d. i. Abendblatt. Auch
wurde Ch. nach den Prager Psingst-
ereigriissen Mitglied der durch Namen
und Haltung in unheimlichem Andenken
stehenden Swornoft, und in Folge dessen
in der Prager Burg in sechswöchentlicher
Haft gehalten. Nach seiner Entlassung
trat er als Hauptmitarbeiter in,die Re>
daction der im Meda u'schen Verlage
herausgegebenen „Konstitutionellen all»
gemeinen Zeitung", welchem deutschen
Blatte er sofort eine slavische Tendenz
gab. Als KnedlhanS.I ib l insky
^s. d. Bd. X I I , S. 141) zum Militär
afsentirt wurde, übernahm Ch. die Re«
daction des „?rH23^ Veoorni läst"
und führte dieselbe bis zu Anbeginn des
Jahres 1834, in welchem daS Blatt zu
erscheinen aufhörte. Im nämlichen Jahre
wurde er aber wieder verhaftet, in
Untersuchung gezogen und erst nach drei
Monaten freigelassen. War es Ueber«
druß am politischen Treiben, aus dem
sich ihm doch kein genügendes Ergebniß
herausstellte, oder ein innerer Drang, zu
den poetischen Arbeiten aus , früherer
Zeit zurückzukehren, kurz: Ch< wendete
sich im Jahre 1832 wieder seinen schön«
geistigen Arbeiten zu und blieb diesem
Fache bis zu seinem Ableben treu. I n
die Zeit von 1832 bis 4834 fallen nun
wieder mehrere Erzählungen und No»
vellen, die theils selbstständig, theils in
oechischen Unterhaltungsblättern, als im
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. XIV. ChocholouLek
>" und in dem zu Brunn heraus,
gegebenen Jahrbuche »Xoisäa« erschie-
nen sind. Im letztgenannten Jahre be.
gab er
sich
nach Galizien, auf das in der
Nähe von Rzeszow gelegene Gut seines
Bruders, an dem auch er einen kleinen
Antheil besaß. Nachdem er etwa ein
Jahr sich dort aufgehalten, wurde ihm
von der böhmischen Statthalterei be>
kannt gegeben, daß er daselbst internirt
sei. Die Ursache dieser Maßregel hat Ch.
niemals erfahren. Im Jahre 1839 bat
er um die Erlaubniß, nach Prag zurück«
zukehren; auf sein Gesuch wurde ihm
bald der Bescheid, daß ^r wohl nach
seinem Geburtsorte, aber nicht nach
Prag zurückkehren dürfe. Durch diese
Maßregel war ihm, der von der Schrift,
stellerei lebte, für deren Producte aber
nur die größeren Städte Absatzquellen
bieten, seine Existenz sehr erschwert, jedoch
die Geistlichkeit der Umgegend und der
BuchhändlerI.3. Kober ss.d.Bd.XH)
S. 173^, der sein Werk „ N " , d. i. der
Süden, in Verlag genommen und ihm
das Honorar in Voraus bezahlte, unter,
stützten ihn in seiner mißlichen Lage.
Endlich wurde ihm im Jahre 1861 die
Rückkehr nach Prag gestattet, wo er sich
nun ganz dem ZeiiungSwesen widmete
und zuletzt Mitarbeiter des „Was"
wurde. In den letzten zwei Jahren war
Ch. bereits sehr kränklich und mußte sich
zeitweilig zur Erholung nach seinem
Geburtsorte begeben. Während eines
solchen Landaufenthaltes bei seinem
Freunde, dem Pfarrer Fikar zu Nadsj.
kau, ereilte ihn im Alter von 47 Jahren
der Tod. Chocholousek's selbstständig
erschienene Schriften außer den erwähn»
ten sind in chronologischer
Folge (die mit
einem Stern (*) bezeichneten warm frü>
her in den „R>et^" abgedruckt): „Ks-
ö^an^ sPts^", d. i. Gesammelte Schrif«
..tt.Oct.i86S.) 27
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon