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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 419 -
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Seite - 419 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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419 Chybion in die meisten übrigen slavischen Spra> chen übertragen wurden und sich durch den glücklich getroffenen Localton aus zeichnen. HHroä, d. i. daö Volk (Prager uechisches Par teiblatt) 1864, Nr. 170, im Feuilleton. — Näroäni ^sovin^, d. i. Volks-Zeitunz (Prag) 1864, Nr. 182 u. 183.» Iiterarisch Erinnerung (im Feuilleton). — Illas, d. i die Stimme (Prager 6ech. Parteiblatt) 1864 Nr. 2l9: „Feicr am Grabe des Proc. Cho^ cholou«ek". — Prager Zeitung 1864 Nr. 158. in der Beilage. — Bohemia (Pra ger Blatt. 4".) 1864. Nr. 160. — Wiener Zeitung 1864, Nr. 16«, S. 83, und Nr. 197 — Blätter für Theater, Musik u. s. w Von Zellner (Wien. 4".) 1864, Nr. 26 Erscheint daselbst irrig als Hacholou z, Paul (blinder Rechen künstler, geb. zu Schwarzwasser im Teschener Kreise inOesterreichisch-Schlesien im Jahre 1827). Seine Eltern waren arme Taglöhner, nahmen das erst wenige Mo nate alte Kind öfter auf's Feld mit, auf dem sie um Taglohn arbeiteten, ließen es unvorsichtiger Weise unbedeckt in der Sonne liegen, so daß sich bei dem Kinde eine heftige Augenkrankheit entwickelte, welche mit gänzlicher Blindheit endete. Im Alter von sieben Jahren kam Ch. in ein Privat'Blinden'Institut nach Brunn, wo er unter mancherlei Entbehrungen doch einigen Unterricht, insbesondere in der Musik, erhielt. Mit seinen blinden Zöglingen unternahm dann der Director der Anstalt öfter Kunstreisen und die von der Blindencapelle gegebenen Concerte brachten ihm schöne Einnahmen und reichlichen Ersatz der für die Erziehung der Blinden, die er ja eben aus Specu» lation in sein Haus aufnahm, gemachten Auslagen. Später zog Ch. selbst mit mehreren seiner blinden Collegm musici- rend durch verschiedene deutsche Lander. Erst auf diesen Fahrten entwickelte sich sein wunderbares Rechnungstalent. Seine Collegen hatten ihn nämlich zum Casfier ihrer Einnahmen bestellt. Anfänglich legte er täglich, später aber monatlich aus dem Gedächtnisse die Rechnung über die sämmtlichen Geldangelegenheiten der Gesellschaft, durch welchen Umstand sich seine Gedächtnißkraft in ungewöhnlicher Weise übte. Da stürzte er eines Tages von einer Brücke, lag an den Folgen dieses Sturzes lange darnieder und wurde zuletzt so schwach, daß er gar nicht mehr sein Instrument spielen konnte. I n dieser traurigen Lage gerieth er auf den Gedanken, sein Rechnungstalent zu verwerthen und gab in verschiedenen Städten Vorstellungen. Aber das Schick- sal hatte dem armen Rechenkünstler noch manche schwere Prüfung vorbehalten, so wurde im Jahre 4338 von einer aus einem zweiten Stockwerke herabfallenden Axt einer seiner Füße schwer verletzt, und als er wieder nach seinem Geburtsorte Schwarzwaffer zurückgekehrt war, wäre er beinahe in den Flammen umgekom» mm, welche den klemm Ort in Asche legten, und später wieder fuhr ihm ein Wagen über den Fuß, aber auch diese Verletzung hatte er überstanden. Nun zieht er ohne Führer in der Welt umher und gibt, wo er Halt macht, Pro- ben seines außerordentlichen Rechentalen- tes. Er addirt z. B. zwei Zahlen von je 27 Ziffern im Kopfe rasch zusammen, auch gelingt ihm dasselbe mit 2 Zahlen von je 69 Ziffern. Aehnliche Aufgaben löst er mit den drei übrigen Species. Aus Zahlen von 14 Ziffern zieht er mit Leichtigkeit die Kubikwurzel und löst überdieß im Kopfe die schwierigsten kubi- schen Gleichungen. Mährischer Correspondent (Brünner po. litisches Blatt) 1863, Nr. 235: „Ein blinder Rechenkünstler". 2 7 *
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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