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^ auf vier Stimmen" außer«
dem mehrere Vesperpfalmen. Hymnen.
Magnificat, Antiphonen und andere
Musikstücke. D. stand mit den ausgezeich-
netsten Tonkünstlern seiner Zeit, mit Karl
Badia, Franz Cont i , Graun,
Benda, Quanz u. A. im Verkehr und
war mit dem berühmten Franz Tuma
innig befreundet.
Wiener allgemeine Musik-Zei tung,
heraus«, von August Schmidt, III.Jahrg.
(1843), Nr. 12: „Beiträge zur Tonkünstler»
Geschichte Oesterreichs". Von Alois Fu ch s.
*Dont. Jacob (Ton setz er und
Vio l in -V i r tuos , geb. zu Wien
2. März 1813). Der Vater, erster Cel-
list im Orchester deS k. k. Hof.Opern-
theaters (gest. 14. December 1833), er-
theilte seinem Sohne frühzeitig den ersten
Unterricht im Violmspiele. Erst eilf Jahre
alt. wurde er 1826 im Konservatorium
der Muslk aufgenommen und kam in die
Violinclaffe des Professors Bö hm
sBd. I I , S. 20^. in der er im ersten
Jahre schon den ersten Preis, die soge-
nannte Künstlermedaille, erhielt. Seine
ungewöhnliche Technik, namentlich seine
seltene Gewandtheit im k'riins. vista»
Spiele verhalf ihm schon im Jahre 1831,
da er erst 16 Jahre zählte, zu einem
Posten als Violinist im k. k. Hofburg'
Theater-Orchester, welchem im Jahre 1834
jener in der k. k. Hofcapelle folgte, in
welchen beiden Anstellungen er im Con»
curfe über seine Mitbewerber den Sieg
errang. Von 1830 bis 1863 versah er
auch alljährlich mehrereMonate hindurch
als Stellvertreter den immer für längere
Zeit beurlaubten Kammervirtuosen I .
Mayseder, worüber ihm auch in beson»
derem Hinblick auf seine Solovorträge.
von Seite des Obersthofmeisteramtes im
December 1863 durch ein besonderes
Decret die ehrenvollste Anerkennung, sowohl bezüglich seines Diensteifers, wie
seiner ausgezeichneten Leistungen wegen
bekannt gegeben wurde. Ueberdieß wurde
D. im Jahre 1333 zum Professor am
pädagogischen Institute und im Jahre
1836 zum Vicedirector des Hoftheater.
Orchesters ernannt. Als Componist ist
D. seit mehr als zwanzig Jahren nament«
lich in pädagogischer Richtung erfolgreich
thätig und hat durch manche gediegene
Arbeit dem vielseitig beklagten Mangel
an guten und zweckmäßigen Uebungen
für die ersteren und mittleren Stadien
des Viollnstudiums abgeholfen. Von
seinen Arbeiten nach der bezeichneten
Richtung find insbesondere anzuführen:
„Leichte Uebungen tn'r 2 Nulinen in allen
Tonarten". 32 Nummern in 4 Heften,
0p. 17 (Wien, Spina); — „reichte
Nnettinen für 2 Violinen", 2 Hefte. 0p. 26
(Wien. Witzendorf)') — „Ltuäoz und^ xrieez
jnr Fortsetzung technischer Studien nach Kren-
tjer und Aade", 24 Nummern in 3 Heften,
0p. 33 (ebd.); — „24 Vorübungen p
Krentzer'ü und Allde's Otllden tnr Violine"
(ebd.); — „20 fortschreitende Äsungen tär
2 Violinen", 2 Hefte, 0p . 38 (ebd.); —
„Conleitlr nnd Intervallen nl5 ente Finger-
nnd Nllgennbnngeii", 0p. 39 (ebd.); —
„Z l^aMez <lo Koncert. Mit Begleitung des
Piano". 0p. 40 (ebd.). Außer diesen, vor-
nehmlich dic Technik und den Unterricht
im Violinspiele fördernden Werken com«
ponirte D. Lieder mit Pianobegleiiung,
deren einzelne bei W i t z e n d o r f .
Spina. Büsing und Wessely er«
schienen sind; ferner Männer-Singquar«
retten und Chöre, Rondo's, Variationen,
Concertstücke für die Violine mit Be-
gleitung des Piano, Quartetten für vier
Violinen u. dgl. m., welche von verschie-
denen Musikverlegern gedruckt wurden.
Vieles hat D. im Manuscripte liegen,
darunter zwei große Ouvertüren zu Uriel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon