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Zuchnovic 430 Duchnovic
Acosta und Sampiero, mehrere Entro-
ste. Doppel. Variationen für Flöte
und Clarmette, einen Iubelfestmarsch,
mehrere Lieder mit Pianobegleitung,
Singquartetten und Chöre für Männer
stimmen, Violinduetten u.dgl. m. Zur
Zeit ist er mit der Vollendung eines
größeren Unterrichtswerkes, nämlich einer
praktischen Anleitung zum Violinspiele,
beschäftigt Dont'S Arbeiten werden
von Fachmännern sehr gerühmt. Alt
meister Spohr in einem Briefe ääo.
24. Juli 1830 schreibt von Dont's Vio
lin-Etuden, „daß
sie
sich den besten ihrer
Art anreihen, in Bezug auf die Fortfüh
rung technischer Ausbildung sich aber vor
Allem durch Erfindung und gute Form
auszeichnen".
N eue B er linerMusik< Zeitung. III . Jahr-
gang (!8ii)), Nr. 43, S.353. — Schuberth
(Julius). Kleines musikalisches Conversations«
Lexikon u.s. w. (Leipzig und New-York 1365,
80.) Sechste Auflage. S. 85.
Alerander Vasiljevic
(ruffinischer P o e t, geb. zu T o p o l a im
Zempliner Eomitate Ungarns 24. April
1803, gest. zu Eperies 29. März
4865). Entstammt einer ruffischen Fa-
milie aus Moskau, welche nicht Duch-
novi<5, sondern (^erkajskij hieß,
unter welchem Namen noch eine fürstliche
Familie in Rußland vorkommt. Der
Urgroßvater unseres Poeten war Capi»
tan im Strelitzenaufstande gewesen und
hatte sich nach dessen Unterdrückung aus
Furcht vor strenger Strafe durch Polen
nach Ungarn geflüchtet, wo er den Na«
men Duchnoviä angenommen und sich
in Topola niedergelassen hatte. Daselbst
erhielt er den Dienst eines Kirchensängers.
Spater weihte ihn der Bischof von
Mukacev zum Priester und setzte ihn zum
Pfarrer von Topola ein. Seine Nach«
kommen folgten ihm in diesem Kirchen» amte. bis zu dem Vater Alexander's, der
nach Stasoin übersiedelte. Alexander,
sein Sohn, studirre in Ungarn, beendete
im Jahre 4823 zu Kaschau die Philo-
sophie und im Jahre 1827 zu Unghvar
die theologischen Studien. Nach deren
Beendigung nahm ihn Bischof Tarko-
vicin die Eparchialkanzlei, die er aber,
da er des Bischofs wunderliche Launen
nicht länger ertragen mochte, schon nach
zwei Jahren wieder verließ und Haus-
lehrer bei dem Unghviner Comitatsvor«
steher wurde. Einer Aufforderung des
Bischofs zur Rückkehr leistete er Folge.
Nun wurde er im Jahre 1834 Pfarrer
zu Bslove^a, und als B. Popovic, mit
dem er längere Zeit bei Tarkovic
zusammen gedient, Bischof von Munkacs
wurde, ernannte er ihn zum Consistorial-
Notar. Auch wurde D. Domherr des
Eperieser Capitels und bekleidete diese
Würde bis zu seinem Tode. Die Muße
seines Seelsorgerberufes widmete D.
literarischen Arbeiten, sammelte Volks-
lieder, studirte das Kirchenslavische und
so weit es möglich war die russische
Literatur. An der Aufklärung seines Volks-
stammes in Ungarn hatte D. mächtigen
Antheil, er verfaßte zu diesem Zwecke volks»
thumliche Elementarbücher und rief den
Verein des h. Johannes des Täufers in's
Leben, der sich die Aufgabe gestellt, arme
aber fleißige Gymnäfialschüler zu unter»
stützen. Auch sonst war D. als Schrift-
steller thätig, leider war es mir nicht
möglich, die bibliographischen Titel seiner
Werke zu erfahren. Außer einem päda-
gogischen Werke, in welchem er seine
Ansichten über Erziehung und Unterricht
der Kinder in der Schule niederlegte,
schrieb er noch eine ruffische Grammatik,
n welcher er die wichtigsten Formen der
ruffischen Literatursprache zusammenstellte
und die für die Schriftsteller seiner
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon