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Ehrlich 436 Ehrlich
als ratillllllle Gntlllngie" (Wien 4841. Beck,!
«^ 8<>.); — ^ehre mn der Bestimmung des
Menschen als rationelle Theologie. I. Analizti-
bcher Theil" (Wien 1842. Beck, gr. 8<>.);
— ^11. synthetischer Gheil. PAichtenlehre. Ou-
yindlehre. Glücknligkeitslehre. Zlnhnng" (ebd.
4343, gr. 8^.); —„Nus Ohristenthnm und
i>ie Seligillnen des Morgenlandes. Gine Kerze
im den OMbllnm" (ebd. 4843, gr. 42".),
worin er nachzuweisen sucht, daß das
christliche Princip der Gesellschaft keiner
neuen Grundlage, sondern nur der gründ-
lichen Kenntniß und Entwickelung der
durch das Christenthum gegebenen, auf
welcher der ganze sociale Bau der Ge-
genwart ruht, bedürfe; — „Nie neuesten
Vllrichläge zur Aeturm der philosophischen Gthik
und empirischen Psychologie, in vier Aphorismen
besprachen" (Bonn 4847, Marcus, gr.8".);
— „Allndglassen zn Inl. Frabel's Zizstem der
Lorialeu Palitik", 2 Hefte (Krems 4849
und 4839, gr. 8".), aus welchem angeb-
lich rein humanen Systeme Ehrlich
prophetisch eine Blutsaat aufgehen sieht
und das sein Urheber nun selbst verläug«
net; —- „(Vrnndziige der AeligillilSVissenschlllt"
(ebd. 1850, Meyer, gr. 8«.); — „MW
das christliche Princip drr Gesellschaft. Vierzehn
Vorlesungen" (Prag 4836. gr. 8".). Alle
diese Arbeiten gingen neben manchen
anderen hervor, zu deren Abfassung ihn
seine amtliche Aufgabe veranlaßte. Als
Professor in Krems hatte er nämlich,
nebst einem in Salzburg anonym erschie»
nenen Lehlbuch über Logik und Phycho»
logie, noch ein philosophisches Handbuch,
dessen Titel ich nicht auffinden gekonnt,
geschrieben. Als er nach Aufhebung
der philosophischen Lehrkanzel in Krems,
dem Rufe als Professor der Aoral zuerst
(1830) nach Gratz und bald darauf nach
Prag gefolgt, hier aber wieder bald zu
einem Wechsel der Lehrkanzel bewogen und
gleichzeitig in der philosophischen Facul» tät mit den Vorträgen über Religions«
Wissenschaft, in der theologischen aber mit
jenen über Fundamental'Theologie be<
traut worden war, hielt er an diesen
beiden Universitäten zahlreich besuchte
außerordentliche Vorlesungen, aus denen
mehrere der oben genannten Schriften
entstanden. Diese Arbeiten haben in der
gelehrten Welt Aufsehen erregt, ihrem
Verfasser das Ehrendiplom eines Doctors
der Theologie von der Universität in
Tübingen, die große goldene Medaille
für Kunst und Wissenschaft, und die Be-
rufung in den österreichischen Unterrichts»
rath eingetragen. Von Jugend auf
schwächlich, konnte er sich nie an die
Stadtluft gewöhnen und sehnte sich in
Gratz wie in Prag nach der idyllischen
Ruhe seines armen Collegiums in Krems
zurück, wohin er nach einer brieflichen
Aeußerung aus dem Jahre 4830 „in
strenger Winterszeit zu Fuß pilgern wollte,
fände er dort einen angemessenen Wir»
kungskreis, so sehr liebe er diese Stadt,
deren Bewohner und Umgebung". Die
Anstrengung aber, mit der er sich auf die
Vorlesungen über Fundamental »Theo«
logie vorbereitete, zog ihm eine höchst
gefährliche Gehirnentzündung zu, von
der er zur Freude seiner vielen Freunde
wieder genas. Sein älterer Freund, der
Philosoph Dr. Günther ^ d. Bd. VI,
S. 10, und Bd. XI , S. 423^. der über-
dieß nie gewillt war, mit Ehrlich über
obwaltende Meinungsdifferenzen zu rech.
ten. freute sich innig auf das Wieder»
sehen „des von einem großen Schmer«
zenslager Erstandenen, der sich nach
Claudius' Worten wie ein Unsterb«
licher anfühlen lasse, weil er", wie Gün«
ther erklärend beifügt, „von der Früh»
lingsluft einer besseren Welt bereits an»
geweht worden". Genesen, setzte T. seine
Arbeiten fleißig fort; und noch in den
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon