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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 437 -
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Seite - 437 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Ehrlich 437 Ehrlich Ferien deS I . 1864. welche er wie seit mehreren Jahren auf des ihm voll Liebe zugethanen Cardinals Schwarzenberg Besitzung Bre2an zubrachte, beschäftigte er sich lebhaft mit dem Entwürfe zu Vor» lesungen überReligionöphilosophie. Diese ewige Frische des Geistes täuschte Alle und verleitete die nächste Umgebung Ehrlich's zu der Meinung, er sei wem- ger krank als hypochondrisch. Allein die Körperkraft war aufgezehrt, und, erst 34 Jahre alt. starb er zu Prag, von Allen, die ihn kannten, hochverehrt. Weit über die Mauern der Säle, in denen sein Herz und Geist mächtig erfaffender Vor- trag in Oesterreich, Steiermark und Böh» men die edelsten Kräfte wachgerufen, ertönte die Klage aller Kreise um den Mann, der die Theologie als Wissenschaft zu Ehren gebracht, der die Harmonie zwischen Glauben und Wissen dargethan hat. Neber seinen Mund war nie ein intolerantes Wort gekommen; so sehr cr der erkannten Wahrheit überall beredtes Zeugniß gab, hatte er doch die Eng» Herzigkeit und Einseitigkeit verachtet, welche da glaubt, der Religion einen Dienst zu erweisen, indem sie die albern« sten Schriften, gingen sie nur von Glau» bensgenoffen aus, mit Lob überschüttet oder gar wohl die politische Wieder- geburt deS theuern Vaterlandes mißach» tet, weil statt des ohnmächtigen Schutzes durch Censur oder andere geistbeengende, alte StaatShausmittel der Wettkamps der Geister eröffnet ist. Einer seiner viel- jahrigen Freunde und Ordensbrüder, der hochw. ?. Augustin Schwetz, entwirft von E. folgende Charakteristik: „Seiner Aufmerksamkeit entging keine bedeutende Erscheinung, auf was immer für einem Felde wissenschaftlicher Thätigkeit, und, was die Hauptsache ist, Ehrlich gehörte zu einer Gattung Philosophen, wie sie eben nicht häufig anzutreffen sind, die nämlich nach den Grundsätzen, die sie lehren und verfechten, auch ihr Leben ein- richten. Er war vor Allem ein gediegener Charakter, und was sein Eigenname in der Sprache bedeutet, das war er durch und durch, in seiner Seele war nicht das Geringste falsch, stets waren die Motive bei all' seinem Thun und Lassen, wie der Grund eineS klaren Gewässers schon an der Oberstacke erkennbar. Uneigennützig, mit Wenigem zufrieden, hielt er, obwohl feinfühlend und mit ästhetischem Blicke begabt, so viel wie nichts auf äußeren Prunk und Lurus, desto mehr jedoch auf Sittlichkeit und Anstand. Nichts war ihm verhaßter als Gemeinheit. StetS freund« lich und höflich im Umgänge und von feinen ungezwungenen Manieren, nahm der hochgewachsene, schlanke Mann, von edler Stirne und sprechenden Augen, mit seinen angenehmen Gesichtszügen und seiner interessanten Persönlichkeit Jeder« mann für sich ein. Seine Schüler ins» besondere, die ihn zu gleicher Zeit ehrten, liebten und fürchteten, waren immer für ibn begeistert. Auf's Imponiren, wo es Noth that, verstand er sich meisterlich. Gewöhnlich war sein Antlitz mild ernst, ohne daß es den Philosophen zur Schau trug." An seinem Orden hing er mit treuer Liebe und unter allen Auszeich' nungen, die er spater erhielt, machten ihm keine eine größere Freude, als die« jenigen, welche ihm die Liebe und daS Vertrauen seiner Brüder und Vorstände verliehen, wie er denn das Amt eineS Provincial'Consultors, Directors der Cleriker und Vice-Nectors der Ordens« familie zu Krems, mit ungemeiner Be« rufsfreudigkeit gesührt hat. Niemals hat er nach Würden gestrebt, die mit seinen Gelübden in Widerspruch gerathen könn« ten. Sein Herzenswunsch, allenfalls nach
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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