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Gmler 438 Emler
seiner Pensionirung in einem Collegium
von angenehmer und gesunder Lage.
böhmischer oder österreichischer Provinz,
fern von dem Getümmel einer Haupt-
stadt, den Rest seiner Tage unter Piaristen
friedlich zu verleben, ging nicht in Erfül-
lung. Ein bleibendes Denkmal seiner
innigen Zuneigung aber besitzt der Orden
an seinen „Briefen eines Piaristen an
seine Ordensbrüder, 4848". in welche er
die ganze Fülle seiner Liebe und Einsicht
ausströmen ließ und die einen kostbaren
Schatz von Tröstung für den Orden in
schlimmen Tagen enthalten.
Schweh (Augustinus). Nekrolog de5 Dr. Io»
hann Nepom. Ehrlich, Priesters des Piaristen«
ordenS u. s. w. (Wien 1864, Druck von C.
Finsterbeck. gr. 8«.). — Oesterreichische
Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und
öffentliches Leben. Beilage zur amtlichen Wie.
uer Zeitung (Wien, gr. 8v.) Jahrgang 1864,
Nr. 47, S. 1494 Z^ein mit dem obigen beson«
ders erschienenen Nekrologe gleichlautender Ab-
druck, von dem auch Separatabdrücke aus«
gegeben wurden). — Liter arisch es Cen«
tralblat t für Deutschland, herausgegeben
von Zarncke (Leipzig, 4o.) Jahrgang 1864,
Sp. tioo. — Oesterreichischer Volks-
und Wirthschafts «Kalender (Wien.
gr. 8«.) Jahrg. 1866, S. 52. — Viertel»
jahrschrift für katholische Theologie. Her»
ausgegeben von Wiedemann (Nien, 8»)
Jahrg. 1865. — Prager Zei tung 136z,
Nr. 254.
* Emler, Bonaventura (Historien-
maler, geb. zu Wien, gest. zu Rom
20. April 1862). Ueber diesen bedeuten-
den, in jungen Jahren nach kurzem Kran«
kenlager verstorbenen Künstler istvor wie
nach seinem Tode kaum etwas Näheres
bekannt geworden. Nur die wenigen
Werke von ihm, die in die Oeffentlichkeit
gelangt sind, weisen ihm eine ehrenvolle
Stelle unter den Künstlern der Gegen-
wart an. I n einer kurzen Anzeige, welche
Sp(eidel) im Jahre 1861 über Em ler's
Dante.Zeichnungen im Journal „Das Vaterland" veröffentlichte, finden sich
die
Angaben, daß E. ein noch junger Mann
sei, den Unterricht Füh r ich's genoffen,
flüchtig durch Rahl's Schule gelaufen
und dann nach Rom gegangen sei, um
dort zu schauen, zu lernen und zu arbeiten.
InRom, ergänzen wir, lebte und arbeitete
E. seit mehreren Jahren als kais. Pensio»
när. Im Frühlinge 1862 meldeten dann
die Wiener Journale, daß E., einer der
talentvollsten Schüler Füh rich's, dessen
bisherige Leistungen auf dem Gebiete der
Composttion zu dm schönsten Hoffnun-
gen berechtigten, in der Blüthe seiner
Jahre gestorben sei. Die einzigen bei
Lebzeiten von ihm bekannt gewordenen
Arbeiten waren ein im März 1861 im
österreichischen Kunstverein ausgestellter
Cyklus Tuschzeichnungen zu Dante's
„Göttlicher Komödie", welche in Photo-
graphien nach den Originalcartons des
Malers verkäuflich waren; und „Die alte
Roma in ihrer Vollendung". Diese mit
bewunderungswürdigem Fleiße im Detail
ausgeführten und mit genialer Kühnheit
erfaßten Compositionen wurden spater in
Cöln als Werke eines vielversprechenden
Künstlers anerkannt. Auf der Londoner
Ausstellung des Jahres 1862, auf welche
sie auch gesendet worden, blieben sie
aber unbeachtet, weil sie keine mit guten
Worten und klingender Münze gewor-
benen Pathen hatten, die zu einer
Medaille oder doch ehrenvollen Erwäh-
nung dem Unbedeutendsten verhalfen.
Nach Emler's Tode, im Mai 4862,
wurden wieder acht Handzeichnungen:
„Mker nns dem Ueben des hnligen Slllerm"
ausgestellt und um 360 st. ö. W. zum
Kaufe angeboten. Tadellos in Zeich«
nung und sinnig in der Erfassung des
Stofflichen, können sie
sich doch nicht mit
den oberwähnten Dante-Blättern messen,
die ein gewaltiges Dichterwerk in ebenso
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon