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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 439 -
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Seite - 439 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Engel 439 Engel gewaltiger Weise künstlerisch zu illustriren versuchten. Diese Blätter erschienen spä- ter unter dem Titel: „Bilder aus dem Leben des h. Severm, im Holzschnitte ausgeführt von Martin Speer, mit Text von dem Domcapitular Dr. I . Schei- ner" im k. k. Schulbücher «Verlage. Wenige Wochen vor seinem Tode hatte er zwei Miniaturen vollendet, welche für das von dem Wiener Kunstvereine vor- bereitete UissHis romanum. bestimmt waren. Das Vaterland (Wiener Parteibwtt) 1861, Nr. 74: „Bonaventura Emler's Dantc«Zeich» nungen". — Wiener Zeitung 1862, Ta- gesbericht Nr 97, und 1363, Nr. 123, S. 637. "Ellgel, Joseph (Bi ldhauer, geb. zu Sä.tor-al j -Ujhely im Zemplincr Comitate im Jahre 1813). Ein Sohn armer jüdischer Eltern, der eine traurige fugend verlebte und mühsam nach der Palme der Künstlerschaft rang, die ihn jetzt zwar schmückt, aber nicht nährt. I n frühester Jugend verrieth stch durch Schnitzereien E.'s ausgesprochenes Talent, aber dasselbe zu bilden, durfte er bei dem talmudischen Spruche: „Du sollst dir kein Bildniß machen", an dem sein orthodoxer Vater mit Strenge hielt, gar nicht denken. Im Alter von 13 Jahren verließ er das Elternhaus und wanderte nach Nnghvär, um dort bei dem berühm« ten Rabbi Hirsch Heller stch auch zum Rabbi zu bilden, mußte aber ob mangelhafter Vorbereitung vorher nach Igor, einem Dorfe in der Heveser Ge- spanschaft, wo er zwei Jahre Vorbe- reiwngsunterricht erhielt. Im Jahre 1830 ging er nach Preßburg, wo er als fleißiger Talmudjünger nicht minder fleißig schnitzelte und drechselte und Ar» beiten ausführte, wie z. B. ein Basrelief mit der Ansicht des Wiener Stephans- domes, welches die Aufmerksamkeit von Kennern auf den talentvollen Jüngling richtete. Von ihm wohlwollenden Glau« bensgenoffen erhielt er den Rath, nach Wien zu gehen, und auch die erforder« lichen Geldmittel zur Reise. I n Wien, 1832, wollte E. bei einem Drechsler in die Lehre treten, wurde jedoch von Scich» verstandigen, welche seine Schnitzereien sahen, berathen, die Akademie der bilden« den Künste zu besuchen, was er auch that. Einige kleinere Stiftendien boten kärg< liche Mittel zu seinem Lebensunterhalt, aber muthig schritt er auf dem Pfade der Kunst weiter, erhielt bald bei einem Concurse den zweiten Preis, im folgen« den Jahre für die Nachbildung einer Antike und eine Nachbildung der Natur zwei erste Preise. Als der Vater Nach. richt von seinen Kunstwerken erhielt, mußte er der Kunst entsagen, Wien verlassen und sich als Pfeifenschneider in Preßburg verdingen. Sein Talent brachte ihn auch in diesem Gewerbe vorwärts, als aber sein Vater starb, litt es ihn nicht länger bei der gewerb- lichen Beschäftigung, er kehrte nach Wien zurück und besuchte fleißig die Aka» demie. Im Jahre 1837 begab sich E. nach Paris; dort fehlte es ihm an zwei Hauptsachen: an der Kenntniß der fran- zösischen Sprache und an Freunden. Nach kurzem Aufenthalte in Paris wanderte er also nach London, wo seine Bemü» hungen, in die dortige Akademie einzu» treten, gleichfalls erfolglos blieben. Eine zufallige Begegnung mit dem Fürsten Eßterhäzy, damaligen österreichischen Gesandten in London, war für E. folgenreich. Als der Gesandte einen ungarischen Landsmann in ihm erkannte, seine Arbeiten prüfend betrachtete, lud er ihn zu stch und E. wurde bleibender Gast an des Fürsten Tafel. Zugleich erhielt er, über des Fürsten Verwendung,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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