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Antrag, als Erzieher der jungen Prinzen
im fürstlichen Haufe einzutreten, nahm
er, nachdem er von seinem Bischöfe die
Erlaubniß zum Austritt aus dem Seel»
sorgerdienste erhalten, an, aber der im
nächsten Jahre erfolgte Ausbruch der
Revolution veranlaßte ihn, diese Stelle
niederzulegen, und er kehrte nach Szäplak
in die Seelsorge zurück. Die Liebe zur
Literatur war bereits während seiner
Studienjahre in ihm rege und von zwei
geistvollen Benedictinern, die seine Lehrer
waren, genährt worden. Er versuchte sich
demnach schon frühzeitig in Prosa und
Poesie; seine dichterischen Arbeiten ver-
brannte er aber, als er in die Seelsorge
trat. Nur Einzelnes war im Taschenbuche
„Urania.", im »k^ iö«, d. i. der Er-
zähler, und in der „Aon", und auch dieß
unter fremdem Namen, im Drucke erschie.
nen. Als Caplan wendete er sich theo«
logischen und culturhistorischen und svä«
ter mit besonderer Vorliebe linguistischen
Arbeiten zu. In dem von Isidor Guz.
mics sBd. VI, S. 32^ herausgegebenen
„2FvkH2i tä.r") d. i. Kirchenmagazin,
veröffentlichte er (im Jahre 1838) Briefe
über einen Plan für ein katholisches
Kirchenlieder- und Andachtsbuch in un>
garischer Sprache und im „ReSsiö"
brachte er mehrere culturhistorische Auf»
sähe, als: „Die Monsonmegyer Comi«
tatsbauern"; — „Die Volksbräuche in
der Raabergegend" u. dgl. m. Als die
ungarische Akademie der Wissenschaften
für eine Abhandlung über die Regeln
der ungarischen Syntax einen Preis aus«
schrieb, bewarb sich auch F. um denselben
nnd erhielt ihn. Seine Arbeit ist von der
Akademie in das die verschiedenen Preis«
schriften enthaltende Welk. welches 1846
durch den Druck veröffentlicht wurde,
aufgenommen worden. Außerdem sam»
melte er Materialien zu einem Kirchen» Kunstwörterbuche und hat hgeselben dem
Johann Nagy, der diesen Gegenstand
ebenfalls bearbeitete, zur unbeschränkten
Benützung überlassen. Als Joseph Bajza
sBd. I, S. 127^ im Jahre 1844 sein
Werk 5^2 6rak6li Q6M mivOlöäyZönOic
törtsQLtk«) d. i. Geschichte der Cultur
des menschlichen Geistes, erscheinen ließ,
trat F. gegen mehrere in Bajza's Buche
enthaltene Ansichten mit einzelnen Ar»
tikeln auf, in denen er B. zu bekämpfen
suchte. Diese Artikel waren im Jahr»
gange 1844 der Zeitschrift lisii^io abge-
druckt. Seine übrigen Schriften sind:
5^. TNQFl/a?' Nl/S^V T'snFsSST's") d. i.
System der ungarischen Sprache (Pesth
d. i. Grundzüge der
Wortbildung und Worterklärung (ebd.
1833), diese letztere Schrift entstand
gelegenheitlich eines zwischen Czuczor
M . I I I , S. 120) und Paul Hun-
falvi Md. IX, S. 431) entstandenen
philologischen Streites und Fabian
stellte
sich auf Hunfo.lv i's Seite. Dieß
war auch Veranlassung, daß F. nun in
seinen sprachlichen Studien sich dem Fin-
nischen zuwandte, das in der Geschichte
der magyarischen Sprache eine wichtige
Rolle spielt. Noch veröffentlichte er in der
vonHunfalvi herausgegebenen sprach-
lichen Zeitschrift „Ua.Z)'2.r n^6iv6S26t"
unter dem Pseudonym P h i l o f e nn o s die
Aufsätze: „ ^ ünn n^eiv iLiusi-otäLüt",
d. i. Zur Kunde der finnischen Sprache,
und n^inn. H6V tHiHu^ait") d. i. Die
Räthsel des sinnischen Volkes. Eine von
ihm bearbeitete Grammatik der finnischen
Sprache hat er zur Herausgabe an die
ungarische Akademie eingesendet.
kötüt, d. i. Ungarische Schriftsteller. Samm«
lung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den
ersten ergänzender Band (Pesth 8«.) S. 334.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon