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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 444 -
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Feigeile 444 Feigerle dieser Stelle berufen. Nach dem Tode des Burgpfarrers vr. Pletz wurde F. mit Allerh. Entschließung vom 8. Juni 1840 zum Hof« und Burgpfarrer und Ober» Vorsteher des AugustineumS ernannt, unter einem ihm die Abtei L. V. N. äs I^raich' und das ungarische Indigenat verliehen. Als Burgpfarrer und oberster Leiter der höheren weltpriesterlichen Bil- dungsanstalt zum heil. Augustin ent- wickelte F. eine einflußreiche Thätigkeit. Als in Folge der stürmischen Zeitereig- nisse im Jahre 4848 daS Institut nahe daran war sich aufzulösen, war es F., der zur Beharrlichkeit mahnte und den Be> stand desselben durch seine Energie rettete und es selbst dann noch im Auge behielt, als er während des Aufenthaltes des Kaisers in Innsbruck und spater in Olmütz als dessen Beichtvater an seiner Seite weilte. Am 2. December 4851 am Jahrestage des Regierungsantrittes Sr. Majestät des Kaisers Franz Io - seph wurde F. zum Bischöfe von St. Polten ernannt, als welcher er arn 23. Mai 1832 seinen feierlichen Einzug hielt. Zwölfthalb Jahre, bis an seinen Tod, bekleidete F. diese Kirchenwürde, und in die Zeit seiner bischöflichen Ver- waltung fallen mehrere denkwürdige Begebenheiten, deren Urheber er ist. Noch im ersten Jahre des Bisthums- antrittes ließ F. in der St. Pöltener Domkirche eine Volksmission durch die Jesuiten halten. ES geschah dieß, nach« dem 3 Jahre früher die Jesuiten auS Oesterreich waren vertrieben worden. Nach dem Vorbilde St. Pöltens wurden noch in 3t) Stationen der Diöcese Mis. sionen gehalten und der St. Pöltener Magistrat ließ es sich nicht nehmen, das Andenken an dieses Ercigniß durch eine eigene Medaille der Zukunft aufzubewah- ren. Am 30. November 1832 wurden die Schul, oder Regelschwestem in ihr Mut« terhaus zu Iudenau eingeführt, aus dem« selben gingen spater die Filialen zu Wei« tra, Tulln und Persenbeug hervor. Um der immer mehr abnehmenden Zahl von Candidaten deS Priesterstandes abzu« helfen, errichtete F. ein DiöcesaN'Knaben- seminar, welches er Marianum nannte. Dasselbe ift in Krems in einem eigenen Hause untergebracht, unter die Leitung eines Directors gestellt und zählt bereits 64 Zöglinge. Auch war F. besonders darauf bedacht, daß die Gotteshäuser in seiner Diöcese im gebührenden Zu- stände erhalten wurden, und wurde durch ihn der Bau der neuen Gebirgskirche zu Neuhaus, und die Restauration der St. Pöltener Kathedrale veranlaßt. Die schon von seinem Vorfahrer eingeführten Prie» ster-Exercitien erweiterte er insoferne, daß er sie jährlich zweimal, nämlich im Kreise dieß» und jenseits der Donau und meist durch Ordensmänner (Jesuiten, Redem- toristen, Lazaristen) abhalten ließ. Unter ihm wurde im Jahre 1836 den Töchtern der christlichen Liebe des heil. Vincenz de Paula die Verwaltung der häuslichen Wirthschaft, die Krankenpflege und Auf. sicht über die Beschäftigung der Straf« linge zu Stein an der Donau, im Jahre 1839 zu gleichem Zwecke das städtische Krankenhaus in St. Polten übergeben. Unter ihm bezogen die Redemtoristinen das neu errichtete Kloster zu Gars, auch wuchs die Zahl der weiblichen Klöster, welche bei Antritt seines Episcopates sich auf zwei belief, unter seiner Regierung auf neun. Das von dem Bischöfe Buch» mayer gegründete Taubstummen.Insti« tut wurde von F. neu organisirt und erweitert. Unter ihm wurden die katho» lischen Gesellenvereine in der Diöcese. und zwar zu St. Pötten, Zwettl. Stein an derDonau und Weitra eingeführt. Durch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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