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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 451 -
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Forgach 481 Forgach heit den Schleier zurückzieht. Man sucht nun nachzuweisen, daß Fl i r , wie er im Leben war, eine von dem Fl i r . wie er in diesen Briefen erscheint, ganz verschie» dene Persönlichkeit sei! Die Briefe, wenn> gleich Ergüsse subjektiver Stimmung, erfassen und berichten Alles objectiv. Noch ist ein anderes Werk Flir 's nach seinem Tode veröffentlicht worden: „Negnar Rad blllg oder der Untergang des nllrbi5chm Heiden- ihnniA. GineTragödie in simi Anhngen" (Inns» brück 1863, Wagner), eine Dichtung Flir's aus seinem Iugendtagen, voll Schwung und echter Begeisterung. Tiroler« Stimmen (Innsbrucker Partei« blatt. 40.) 1864. Nr. 115 u. 171. — Inn- Zeitung (Innsbrucker Parteiblatt, kl. Fol.) 1864, Nr. 203. — Oesterreichische Wo« chenschrift für Wissenschaft. Kunst und öffentliches Leben. Beilage zur k. Wiener Zei- tung (Wien. 8«.) Jahrg. 1863, VI. Bd. S, 123. V Forgach de Ohymes und G5cs, Anton Graf ss. d. Bd. XI, S. 407). Um die Mitte des Jahres 1864 legte der Graf seine Würde als Oberster ungari« scher Hofkanzler in die Hände Sr. Ma» jestät zurück. Noch zu Ende des Jahres 1863, als die Siebenbürger bereits im Reichsrathe saßen, wollte der Graf mit der ungarischen Frage einen Schritt vorwärts thun und regte den Gedanken der Einberufung des ungarischen Land» tages an. Da trat aber die schleswig« holsteinische Verwickelung ein und nun meinte man: in dem Augenblicke, wo ein europäischer Krieg drohe, sei es am besten, die ungarische Frage ruhen zu lassen. Bald darauf wurde Graf For< gach von einer schweren und langwieri- gen Krankheit betroffen, die ihn über zwei Monate an's Lager fesselte. Wäh. rend dieser Zeit hatte die Regierung den Entschluß gefaßt, in Ungarn „activ" vor- zugehen und durch tiefgehende Octroyi» rungen die Justiz und Verwaltung in Ungarn zu reorgcmisiren und insbeson» dere in die alte Municipalverfassung Ungarns einen tieferen Schnitt zu thun. Gegen jede solche Octroyirung sträubte sich der Graf, und als sein Sträuben nichts half, gab er seine Stelle auf. Auf einem bald darauf unternommenen Be» suche seines gräflichen Castells zu Gäcs, wo er, um seiner angegriffenen Gesund» heit zu pflegen, längere Zeit zu verweilen die Absicht hatte, erwiederte er bei dem ihm bereiteten feierlichen Empfange auf die Begrüßungsrede des dortigen Prop« stes, „er habe sich zurückgezogen, um mit sich selbst in Uebereinstimmung zu blei» ben. Wenn nichts anderes", schloß er, „habe ich die Ehre nach Hause gebracht, und kann beruhigt die Hand auf's Hetz legen, im Bewußtsein, daß ich meiner Vorfahren nicht würdig wäre, wenn ich meinem Könige nicht treu gedient hätte und bemüht gewesen wäre, ebenso auch zu handeln für mein Vaterland. Doch es gibt Momente, wo der Patriot, der Staatsmann mit sich abrechnen muß und wo es der zweckmäßigste Schritt, den er thun kann, ist, zurückzutreten. So und nicht anders mußte auch ich thun". Diese Worte aus der Anrede des Grafen hat der „I>6Lti Nirnök" in einer Correspon» denz mitgetheilt. Bald nach dem Rück- tritte des Grafen erschien eine Broschüre: Drei Jahre Verfaffungsstreit" (Leipzig 1865, Vrockhaus. gr. 8«.), welche manche bemerkenswerthen Aufschlüsse über die Periode der Hofkanzlerschaft des Grafen Forgach gibt. Als Verfasser dieser Flugschrist gab sich in einer Er» klärung in der „Presse" 1865, Nr. 88, Moriz Gans an, der auch unter dem Namen Ludasi in den ungarischen Blättern publicistisch thätig ist. Bohemia (Prager Blatt. 4«.) 1864. Nr. 30t. S. 1848 ^enthält eben jene Auszüge aus der 29*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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