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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 468 -
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Seite - 468 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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keiner Regel und daher auch keinem bestimmten Geschäfte fügen wollte', oder ob so manche getäuschte Hoffnung, ja vielleicht seine oft heterogenen Studien das Licht seines Geistes getrübt, es laßt sich nicht sagen. Merkwürdig aber ist die Erscheinung, daß, während Alles waS er in Bezug auf seine äußeren Lebensver« hältniffe sprach und schrieb, den Stempel ganzlicher Verwirrtheit trägt, seine Poe» sien bis kurz vor seinem Tode kaum. wenigstens nur in seltenen Fällen, die Spur einer Geistesverwirrung zeigen. H. hatte sich in früherer Zeit viele und die verschiedenartigsten Kenntnisse angeeignet, ohne Lehrer hatte er Ita« lienisch, Französisch, Englisch erlernt und daraus Unterricht ertheilt, später hatte er sich mit orientalischen Sprachen beschäftigt. Mit feinen Poesien war er, waS ihre Veröffentlichung betraf, sehr zurückhaltend. In Saphir'S „Humo- risten" erschienen einige seiner „Hotten» totenlieder" und „Nachtfalter", in I . G. Seidl 's Almanachen ein paar Novellen und Gedichte. Auch hatte er ein große» res erzählendes Gedicht „Die Gauklerin" vollendet, dessen Widmung Hammer- Purgstall annahm. Außer mehreren klei- neren humoristisch erzählenden Aufsätzen und vielen Gedichten hat er ein Trauerspiel „Heinrich von Kleist", ein zweites „Scha> myl", das jedoch unvollendet geblieben, und ein Lustspiel „Es ist so" geschrieben. Was mit seinem Nachlasse geschehen, ist unbekannt. Sein Biograph I . M., der ihm in der Const. österreichischen Zeitung einen warmen Nachruf gewidmet und von den schönen phantasiereichen Poesien Hamböck's, „die ungekannt vor ihm liegen", schreibt, dürfte wohl Näheres darüber wissen. Constitutionelle österreichische Zei» tung (Wien) 1863, Nr. 246. — Presse (Wiener polit. Journal) l863, Nr l33. ig, FranzGrafvön^s.d.Bd.VII, S. 399, und Bd. XI, S. 424^, gestorben zu Wien 44. Jänner 1863. I n allen Schichten der Gesellschaft erweckte. daS Hinscheiden des greisen Staatsmannes, der die Idee eineS großengemein« samen Oesterreich lebendig in sich trug und geistig starkgenug war, sie zu verwirkl ichen, die tiefste Theilnahme. Der erste General- Adjutant Sr. Majestät des Kaisers richtete an dessen älteren Sohn im Allerh. Auf» trage ein Schreiben, womit demselben das antheilvollste Bedauern über das Hinscheiden seines, um den Thron und den Staat hochverdienten Vaters ausge« drückt wird. — Noch in feinem Testa« mente findet sich ein Zeugniß für die Nnantastbarkeit dieses in seiner Weise einzig dastehenden politischen Charakters. Der Zug ist zu eigenthümlich und zu sehr diesen Staatsmann charakterisirend, um hier nicht angeführt zu werden. Die Stelle im Testamente lautet: ,Ich ver> mache der k. k. Staats« und Centralcaffe zu Wien den Betrag von Eintausend Gulden aus dem Grunde, weil ich den mit der Verzollung von Kleinigkeiten bei dem Eint ritte aus dem AuS» lande in die österreichischen 3äw der verbundenen Plagen und Schrei« bereien durch Nichtanmeldung solcher Kleinigkeiten auszuweichen pstegte, es aber nicht in meiner Absicht liegt, daS Staatseinkommen zu schmälern, sondern solches vielmehr durch gegenwärtiges, den nicht entrichteten Zoll ohne Zweifel übersteigendes Legat zu erhöhen". I n Folge des Hinscheidens seines Vaters hat Edmund Graf Hart ig dem Ministe, rium des Aeußern angezeigt, daß er auf sein Wartegeld, welches er als ehemaliger Gesandter in einem Betrage von 6000 st. jährlich bezogen, nun, da er durch diesen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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