Seite - 481 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Bild der Seite - 481 -
Text der Seite - 481 -
Hofsinger 481 Zossmger
seiner 1734 mit Johanna, der Tochter des
Reichsritters oon Fiissenbaum, geschlossenen
Ehe stammt ein Sohn Johann Georg H.
l^s- d. Folgenden^. — 2. Johann Georg
H. (geb. zu Hermannstadt 9. Juli 1756. gest.
zu Wien 14. Juni l792). Widmete sich auf
Verlangen der Mutter anfangs den juridisch-
politischen Studien, ging aber später, seiner
Neigung folgend und über van Swieten's
Vermittelung. Zu den medicinischen Studien
über. Im Jahre 1777 übersetzte er über Prof.
Leber's ^Bd. XIV, S. 266^z Andringen für
dessen Schüler Seip's „Abhandlungen über
drn Steinschnitt" in's Deutsche. Im Jahre
1780 erlangte er die medicinische Docior-
würde, veröffentlichte aus diesem Anlasse die
Inauguraldissertation: „Ds volluio»." und
begann seine Praxis in Wien. Ende 1780
wurde er zum Cameral.Physicus in Zalathna
ernannt, wo er sich durch seine Geschicklichkeit
als Arzt und eine zweckmäßige Organisation
des im Argen liegenden Sanitätsdienstes auf
den Cameralherrschaften alsbald einen ehren«
vollen und ausgebreiteten Ruf erwarb. Noch
im nämlichen Jahre erhielt er das Bergphy»
sicat Oravicza im Banat und Ende 1783
wurde er zum kön. ungarischen ersten Berg«
Cameral'Arzt ernannt und hatte seinen Amts'
sitz in Schemnitz. Hier bot sich ihm in seiner
Eigenschaft als Arzt, wie auch in Humanist!«
scher Richtung, Gelegenheit zu ersprießlicher
Thätigkeit. Zu Gunsten der dortigen Berg»
arbeiter führte er 1785 unter angemessenen
Modifikationen das Bou quoy'sche ^Bd. I I ,
S. 216^ Armen-Institut ein und leitete daS-
selbe persönlich so lange, bis dessen Bestand
gesichert war. Als Arzt aber studirte er vor<
züglich die bei diesen Arbeitern häusiger uor<
kommenden Krankheiten, namentlich eine
eigenthümliche, bi6 dahin für unheilbar ge»
haltene Art ooa Eacherie. welche er zuerst
bezwingen lehrte, und den Einfluß der ver»
schiedenen Erzbauarbcitungsmethoden auf die
Gesundheit der Arbeiter. Wie groß seine
Praiis als Arzt war, erhellet aus seinen Auf»
zeichnungen über die von ihm behandelten,
in der Montanarbeit begründeten Krankheits«
fälle, welche zwischen 6000 (das Minimum)
und 8000 (das Marimum) jährlich schwankte.
Bei dem im Jahre 1736 zu Schemnitz abge»
haltenen Montanisten«Congresse zur Unter«
suchung deö Born'schen Amalgamations'Pro»
cesses gab er, dazu aufgefordert, das medi-
cinische Gutachten: „ob und wie das An«
quicken der Erze der Gesundheit der Arbeiter
v. Wurzbach, biogr. Lexikon. XIV. ^Ged' schädlich sei" ab. welches in dem Berichte
über diesen Congreß (Wien und Leipzig 1787)
veröffentlicht wurde. Seine sonst bekannten
Schriften sind: „Sendschreiben über den Ein»
fiuy der Anquickung der gold« und fllberhäl»
tigen Erze auf die Gesundheit der Arbeiter"
(Zchemnih 1790); — „Sendschreiben über
den Gebrauch des Tabakes" (ebd. 1790); —
„Vermischte medicinische Schriften" (Wien
179l, Gräffer). Außerdem arbeitete er für
das hungarische Magazin und für Born's
„Gesellschaft der einträchtigen Freunde", ins-
besondere auf ethnographisch-physiologischem
Gebiete, und finden sich im Nachlasse mehrere
Berichte über Nationalverhältnisse, welche,
dem Briefwechsel nach zu urtheilen, auf
Born's Verlangen zu ämtlichm Zwecken ein»
gesendet worden sein dürften. Im Jahre 1790
begab er sich, in Aussicht auf Beförderung,
nach Wien, welche sich aber bei dem rasch
auf einander ge folgten Wechsel der Regenten
und der einflußreichen Persönlichkeiten nicht
verwirklichte, was auch Ursache seines so früh
— im schönsten Mannesalter von 36 Jahren
— erfolgten Todes gewesen sein soll. Aus
seiner Ehe mit Halharina Edlen von Hölzl,
Tochter des k. k. Hofrathes und Cabinets«
Secretärs der Kaiserin Mar ia Theresia,
entstammen fünf Kinder, über deren zwei,
Anton und Karl Constantin, hier noch
einige Notizen folgen. Weusel (Johann
Georg). Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800
verstorbenen teutschen Schriftsreller (Leipzig
1806, Gerh. Fleischer. 8".) Bd. VI , E. 22.
— Porträt. Ernst Mansfeld 20. <789,) —
3. Anton H. (geb. 15. April 1790. gestor.
den 28. November 1819), der eine Sohn
des vorgenannten Johann Georg, hatte
sich in der Völkerschlacht bei Leipzig, wo er
auch verwundet wurde und am 20. März
1814 vor Lyon ausgezeichnet; starb aber
schon im 29. Lebensjahre als Hauptmann
im Kaiser Alexander < Infanterie < Regimente
Nr. 2. — Der andere, 4. Kar l Eonstan-
t in Ritter von H. (geb. zu. Oravicza im
Banate 18. August 1783. gest. zu Wien 28. März
1863), trat nach beendeten Rechtsstudien im
Jahre 1866 in den Staatsdienst, wurde 1811
Hofconcipist bei der vereinigten Hofkanzlei,1814
Staatöraths-Official und dem Staatsminister
Grafen Wal l i s als Präsidialist zugetheilt;
1326 zum Regierungsrathe bei der n. ö. Lan.
oezstelle ernannt, trat er im Jahre 1848 auf
sein Ansuchen in den Ruhestand. Für seine
Verdienste wurde H. im Jahre 1840 in den
30. Oct.1865.) 31
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon