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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 160 -
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Liechtenstein 160 Liechtenstein Ehren des Landtages in Pesth aufgestellt großartige, über 30.000 Mann stark, Lustlager. Im folgenden Jahre zur Her« stellung seiner Gesundheit die Bader in Spaa brauchend, folgte er einer Ein ladung des Prinzen Erbstatthalters von Dramen in den Haag, worauf er be! seiner Rückkehr in Antwerpen schwer er- krankte und sich die Theilnahme der Ant» werpener für den Fürsten darin aus« sprach, daß zu seiner Erhaltung öffent» liche Andachten stattfanden. Im Ocwber desselben Jahres zum commandirenden General in Ungarn ernannt, erhielt er schon im nächsten Jahre das Generalat der gesammten kaiserlichen Reiterei mit der be> sonderen Vollmacht, unter dem Beistände einiger Kriegsräthe über die Vorfälle bei dieser Truppengattung ohne weitere Appellation entscheiden zu können. Im Jahre 1759 legte der Fürst diese Stelle in die Hände des Prinzen Friedrich von Zweybrücken nieder. Im Septem- ber des folgenden Jahres erhielt er den Auftrag, für den Erzherzog Joseph um die Prinzessin Isabella von Parma zu werben. Im Jahre 1763 begab er sich in geheimer Mission wieder nach Italien, um mit den Bourbonischen Höfen wegen der Erbfolge in Toscana und Modena ein Abkommen zu treffen. Zu gleicher Zeit warb er auch für den künf« tigen Großherzog von Toscana um die Hand der spanischen Infantin Maria Louise. Nachdem er seine Aufträge gluck« lich ausgeführt, begab er sich nach Frans»' fürt, um die Wahl des Erzherzogs Jo- seph zum römischen Kaiser zu betreiben, und nachdem er auch diese Aufgabe gelöst, und noch der Kaiserkrönung beigewohnt, zog er sich, damals beinahe schon ein 70jäh. riger Greis, von allen öffentlichen Angele- genheiten zurück. Nach diesem Ueberblicke seiner öffentlichen Thätigkeit wenden wir uns noch den Veränderungen in seinem fürstlichen Haushalte und einigen beson- ders hervorragenden Momenten seines- Lebens zu. Schon im Jahre 4712 erhielt' er durch den Tod seines reichen Vetters- des Fürsten Johann Adam Andreas nicht nur die deutschen Reichsherrschaften Vaduz und Liechtenstein, sondern erbte- von demselben auck das zweite oder neue- Liechtensteinische Majorat, welches aus den böhmischen Herrschaften Turau uid- Buczowicz, dem Palaste in der Herren- gaffe zu Wien, dem fürstlichen Hause zu Brunn und allen Liechtensteinischen Hau-- sern zu Prag bestand. Ein noch damit verbundenes Capital von 230.000 fi., wie die Herrschaften Vaduz und Liechten» stein, trat er im Jahre 1718 mit kaiser» lichem Consens an seinen Oheim Anton Florian ^S. 113, Nr. 4), wieder ab- und erhielt dafür am 19. April d. I . die- Hand von dessen Tochter Maria Anna Karolina (geb. 21. October 16941, welche damals Witwe des Grafen Ernst von Thun war. Aus dieser Ehe waren wohl drei Kinder entsprossen, die aber alle in der Jugend starben. Die Fürstin starb am 20. Jänner 1733. Als im Jahre 1743 sein Vetter Karl Johann Nepo^ muk snach Anderen irrthümlich Iu l iuK Johann Nepomuk genannt^ plötzlich mir Tode abging, übernahm der Fürst die Verwaltung von dessen Besitzungen und» Gütern insolange, bis dessen bei des Gat« ten Tode in gesegneten Umstanden befind- liche Gemalin durch die Niederkunft einer Tochter den Zweifeln an der großen Erb- schaft ein Ende. machte. Da keine näheren männlichen Erben vorhanden waren, nahm Fürst Joseph Wenzel von seines Vet- ters ausgedehnten mittelbaren und un» mittelbaren Lehen sofort Besitz und ge» langte auf diese Weise auch zu den Besitzungen und Vortheilen, die er vor
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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