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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 255 -
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Lwt 255 neuen Concert drängten sich die Besu cher in Massen. Von Mailand begab sich 3. nach Venedig, wo sich die Mailänder Triumphe wiederholten. Hier aber erlitt seine Abficht, sofort das übrige Italien zu bereisen, eine unvorgesehene Störung. Die ungeheure Ueberschwemmung, welche 4838 in Ofen und Pesth und in der Um- gebung große Verwüstungen anstellte, erweckte in 3. mit einem Male die Sehn» sucht nach seiner Heimat, die er als Kind von zehn Jahren verlassen und seither nicht gesehen, und unverzüglich verließ 3. Venedig und reiste nach Wien. wo er sein erstes Concert zum Besten der Ueber« schwemmten in Pesth gab. DerEnthusias» mus der Kaiserstadt über den Künstler zählt zu den Glanzperioden des vormärz« lichen Wien. Eine Deputation ungarischer Edelleute traf bald in Wien ein, um den hochherzigen Künstler einzuladen. ihr nach dem Vaterlande zu folgen. Und L. reiste nach Pesth, wo er neuerdings zum Besten der Verunglückten concertirte. Dann kehrte er nach Italien zurück. — Hier muß eines Falles gedacht werden, der einerseits Liszt's Charakter, andererseits dieitalienischenZustandebeleuchtet. LiSzt, der, seit er die Feder führte, von Zeit zu Zeit in den französischen Journalen ein Lebenszeichen seiner Thätigkeit gab, hatte in der „kovus Hlusiaalä", einem Pariser Blatte, einen mit gewohnter Offenheit geschriebenen Artikel über die Verhält- niffe und Zustände des Scala.Theaters in Mailand drucken lassen. Der Artikel erregte ungeheures Aufsehen und bei den Getroffenen eine erbitterte Stimmung. An Angriffen auf den Künstler in öffent« lichen Blättern fehlte es natürlich nicht. Diese, da 3i szt es unter seiner Würde fand, darauf zu antworten, mehrten sich. Gerade in diese Zeit fiel 3iszt's Rückkehr oder zweite Reise nach Italien. Freunde und Bekannte riethcn ihm von derselben ab. Aber er ließ sich nicht abreden, vielmehr verkündete er Wochen früher seine Ankunft in Mailand und in Mailand angekommen, erklärte er in einem Journale, er befinde sich daselbst und wolle jedem seiner An. greiser Rede stehen. Nachdem sechs Tage nach dieser öffentlich abgedruckten Er« klärung vorübergegangen und Niemand, um eine Antwort abzuholen, sich einge» stellt, kündigte 3. seine Concerte wie früher an und feierte wie früher seine Triumphe. Von Mailand begab er sich über Florenz, Genua, Pisa nach Rom. wo er seine virtuose Thätigkeit in den Sälen der Fürstin Gal iczin eröffnete. Aus seinem Aufenthalte in Rom. 1839. datirt auch die von 3. in der Folge bei» behaltene Eigenthümlichkeit, die Pro- gramme seiner Concerte, meistens al le in mit ausschließlich seiner Thät ig- keit auszufül len, d. i. wo möglich immer in denselben allein aufzutreten. Es war dieß eine Neuerung, die im Kreise der Virtuosen nicht geringe Be- fremdung erregte, aber 3. besaß die Fonds in sich, um die Eintönigkeit des Instru- ments durch die Wahl und Weise des Vor- getragenen vergessen zu machen, was frei- lich die anderen ihm gleich zu thun nicht m Stande waren. I n Paris befreundete sich 3. mit dem berühmten Maler I . A. Ingres , der in Folge einer auf der Ausstellung zu Paris 1834 erlittenen Kränkung denSchwur gethan, nie wieder eine Palette anzurühren. I ng res spielte als Dilettant vortrefflich die Geige, und öfter, vornehmlich in den Sälen der Villa Medicis. geschah es. daß. wenn 3iszt sich an's Piano setzte, I n g res ihn dann auf der Violine begleitete, wobei Dilettant und Künstler nicht selten in's Ex< temporiren geriethen und sich einmal nach einem noch nicht vollendeten Doppelcon«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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