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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 330 -
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Aobkswitz 330 Lobkonntz die von ihm auf uns gekommenen Gedichte, abgedruckt in den von Thomas Mi t i s her> auegegebenen Schriften seines Onkels Vo- huslaw beweisen, und beschl große Ver> dienste um die Herausgabe der Schriften B o> huslaw's, welche er bei dessen literarischen Freunden zu sammeln bemüht war. S ig is ' mund war Rector der Wittenberger Hoch. schule, und hatte um diese Zeit zu seinem, Martin Luther's und Philipp Melanch- t on's Gebrauche aus der Hassenstein'schen Bibliothek 70, nach Mi l tner (in der „Be. schreibung böhmischer Privatungen", S. t?2) aber gar 700 Bände, durch Matthaus Auro» gallus nach Wittenberg übertragen, lassen, von wo sie später nach Komotau kamen und dort in einer Feuersbrunst zu Grunde gingen. Der litrrarische Verkehr mit den Reformatoren zu Wittenberg veranlaßte seinen Uebertritt zum Protestantismus, dem bald auch die übrigen Familienglieder der L.»Hasfenstein folgten. Mit seinen Söhnen — der Name seiner Gemalin ist unbekannt — erlosch dieser Nebenzweig; denn sein ältester Sohn Patro» klus starb schon 1348 und sein jüngerer, Peter, 1534.— 48. Ulrich Felix Graf L. (gest. 1722), der letzte von dem Zweige der Popel'Lobkowih auf Bilin. Ein Sohn des Grafen Franz Wilhelm aus dessen Ehe mit Elisabeth Eusebia von Talmberg. Graf Ulrich Felix starb, erschlagen von einer umgestürzten Eiche. Seine Gcmalin war Nana Iosepha Gräfin Vuöna. In seinem letzten Willen verordnete er, daß auf seinen Herrschaften Eisenberg und Neundorf ein zweites fürstlich Lobkowihisches Fideicommiß für die von dem Johann Georg (5hri< stian gestiftete jüngere fürstliche Linie deö Hauses Lobkotvih errichtet werden solle.— 49. Wenzel von Popel-3. (gest. 1574), ist ein Sohn Diepold's ls. d. S. 319, Nr. 13) aus dessen Ghe mit Agnes vonKlinstein und Rostock. Von seinem Vater erhielt er zu seinem Antheil die Herrschaft Du.r und wurde so der Stifter des Zweiges auf Dur des Biliner Nebenastes der Popel« Lobkowitz. Dieser Nebenzweig erlosch mit Wenzel's Urenkel, dem im Jahre 1633 in den Reichsgrafenstand erhobenen Franz Joseph lsiehe dens. S. 321. Nr. 19). - 5l>. Wenzel Franz Guseb, gewöhnlich nur Wenzel Euseb Fürst (geb. 20. Jänner 1609. gest. zu Naudnitz 22. April 1677), von dem Chlumetzer Nebenaste; einziger Sohn Zdenko Adalbert'ö, ersten Fürsten von Lobkowitz, aus dessen Ehe mit Po lyrena von Pernst ein. verwitweten Heinrich Wi lhelm von Rosenberg, den sie — nachdem ihre erste Ehe kinderlos geblieben — ihm erst im 43. Jahre geboren. Wenzel Euscb erhielt im Elternhause unter Leitung seiner ausgezeichneten Mutter, mit der er als zehnjähriger Knabe von den protestantischen Baronen bedroht, eine mehrmonatliche Haft ertragen mußte, eine ausgezeichnete Erziehung. Am 7. April 1623 — erst 16 Jahre alt — disputirte er öffentlich über die Thesen aus der Logik und machte dann. auf Reisen ge- schickt, die übliche Cavaliertour durch Deutsch, land, die Niederlande, Frankreich, Spanien und Italien. Zwanzig Jahre alt, war er bereits kön. Kämmerer. Nun ergriff er den Waffendienst, und zwar als Arnheim, 163t, in Böhmen einfiel. Er warb nun auf eigene Kosten Kriegsuolk, errichtete fünf Com» pagnien Kürassiere, kleidete, rüstete sie aus und verpflegte sie. Unter Commando des Feldmarschall.Lieutenants I l l o führte er sie als kön. ernannter Oberst persönlich an. Im Jahre 1636 übernahm er von dem abberufe- nen General'Feldwachtmeister Grafen von OstfrieSland und Ri t tberg den Ober« befehl über die von ihm geführten Truppen. Zwei Jahre später übergab ihm Franz Markgraf von Savona. Graf von Mille< simo, das Commando aller nach den Graf« schuften Lippe, Schaumburg und Ravensperg ziehenden Regimenter zu Noß und zu Fuß. Mit seiner militärischen Stellung verband er die diplomatische und erhielt im Jahre 1640 eine Mission an den Churfürsten von Sachsen, deren glücklicher Erfolg aus dem gegebenen Versprechen des Churfürsten, „alles zur Wie« derHerstellung eineS dauerhaften Friedens bei« tragen zu wollen", erhellet. Weniger glücklich war er im Jahre 1644, als Torstensohn an der böhmischen Grenze stand und Lob« kowitz mit Hatzfeld und Johann von Werth den Plan einer Hauptschlacht ent< warf, welche den Schweden geliefert werden sollte. Es war dieß die unglückliche Schlackt bei Iankau, am 6. März 1645, in welcher das kaiserlich, bayerische Herr unter Goetz, Hatzfeld und Johann von Werth nahezu vernichtet, und der Weg für Torstensohn über Böhmen nach Mähren und Oesterreich frei wurde, dieser auch vor Brünn drang und es belagerte und endlich an den Wiener Donaubrücken erschien, wo er sich mit Ra- koczy zu verbinden suchte, der zwischen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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