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LllblwwiH 33? Lobkounh
j7. Octobcr 1623 und mit Diplom vom
17. August l624 sammt seinen Nachkommen,
beiderlei Geschlechts, in den Reichsfürstenstand
erhoben. Früher schon, im Jahre l62l, war
er von dem Könige von Spanien Phi«
l ipp I I I . mit dem goldenen Vließ ausge-
zeichnet worden. Seinen frommen, der Kirche
ergebenen Sinn bethätigte der Fürst durch
den Bau neuer und die Wiederherstellung
mehrerer in den Religionswirren jener Zeit
verwüsteten Kirchen und Klöster. Der FKrst
war mir polu.iena von pernstein, verwitweten
von Posenbcrg, deren Lebensskizze schon
Gunter Nr. 45) mitgetheilt worden, vermalt
und hatte aus dieser Ehe den durch seine
Schicksale denkwürdigen einzigen Sohn Wen«
zel Franz Euseb s. d. S. 330. Nr. 50).
Die in der „Beschreibung böhmischer Privat«
münzen und Medaillen" auf Taft! XXVII I ,
Nr. 244, und der Tafel XXIX, Nr. 242 und
243 abgebildeten und auf S. 283 deS Textes
unter Nr. 1l, l2 u. l3 beschriebenen Medail»
len scheinen anläßlich der Erhebung Zdenko's
in den Fürstenstand geprägt worden zu sein.
III. Wappeu der Fürsten Lolikawitz. Dag ur«
sprüngliche Wappen, welches die L. laut
einem vorhandenen Siegel noch im Jahre
1449 geführt, war ein quergethcilteS, oben
rothes und unten silbernes Schild (nach
Hormayr ein weißer Schild, oben mit
einem rothen Querstrich), auf welchem sich
als Helmschmuck ein umgestürzter rother Hut
mit einer aus demselben hervorwachsenden
silbernen Straußenfeder befindet. Um das
Jahr 1459 fand eine Vermehrung des Wap»
pcns Statt, und zwar wurde es auS einem
zwei- ein vierfeldigcs. Im ersten und vierten
Felde wurde das ursprüngliche alte Wappen
beibehalten und in das zweite und dritte Feld
das Wappen der ausgestorbenen Plichta
von Zierot in aufgenommen, nämlich in
Silber ein rechts auffliegender schwarzer Adler
mit einer goldenen Leiste auf Flügeln und
Brust, deren Enden in ein Kleeblatt ausge-
hen. Dieses vermehrte Wappen findet sich auf
einem Siegel der L. aus dem Jahre i475. Die«
scs Wappen führte noch Zdenko Ad albert.
Sein Sohn Wenzel Franz Euseb aber
bediente sich schon eines anderen bedeutend
veränderten, wie es die Familie noch heute
führt. Er nahm nämlich in das bestehende
Wappen noch die Wappen von Pernstein
(seine Frau war eine geborne von Pern»
stein), von Sagan und Sternstein (beides
Besitzungen, die er erwarb) auf. Das gegen»
o. Wurzbach. biogr. Lexikon. XV. ^Gedr. wärtige Wappen der Lobkowih ist sonach
sechsfeldig mit Mittelschild, l : in Gold der
schwarze Büffelkopf mit einem an der Nase
hängenden goldenen Ringe (Pernstein); 2: m
Roth ein in Goldstoff gekleideter Engel mit
grünen Flügeln in halber Figur (Wappen
des Herzogthums Sagan); 3.» in Blau drei
goldene Sterne über einem silbernen Drei«
Hügel (Wappen der Grafschaft Sternstein);
4: in Blau cin goldener gekrönter Löwe;
3: in Gold drei schwarze Pfähle (nach Dieß.
bach'S iHdulao FsuoaloFioao, B, Balbini
und Nürnberger Wappenkalendcr, kaiserliche
Gnadenzeichen): 6: ein gekrönter schwarzer
Adler mit einem silbernen Halbmonde auf
der Brust (wegen Sagan). Der Mittelfchild
ist das obbeschriebene Lobkowitz'Zierotin'sche
Stammwappcn. Dcn Schild bedeckt der Her«
zogShut, auf dem sich vier gekrönte Helme
erheben; auf dem ersten steht der rothe Hut
mit silberner Feder des alten Lobkowitzischen
Wappens, auf dem zweiten der Büsselkopf
(als Helmschmuck des Pernstcin'schcn Wap«
penk), auf dem dritten Helm fünf Neiterfahn»
lein. silbern mit rothem Rande (als kaiser»
liches Gnadenzeichen), auf dem vierten Helme
das roth'weiße Schachbrett, worüber drei
Pfauenfedern sich erheben (wegen Schlesien).
Lobkowitz, August Longin Fürst
von (Staatsmann, geb. zu Pr^g
18. März 1797. gest. zuWien 17. März
1842). Der älteste Sohn deS Fürsten
Anton Isidor ss. d. S. 307^, von
der jüngeren fürstlichen Linie, aus deffen
e mit Maria Sidonie Fürstin
KinSky. Trat, noch ehe er seine
Studien zu Prag beendet, in den
Staatsdienst, indem er bereits im vierten
Jahre der Rechte, dem Grafen Kolo«
wrat, damaligem Oberstburggrafen von
Böhmen, einem Verwandten seiner
Familie, im politischen Dienste zugetheilt
wurde. Bald darauf, nach seines VaterS
Tode. 4819, trat er da5 Majorat der
jüngeren Linie seines Hauses an, blieb
aber nichtsdestoweniger im Staats«
dienste. wurde noch im nämlichen Jahre
unbesoldeter KreiScomrnifsär und im
Jahre 1821 überzähliger Gubernial'
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon