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34t Lobkowitz
wohlthätigen Zwecken (auf eimal z. B.
13.000 st.). Niemand erfuhr den Namen
deS Gebers, nur jener, der als Empfän-
ger die Gabe, um sie ihrem frommen
Zwecke zuzuführen, nicht umgangen
werden konnte, dem aber unverbrüch-
licheS Schweigen auferlegt wurde. Von
allen Vereinen, deren Aufgabe es war,
Noth zu lindern, den Armen zu helfen,
kurz Wohlthaten zu üben, war er ein
sehr thätiges, mitwirkendes Mitglied;
durch seine Vermittlung wurden die
barmherzigen Schwestern im Kranken«
hause, bei leidenden Züchtlingen u. s. w.
zur Verwendung berufen. Unedlen Lei-
denschaften und Neigungen fremd, er»
schien er als ein wahrer Ritter der
Barmherzigkeit, durch seine würdevolle
äußere Erscheinung Muth und Wohl»
wollen erweckend, unter den Armen, in
deren Mitte er sich in seiner wahren
Heimat dünkte. Sein Endzweck war:
als Christ zu leben, und mein „Geschäft",
sagte er, als er eines Tages das ver»
laffene Enkelkind einer Sterbenden ver-
sorgte, mein „Geschäft" ist: „den Noth.
leidenden zu helfen, den Nächsten zu
lieben". Wie er gelebt, so starb er auch,
38 Jahre alt, den Tod des Gerechten,
vom Schlage gerührt, in der Loretto»
kirche auf dem Hradschin, in dem Augen»
blicke, als der Priester am Altare sich
anschickte, die Worte des Evangeliums
zu sprechen: «Jetzt, Herr, entlasse deine
Diener in Frieden". Der Fürst war
Großcapitular deS deutschen Ordens,
zwei österreichische, darunter der Leopold-
Orden, und zwei russische schmückten seine
Brust. Zu seinem Leichenzuge, der von
halb zwei Nhr bis nach fünf Uhr währte,
hatte sich, wie ein Bericht über denselben
meldet/ ein Drittheil, wenn nicht die
Hälfte der Bewohner Prags eingefunden.
Nachdem der pomphafte Conduct in Prag stattgehabt, wurde die Leiche nach
Horin, gegenüber von Melnik, in die
Familiengruft überführt. Die durch sei-
nen Freund Friedrich Fürsten von
Schwarzenberg in wenigen, aber
festen Zügen hingeworfene Charakteristik
des Fürsten (welche in den Quellen
folgt), möge das Bild dieses seltenen
Menschenfreundes vervollständigen helfen.
Drei Ritter (Wien 186!. L. Grund, 8".).
^Verfasser dieser Schrift ist Friedrich Fürst
Schwarzenberg (der Landsknecht) und
die drei Ritter, welche darin in fesselnder
Weise charakterisirt werden, sind Karl Graf
Harr ach (s. das biogr. Lexikon Bd. VI I ,
S. 38l), Franz Georg Fürst Lobkowitz
und Walther Graf Stadion. Der Titel
„drei Ritter" bezieht sich zunächst auf den
Umstand, daß die drei Genannten dem Mal»
teserorden angehörten. Ein Anhang führt uns
noch den edlen Menschenfreund Leopold
Graf von Berchtold (s. d' biogr. Lexikon
Bd. I, S. 29l) vor.) — Bohemia (ein
Prager Blatt, 4°.) 1853, Nr. 34. S. 249;
Nr. 33, S. 238; Nr. 37. S. 237. — Gratz er
Zeitung 1838. Nr. 29. — Wiener Zei.
tung 4858, Nr. 30. — DaS Vaterland
(ein Wiener Journal) 1364. Nr. 224. —
Rheinische Blätter (Mainzer Journal,
40.) t864, Nr. 23t. S. 922. — Prag er
Morgenpost 1838. Nr. 37. — Theater<
Zeitung, herausg. von Adolph Päuerle
(Wien. 4".) 52. Jahrgang (1838). Nr. 28
u. 31. — Charakteristik des Fürsten Franz
Veorg von Fovkowitz. „Fürst Franz Lob-
kowitz, wie der „Landsknecht" ihn schildert,
der das Glück hatte, den Fürsten unter seine
Jugendfreunde rechnen zu dürfen, war eine
seltene Persönlichkeit als Ritter und Christ.
Mit seltenen, durch eine sorgsame Erziehung
und Selbststudium ausgebildeten Fähigkeiten
de5 Kopfes und des Herzens, an Kenntnissen
reichlich ausgestattet, gehörte auch seine äußere
Erscheinung zu den einnehmendsten und in
allen ritterlichen Uebungen wohl geübt und
erfahren, namentlich ein sehr guter Reiter,
trug er das Ritterschwert nicht bloß als
Zierde, so wenig als das Kreuz auf der
Brust bloß als Symbol. Er hatte den Eid
in seinem ganzen Ernste aufgefaßt. Längere
Zeit theils in militärischer, theils in diploma«
tischer Verwendung, verließ er später dieselbe,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon