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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 342 -
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Loökomitz 342 Lobkomih um sich lediglich den Ordensangelegenhei- ten, insbesondere der Kranken« und Armen» pflege zu widmen. Als im verhängnißvollen Jahre 4848 die Fackel des Bügerkrieges auf- loderte, gürtete er sein treues Schwert wie- der um und erschien an der Seite seines Freundes und Landsmannes, des tapferen Generals Schlik, in dessen Hauptquartier, wo Schreiber dieser Zeilen ihm wieder be- gegnete. Der lebenskräftige und lebensfrohe Feldherr hatte eine thaten« und lebenslustige Umgebung um sich versammelt, in welche der ernste, stille Ordensritter nicht zu passen schien, und doch hatten dessen treffliche Eigen« schaften ihm die allgemeine Liebe und Achtung aller feiner Waffengefährten erworben. Tapfer, besonnen, unermüdet, unverdrossen in allen, oft anstrengenden Dienstesverrichtungen, aus- richtsam, umsichtig im Gefechte, hatte er sich des Vertrauens seines Chefs, der Liebe seiner Gefährten zu erfreuen. Aber wenn das er> schöpfende, ermüdende, oft blutige Tagewerk vollendet war, und Jeder, froh aus dem Sattel zu kommen, Erholung und Erhei« terung suchte, fand man Lobkowitz in den Spitälern oder auf den Derbandplätzen mit der Pflege der Verwundeten, oder der an der damals so heillos wüthenden Cholera und dem Typhus Erkrankten beschäftigt. Hatte er Vormittags dem feindlichen Feuer unerschrocken die Stirne geboten, so trotzte er unerschrocken am Abend dem TodeSengcl deö Siechthums und spendete Trost und Hilfe dort. wo die christliche Lirbe die schönsten Lorbcren sam« melt! Er kannte die Gefahr der Ansteckung so wenig als jene des Kugelregens. Beide fanden ihn gleich unerschrocken. Nach dem Feldzuge, welcher seine ohnehin geschwächte Gesundheit noch mehr zerrüttete, zog er sich nach Prag zurück und lebte bloß der Charitaö. Er starb schnell und sanft. Man fand ihn eines Abends in einer Kirche für immer ein» geschlummert. Er hatte als Ritter und Christ gelebt und war als solcher gestorben." Lobkowitz, Johann Georg Christian Fürst sk. k. Feldmarsch all und Ritter des goldenen Vließes, geb. 10. August 4686, gest. zu Wien 4. October 1735). Der Stifter der zweiten (oder jün» geren) fürstlichen, noch blühenden Linie des Hauses 3. Der jüngste Sohn des Fürsten Ferdinand August Leopold ss. d. S. 320. Nr. 16^ aus dessen zweiter Ehe mit Maria Anna Wilhelm ine Markgräfin von Baden» Baden. Der Fürst widmete sich aus Neigung dem Waffendienste und begann im Jahre 1707 unter seinem Vetter, dem Markgrafen Ludwig von Baden, und unter Prinz Eugen, beide damals die ersten Feldherren in Europa, die Schule des Krieges. Unter ihnen focht er in den Kriegen am Rhein, in den Nieder» landen und in Ungarn. Im Jahre 1716 war der Fürst Oberstlieutenant im Kürassier «Regimente seines schon im folgenden Jahre im Kampfe gebliebenen älteren Bruders Joseph und glänzte durch seine Tapferkeit in den Schlachten bei Peterwardein und Belgrad. Nach dem Falle seines Bruders Joseph wurde Fürst Johann Georg Christian Oberst und erhielt dessen Kürassier-Regi« menr. Später kam er zur Armee nach Italien und stand im Jahre 1729 als General-Feldwachtmeistcr bei den Truv< pen im Königreiche Neapel. Im Jahre 1732 wurde er an des Feldmarschall- Lieutenants Ottocar Grafen Starhem» berg Stelle Gouverneur von Sicilien und im Jahre 1733 Feldmarschall. Lieutenant. Einen Einfall, den die Spanier in die Insel versuchten, schlug er mit den Waffen ab und trieb die Spanier in die Flucht. Bei einem zwei. ten Ueberfall, bei welchem der Feind mit großer Uebermacht erschienen war, hielt er die von fast allen VertheidigungS» Mitteln entblößte Citadelle Meffina durch steben Monate auf das heldenmüthigste und erzwang sich durch seine wackere Haltung vor dem Feinde, die Gewäh« rung freien Abzugs mit allen kriegerischen Ehren. Im Jahre 1734 wurde der Fürst General der Cavallerie und Gou» verneur in der Lombard ie. Parma und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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