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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 344 -
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Seite - 344 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15

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Loblwwih 344 Lobkomih gewordenen Zwiespalt der Generale ver« anlaßt worden. Nach diesem unglück lichen Treffen bei Sahay zog sich L. mit seinen Truppen wieder nach Budweis zurück und vereinigte sich spater bei Sobieslau mit dem Heere deS Prinzen Kar l . mit welchem vereint er die Feinde aus Krumau, Pisek und Pilsen vertrieb. Dieser günstigen Wendung deS Waffen glückes sollte die Belagerung PragS folgen, aber das Heranrücken einer 30.000 Mann starken französischen Armee, welche Mai l lebois befehligte, rief den Prinzen mit dem größten Theile seiner Macht diesem entgegen, während Lobkowitz mit seinem etwa 20.000 Mann starken Corps zurückblieb, um Prag einzuschließen und die im Lande zerstreuten kleinen Besahungen deS Fein» des aufzuheben. Bel leiste verließ in der Nacht vom 16. auf den 17. De« cember 1742 Prag, wo zwar noch an 6000 Mann feindliche Truppen, aber lauter kranke oder solche Soldaten, die den nunmehr folgenden Winterfeldzug nicht auszuhalten im Stande waren, zurückblieben. Fürst 3., sonderbarer Weise von dem Zustande der in Prag zurückgebliebenen feindlichen Truppen nicht gehörig unterrichtet, unterhandelte nun mit dem Commandanten von Prag. welcher wider alles Vermuthen mit seinem CorpS freien Abzug aus Prag mit allen Kriegsehren erhielt und ihn am 2. Jan- ner auch antrat, 2000 Kranke in den Spitalern zurücklassend. Indessen ver. folgte General Fe steiles daS von Bel leiste geführte Armeecorps, dessen Rückzug im starken winterlichen Froste, ohne die nöthigen Lebensmittel und unter der hartnäckigen Verfolgung der das CorpS stets umschwärmenden HuSza» ren des General Festet! es, ein Ent. setzen erregendes Bild darbot. Fürst L. rückte dann gegen die Oberpfalz vor. die er auch einnahm. Im folgenden Jahre, 1743. kam der Fürst zur Armee nach Italien und vertrieb die Spanier aus Rimini. Auch wäre es ihm bald gelungen, den König von Neapel (Don Carlos) und den Herzog von Vet let r i zu Gefangenen zu machen, wenn nicht beide durch den französischen Gesandten noch rechtzeitig von der drohenden Ge» fahr unterrichtet worden wären. Nach dieser fehlgeschlagenen Unternehmung zog sich nun der Fürst nach Rimini zurück, jedoch hatte sein Corps in den ungesunden Gegenden der pontinischen Sümpfe bedeutend durch Krankheiten gelitten. Bis zum Jahre 1746 blieb'der Fürst in Italien, im genannten Jahre rief ihn die Kaiserin von dort ab und versetzte ihn an deS Grafen Traun Stelle zur Armee, welche unter deS Prinzen Kar l Oberbefehl zur Fortfüh- rung deS Krieges gegen Preußen be« stimmt war. Dort sollte er die KriegS- tüchtigkeit der österreichischen Reiterei, welche sich seit mehreren Jahren schon, insbesondere aber seit der Schlacht bei Hohenfriedeberg, wesentlich verringert hatte, wieder aus besseren Fuß setzen. Aber für diese Aufgabe, die vor allem einen in der Armee beliebten Führer voraussetzt, war der Fürst nicht der rechte Mann. Schon in Italien hatte er sich bei den Truppen nicht beliebt zu machen gewußt, bei dem Heere in Böhmen noch weniger. Und es war in dieser Hinsicht o weit gekommen, daß am Tage der Schlacht sein eigenes Beispiel, denn er etzte sich persönlich der größten Gefahr auS, nicht das Geringste mehr fruchtete. Bald darauf, nachdem die Kaiserin durch den in einer vertraulichen Sendung, um die Verhältnisse im böhmischen Heere zu beobachten, zu diesem Heere
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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