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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 346 -
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Seite - 346 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15

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Lobkowitz 346 Lodkoroitz Joseph Franz Max verkaufte nun beide Herrschaften an das königliche Haus um 700.000 fi.. behielt sich jedoch den Titel eines gefürsteten Grafen von Sternstein, den die Lobkowitz noch immer führen, vor. I n den Befreiungs« kriegen ergriff auch der Fürst, um ein edles Beispiel zu geben, die Waffen für Fürst und Vaterland', trat im Jahre 1808 selbst in daS neu errichtete Saazer Landwehr-Bataillon und errichtete im folgenden Jahre ein eigenes Iager- Bataillon. welches er auf eigene Kosten ausgerüstet in's Feld stellte. Im näm- lichen Jahre erhielt er Generalsrang, wurde Kämmerer und bald darauf wirkl. geh. Rath. Wenn Mi l tner in der „Beschreibung der bisher bekannten böh> mischen Privatmünzen, I. Abtheilung: Personenmünzen", S. 307, von dem Fürsten meldet, daß er „Ritter deö militärischen Maria Theresien« Ordens, Feldmarschall - Lieutenant, Oberst und Inhaber eines Chevauxlegers'Regiments und Hauptmann der adeligen Leibgarde" gewesen, so verwechselt er den Fürsten Joseph Franz Mar mit seinem, 1802 gestorbenen Vetter J o s e p h Mar ia Kar l . von der jüngeren fürst« lichen Linie. der. und nicht Fürst Joseph Franz Max, alle die vorangeführten Würden bekleidet hat. Der Fürst trat nach beendeten Freiheitskriegen zur Be- lohnung ausgezeichneter Soldaten aus dem Mannschaftsstande selbst einige Grundstücke ab, mit welchen diese betheilt wurden. I n seinem Wesen wird der Fürst als Sonderling eigener Art ge> schildert. Er sah weder auf Rang noch Geburt, aber nur die er seines Zutrauens würdigte, durften sich melden lassen und wurden angenommen. Nic ging er in eine Versammlung und besucbte deßhalb auck die Hoffestc nicht. Besonders gern empfing er die Besuche bei Nachtzeit. Gegen zehn Uhr wurden die Fremden gemeldet. Nach zehn Uhr ließ er zwei Violinfpieler seiner Capelle kommen, mit denen er bis zum Tagesanbruch Musik machte. Zuweilen ging er des Morgens um zwei Uhr aus und ließ sich dann von den Kapuzinern eine heilige Mefse in ihrer Klosterkirche lesen. In seinem Zimmer, dem Fenster gegenüber, befand sich ein großer Spiegel so gestellt, daß er in demselben Alles sehen konnte, was auf der Straße vorging, ohne selbst ge> sehen zu werden. Aber nicht Neugierde war die Ursache, daß er oft Stunden- lang vor demselben saß, sondern — Wohlthätigkeit. Er bemerkte so am besten die Armen, ohne daß sie ihn be> merkten. Dann ließ er ihnen nachgehen. Auf einen Wink von ihm wußte ein treuer Diener dann, was er zu thun hatte. Der Fürst bekam sehr viele Briefe, aber er las sie sehr selten und ließ sie auch nicht lesen. So lagen sie denn Jahre lang auf seinem Tische und Pulte, und es entstanden ganz befremdende Dinge, wenn nun nach Jahren die Ant» wort erfolgte. Er liebte die Jagd, aber niemals nahm er Gesellschaft mit, sondern jagte immer allein mit einem oder zwei Bedienten. Sein ausgesprochener Ge» schmack für die Einsamkeit machte, daß er oft mehrere Wochen keinen Menschen sah und annahm. Immer ließ er an einem Palaste arbeiten und bauen, allein er bezahlte nicht gleich. Nach drei bis vier Jahren ließ er die Arbeiter kommen, zahlte ohne Abzug und erstattete noch die Zinsen bis auf den Tag der Zahlung. Der Fürst war (seit 2. August 1792) mit Karol ina Fürstin von Schwarzen« berg sS.323.Nr.32^ uermält. aus wel- cher Ehe zwölf Kinder, sechs Knaben und sechs Mädcben, entstammen ^vergl. die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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