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LobKowitz 347 LobkounH
Stammtafel^; der älteste noch lebende
Sohn ist Fürst Ferdinand Joseph
Johann ^S. 321. Nr. 17), der gegen-
wärtige Chef der älteren fürstlichen Linie.
Taschenbuch für die vaterländische Geschichte.
Herausgegegen von Ios. Freih. u. H ormayr
(Stuttgart. Gebrüder Frankh). Neue Folge.
I. Jahrg. (i830). S. 226. — Neues Archiu
für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und
Kunst (Wien, 4".) I I . (als Fortsetzung des
H ormayr'schen XXI.) Jahrg. (l830), S. 89.
— Porträt. F. Oclenhainz i>.. C. Pfeif fer
so. 1799 (Fol.).
Lobkowitz, Joseph Maria Karl Fürst
(k. k. Feld marschall. Ritter des
goldenen Vließes und des Maria There»
sien-Ordens. geb. 8. Jänner 1723. gest.
3. März 4802). Ein Sohn des Fürsten
Johann Georg Christian aus
deffen Ehe mit Mar ia Henriette
Grafin Wald stein. Widmete sich in
früher Jugend dem Waffendienste und
trat ursprünglich als Hauptmcmn bei
Batthyani.Dragoner ein. Unter seines
Vaters Augen, der damals im österrei«
chischen Erbfolgekriege ein Armeecorps
gegen Frankreich und Bayern und spater
die Armee in Italien gegen die Spanier
und Neapolitaner befehligte, machte der
junge Fürst seine militärischen Stu-
dien. Er diente in Italien und Preußen,
war nach dem Aachener Frieden Oberst»
lieutenant und zu Beginn des sieben»
jährigen Krieges General.Major. I n der
Schlacht von Kollin (17. Juni 1737)
befehligte der Fürst eine Brigade, war
überall, wo die Gefahr seine Gegenwart
nöthig machte und wurde verwundet.
In der Schlacht bei Breslau (22. Novem-
ber 1738) hatte er unter dem Grafen
d'Arberg den Angriff auf die Dörfer
Schmiedefeld und Höfgen geleitet und
dadurch vieles zum Siege des Tages
beigetragen. Eine andere ausgezeichnete
Waffenthat vollführte er im bei Meissen (21. November 1739). Der
Prinz von Zweybrück und der Gene»
ral Hadik versuchten es, die preußischen
Generale Fink und Wunsch aus ihrer
vortheilhaften Stellung zwischen Meiffen
und Löthein zu verdrängen. Aber schon
das erste zum Angriff beorderte Corps
des Generals Brentano wurde von
den Preußen so in die Enge getrieben,
daß es mit Zurücklaffung mehrerer Ge«
schütze zurückzuweichen begann. Der
Fürst gewahrte die äußerst kritische Lage
der Unseren und warf sich sofort mit
fünf Schwadronen Carabiniers und einer
von Alt'Modena mit so unwiderstehlicher
Bravour in die rechte Flanke der feind-
lichen Reiterei, daß dieselbe sogleich
zurückgeworfen wurde. Kaum war auf
diese Art die feindliche Reiterei beseitigt,
als nun der Fürst in das siegestrunkene
preußische Fußvolk einHauen ließ. Dieses
hielt auch nicht lange Widerstand und
mußte nicht nur'die erst gewonnenen
österreichischen, sondern auch seine eigenen
Geschütze den Nnseren als Beute zurück-
laffen. Noch zeichnete er sich im Treffen
bei Maxen (20. und 21. November 1759)
aus. in welchem er durch eigenes Beispiel
und durch Zuspruch die Mannschaft mit
dem besten Erfolge anfeuerte. Für seine,
in diesen Eeldzügen des siebenjährigen
Krieges bewiesene Tapferkeit, wurde der
Fürst in der fünften Promotion (vom
23. Jänner 1760) mit dem Ritterkreuze
des Maria Theresien-Ordens ausgezeich.
net. I n den folgenden Feldzügen zeich«
nete sich der Fürst noch bei mehreren
Anlassen aus, und zwar im Februar
1762. als er das starke preußische Deta«
chement, welches unter dem General
Platten die Stadt Pegau an der Elster
besetzt hatte, übersiel, aus der Stadt bis
gegen Margnanstädt drängte und dem-
selben beträchtlichen Schaden zufügte.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon