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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 352 -
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Locatelli 332 Locatelli besaß. die 3. zu seinem Vergnügen con- struirte. In spateren Jahren noch kehrte 3. zu diesen ihm besonderes Vergnügen bereitenden Arbeiten zurück und erfand auS Seide eine Art Saiten, für welche ihm das Institut der Künste und Wissen- schaften in Venedig die Medaille zuer- kannte. Zur Zeit deS Königreichs Ita» lien wurde in Mailand ein öffentlicher Concurs für ein neues System derPlom- birung auf den Zolllegsiatten auSgeschrie- ben. 3. erbat sich von seiner Behörde den Urlaub, begab sich nach Mailand und trug mit seiner Erfindung unter dreihun- dert französischen und italienischen Mit» bewerbern den Preis davon. Das höchst sinnreiche Instrument erregte allgemeine Bewunderung, es wurde mit einer golde» nen Medaille im Gewicht von 1(10 Duca- ten und außerdem mit einer Ehren« gäbe von 1090 Ducaten belohnt. Ueber- dieß hatte 3. durch seine Erfindung und durch sein ganzes.Wesen so sehr den Bei» fall des Finanzministers des Königreichs Italien gewonnen, daß dieser, um diese schöpferische geistige Kraft auch fernerhin in seinem Dienste zu behalten, für ihn eigens eine neue Stelle schuf, die des „VeMcHtors äoientitieu äei I'oLi o Uisurk", ein Amt, das ihm keine Mühe machte und ihm vollends Muße gab, sich seinen Lieblingsftudien hinzugeben. Nach dem Falle deS Königreichs Italien wurde 3.. dessen oberwähnte Stempelmaschine von der österreichischen Regierung zu eigenem Gebrauche zurückgehalten wurde, in seiner obigen, eigens für ihn geschcch fenen Stelle, auch für das lombardisch' venetianische Königreich bestätigt. In . dessen beschäftigte er sich immerfort mit neuen Erfindungen, deren er viele höchst sinnreiche und wichtige zu Stande brachte. In eine nähere Beschreibung derselben sich hier einzulassen, ist nicht leicht thun- lich. doch im Allgemeinen sollen die wich. tigeren doch angedeutet werden. So löste er ein fünfjähriges Privilegium auf die Erfindung einer neuen Schnellwage. welche wegen ihrer Vollkommenheit als Normalwage angesehen werden kann und von allen Mängeln der gewöhnlichen Schnellwagen, ja selbst der gleicharmigen Wagen, frei ist. — Dann erfand er eine Art pythagoreische Tafe l zur Bei. fügung der Stempeltaxe auf Schriften und Urkunden. Diese ebenfalls höchst sinnreiche Erfindung wurde von der kais. Regierung erworben und in den betref- fenden Aemtern in Anwendung gebracht. — Großes Aufsehen erregte.sein ganz neu erfundenes Schiff, welches nicht untergehen und mit dem man ohne Segel, ohne Ruder und ohne Dampf- maschine auf den Flüssen hin und her, aufwärts und abwärts fahren konnte. Die Probe wurde öffentlich zu Pavia auf dem Flusse Ticino vor einer großen Menge Volkes angestellt und fiel vortreff- lich, zur allgemeinen Bewunderung der versammelten Zuschauer aus. Sechs Men» schen in der Barke setzten den Mechanis» mus in Bewegung. DaSFahrzeug konnte eine Ladung, doppelt so schwer als eS selbst war, einnehmen. Es machte alle Wendungen mit großer Geschwindigkeit, und obgleich nur für Fluffe und Kanäle berechnet, so konnte eS doch auch zu Fahr- ten auf Seen und Meeren mit allem Vortheil angewendet werden. — Ferner erfand er eine WafferhebungSmaschine, deren Princip auf der bekannten archi- medischen Wafferschnecke (Wasserschraube) beruht, welche sich aber von der gewöhn« lichen dadurch unterscheidet, daß hier die Schraubengänge, statt über einen schief- liegenden Cylinder, über einen Kegel ge« wunden find. — Für seine Chinamühle (sie hieß Nulino psr 6ttsri22Hr6), um
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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