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äs m. 16 Ol. Noslsi- (?2li2 1830 bt 8.,
8«.) C'oms XXXI. p. 430.
Außer den Obigen sind noch folgende Loca-
tel l i bemerkenswerth: 1. Anton, ein Kupfer«
siecher (geb, zu Aluisopoli bei Venedig) und
Zeitgenoß, der in Mailand lebte und dessen
Blatt „Daniel in der Löwengrube", nach Ru«
bens, imI . 1833 von der Mailänder Akademie
der bildenden Künste mit dem Preise gekrönt
wurde. Er war ein Schüler von Morghen
und Longhi und erhielt seine künstlerische
Ausbildung an der Mailänder Kunstakademie
Er hat nach Palagi 's Zeichnungen die
Umrisse zu Viscont i 's sämmtlichen Wer«
ten. im Ganzen 600 Tafeln, gestochen; außer«
dem aber find von ihm folgende größere und
ausgearbeitete Blätter bekannt: „Die heilige
Jungfrau mit dem Kinde", nach Palaqi
(ssol.); — „Das Bildniß des Dichters Io»
seph Par in i" . nach R. Älder to l l i . Auch
stach er nach Horace Vernet eine Tanun-
lung von Pferderacen, welche im Jahre 1826
in Mailand bei den Gebrüdern Sonsogno
unter dem Titel: „II V^lstto <^av3.!1isro,
oxsrg. aorrsclatg, cla, Ltainps unniHts r2,z>-
Z)r656Ut2Nti 16 V2.lis 5^6216 61 CHVlliii",
3 tomi (4°.), erschien, weßhalb ihn auch
Sch rader-Her ing in das „Biographisch-
literarische Lexikon der Thierärzte aller Zeiten
und Länder u. s. w." (S. 234) aufnahmen.
^Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines
Künstler«Lerikon (München 1839. Ileischmann,
8".) Bd. V I I , S. 569. — Die Künstler
aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof.
Fr. Mül ler , fortgesetzt von vr. KarlKlun«
zing er (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert,
gr. 8".) Bd. I I , S. 6l)9. — Meyer (I.).
Das große Conversations»3enton für die gebil»
deten Stände (Hildburghausen und New'York.
Bibliograph. Institut, gr. 8».) Erste Auflage.
Bd. XIX, Abtheilung 1. S. 689, Nr, 3.) —
2. Hortensius (geb. zu Gradisca 27. März
1574, gest. um das Jahr 1626), ein Sohn
Joseph's, Fiscalprocurators der Grafschaften
Görz und Gradisca. Er hatte den Auftrag
erhalten, die Rechtstitel zu untersuchen,
welchen zu Folge das Haus Oesterreich im
Besitze dieser Gebiete war. und zwar sowohl
jener, welche Kaiser Max I. nach des letzten
Grafen von Görz Tode in Besitz nahm, so
wie jener, welche der Kaiser im Kriege mit
den Venetianern erobert hatte. Hortensius
hatte sich bald als so geschickt und tüchtig
bewährt, daß ihm der Kaiser mit Decret vom
<. Juli 1603 die Nachfolge in der Stelle eines Fiscalprocurators zusagte und er in
der Eigenschaft eines Adjuncten seines Vaters
im August d. I . zu Gratz den Eid in die
Hände des Kammer»Präsidenten niederlegte.
Im Jahre 1606 berief ibn der Erzherzog an
seinen Hof ob der mit den Venetianern ent-
standenen Grenzstreitigteiten. Er vollendete
nun aus diesem Anlasse einen Bericht, in
welchem er von dcn ältesten Zeiten bis zum
Jahre 1606 die Umtriebe darstellte, welche
die Grafschaft Gürz von ihren Grenznachbarn
zu erdulden gehabt. Als später der Krieg mit
der Republik Venedig ausbrach, verfaßte er
auf h. Befehl eine Darstellung der Ursachen
des zwischen dem Erzherzoge Ferdinand
und den Venetianern ausgebrochenen Zwie«
spalteS. Eine Abschrift dieses vom 10. April
1616 datirten Manifestes befindet sich zu
Wirn in der kaiserl. Hofdibliothek, während
das Original in der Magistrats.Bibliothek zu
Görz aufbewahrt wird. Anfangs Jänner !618
wurde L. neuerdings nach Grah an den Hof
des Erzherzogs berufen, um dessen Com»
missare zu begleiten, welche zur Ausführung
der abgeschlossenen Verträge die Küstengegen,
den bereisten und denen er mit seinen Rath«
schlagen zur Seite stehen sollte. Einer dritten
Berufung, im Jahre 1626, wahrscheinlich
wegen den Streitigkeiten mit Rom. anläßlich
des Coadjutoriums von Aquileja, konnte er
krankheitshalber nicht mehr Folge leisten.
Noch ist von ihm eine Arbeit, die er auch
im Auftrage Ferdinand'S I I . vollendete,
vorhanden, betitelt: „sori^turg. instorioa
Huriäian. Hortsuän ^.QüaleM, yua cleuiou-
stratur '^us patronatus pati-lzu-oa,!»» ^.guils-
^6U5is Noalssias s^solHi's imperatoribu»".
Locatel l i 's Geschäftstüchtiakeit wurde bei
den Behörden in Gratz so hoch gehalten, daß
er auch oft in anderen, eben nicht die Graf»
schaft Görz und das Gebiet Gradisca betref«
senden Angelegenheiten zu Rathe gezogen
wurde. Als Streitigkeiten zwischen dem Erz»
Herzoge und dem Grafen Ser in i wegen des
Hafens von Buccari ausbrachen. wurde
sofort 3. dahin abgeordnet, um die nöthigen
Erhebungen vorzunehmen und dieselben mit
seinem Gutachten an den erzherzoglichen Hof
abzusenden. Wie aber 2. in hoher Gunst bei
dem Erzherzoge stand, nicht minderer Achtung
erfreute er sich bei seinen Landsleuten. Einer»
seits ein eifriger Beschützer der erzherzoglichen
Rechte, war er nicht weniger auf den Schutz
und die Aufrechthaltung der heimischen Gesetze
bedacht und das vaterländische Statut, daS
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon