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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 358 -
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Seite - 358 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15

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Focatelli 338 Locateiw Friedrich Ni lhe lm r. spielen. Der. wie bekannt, sehr sparsame König schickte ihm am nächsten Tasse ein Geschenk von 20 Tha» lern. welches Locatel l i wieder dem Ueber« bringer zum Geschenke machte. Friedrich Wilhelm I.. als er dieß erfuhr, nahm dieß gewaltig übel und beklagte sich über L. bei Friedrich August. Letzterer belehrte nun den preußischen König, welche kostbaren Geschenke L. zu empfangen gewohnt sei. Nun denn. meinte der König, das lasse sich ja ein zweites Mal wieder gut machen. Nach dem zweiten Concerte ließ er den Künstler zu sich rufen und aab ihm eigen« händig eine schwere goldene Dose. gefüllt mit Ducaten. setzte aber hinzu: «Ihr seid so splendid, daß ich mir dießmal das Trinkgeld für mein Geschenk selbst verdienen möchte". — «O", erwiederte Locatel l i , „das Ge» schenk aus der Hand des Königs selbst hat zu viel Gewicht, als daß ich mich dieß. mal von ihm trennen könnte". Der König aber war mit der Antwort des gewandten Italieners zufriedengestellt, Locatel l i war ein großer Künstler, besonders stark in Dop« pel» und oollstimmigen Griffen, kein Platz» chen der Violine blieb von ihm unberührt, und so brachte er mit seinen unerschöpflichen Phantasien ganz fabelhafte Wirkungen her« vor. Von seinen Compositionen sind bekannt: „12 Oon.oyrti <;ro83i" (Amsterdam 1721), im Style Corel l i 's; — ^ 'ar ts cis! Violino« sl?33). enthält lü Concerte und 24 Capricen; — „soi Ooucei-ti oou Intl-oöii-ioni" (1735); — «!2 8ouNts psr ii Violono solo" (l73?); — „6 ^ouosi-ti a yuattro" (l741); — „1,'Hi-ts lii Q0VK luo<iul2,2i0N6", Capricen — und „Nontrasto ai-uiouioo", Concerte. Außerdem hat er im Jahre 1732 zwölf Flötensonaten mit Baßbegleilung und in den Jahren 1736 und 1742 einige Streich'Trio's erscheinen lassen. Als Violinspieler genoß L. seiner Zeit großen Ruhm und viele von seinen Kunststücken im Spielesoll Pag anini denüht und mit ihnen große Effecte erzielt haben. Die Capricen in dem oben angeführten Werke „1,'arts äi Nloäu1ll2iouv" machten den Violinisten seiner Zeit viel zu schaffen und ihrer Eigenthümlich, keit wegen erschienen sie auch in der franzö> fischen Ausgabe unter dem Titel: »c^xi-ioo« suisluatiguoz". ^Gerber (Ernst Ludwig). Historisch < biographisches Lerikon der Ton« künstler (Leipzig 1790. Ioh. Gottl. Imman. Bieitkopf, gr. s°.) Theil I , Sp. 812. — Gaßner (F. S. vr.) , Universal'Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem, Bande (Stuttgart 1849. Franz Köhler. 3er. 8".) S. 561. — Neues Universal «Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Di-.Iul. Schlade- bach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1836, Rob. Schäfer, gr.8°.) Bd. i l , S. 799. Md1iL6 xg.!» KU. li'ii-mw Diäot trörsg, L0U5 Ia äirsotion äo ^1. Ie vr. Nosksr (?ari5 1850 ot 2., 8<>.) lonis XXXI, x. 430. — Porträte. 1) ?. I^ ooa,ty1N gravs par I^ l».m> dsrt d'api'ZZ Is Äessiu oriziuai lc^parts» n^nt ö ^Ir. Oartiyr (4».); - 2) F. Hille« macher sc. (80,); — 3) C. Trost sc. sgr. Fol), Schwarzk. selten.^ Locatello, Dominik (Tonkünstler, geb. in der Provinz Venedig, wo er in der zweiten Hälfte deS 18. Iahrhun- derlS lebte). Pietrucci nennt ihn einen ausgezeichneten Orgelspieler, dessen auch Burney in seiner „H. ftsusi-Äl Hiätor^- ol ^lu8io" in rühmender Weise gedenkt. Er lebte viele Jahre in Padua, welches er aber im Jahre 17?0 verließ, da er nach Venedig übersetzt wurde. Auch dort lebte er noch lange und machte sich durch seine trefflichen Compositionen und sein meisterhaftes Ocgelspiel einen berühmten Namen. Ob von seinen Compositionen etwas im Drucke erschienen, überhaupt Na- hereS über feine Lebensverhaltnifse, geben die Quellen, die seiner gedenken, nicht an. öovani (?NäoV2 1888 , 31». 8<>.) p. 160. — Gerber (Ernst Ludwig), Hiltorisch«biographi» sches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1790, Breitkopf. Lex. 8«.) Bd. I , Sp. 813. — Neues Universal 'Lerikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard BernSdorf (Dresden 1836. R. Schäfer, gr. 8«.) Bd. I I , S. 799. — Gaßner (F. S. Dr.). Universal.Lerikon der Tonkunst, Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler. 3er. 8°.) S.561. — Ein Anderer dieses Namens, Johann Franz (Gianfrancesco) Locatel lo, ist ein zeitgenössischer Maler zu Venedig, der bereits zu Anfang der vierziger Jahre sein Atelier in der Lagunmstadt besaß und Historienbilder, Altarblätter, Porträte u. dgl. m. malte. Von
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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