Seite - 363 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
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Foder 363 Lod«
silbern ist. Die Helmdecken sind durchge»
hend roth mit Silber belegt. Schildhalter
sind rechts ein geharnischter Mann mit um«
geschnalltem Schwerte, in der Rechten eine
Lanze haltend, mit der Linken den Schild
erfassend. Um den Hals herab hängt ihm
an goldener Kette ein rothes Menschenherz;
links ein aufspringender Hirsch von natür«
licher Farbe. Die Schildhalter stehen auf
einem Bande, da6 die Devise: Ooräa. 8Vi->
rata panlw enthält. — Der Graf Jacob
Lockhart hatte nur einen Sobn Ka r l ,
der. als er 1802 starb, seinen Urnessen, den
englischen Baronet Char lesMacdonald '
Lockhart, zum Erben eingesetzt hat Dieser
stellte nun an die österreichische Renierung
die Bitte, daß der Grafenstand Lockhart's
auf ihn übertragen und dessen Wappen mit
dem der Macdonald verbunden würde,
welche Bitte genehmigt und in Folge dessen
Charles Macdona ld«Lockhar t ein
neues Diplom am 30. März 1829 verliehen
und am 29. Juli 1830 ausgefertigt wurde.
Loder, Matthaus (erzherzogl. Kam-
mermaler. geb. zu Wien 3l . Mai
1781. gest. a u f ^ ^ ^ in
Steiermark 16. September 1828). In
früher Jugend zeigte sich das ausgespro-
chene Talent des Knaben für die zeich«
nende Kunst. Die leeren Blätter seiner
Schulbücher und Aufgabenhefte zeichnete
er, ohne Unterricht im Zeichnen zu erhal-
ten, voll mit Ansichten von Landschaften,
Waldparthien u. dgl. m. Er zog sich
dadurch viel Verdruß zu Hause und in
der Schule zu, bis einer seiner Lehrer,
in diesen Arbeiten die große Begabung
zur Kunst erkennend, dem Vater seine
Ansichten über den Knaben und sein
Talent entwickelte und ihm vorschlug,
denselben in eine Zeichnungsanstalt zu
schicken. Der Vater, den Rath des Lehrers
befolgend, ließ nun seinen Sohn die Aka-
demie der bildenden Künste in Wien be-
suchen. Der junge Loder machte sich
alsbald mit seinen Arbeiten bemerkbar
und schritt unter der Leitung von Män>
nern wie Braun ^Bd. I I , S. S. 37^, Maurer rüstig und erfreulich
auf dem Pfade der Kunst vorwärts. An«
sanglich verlegte sich 3. auf das Blumen-
zeichnen und eine Folge von 33 Blättern
ausgezeichnet schön gearbeiteter Blumen«
bouquets fand allgemeinen Beifall. Nun
wird erzählt, daß der Vater diese Samm«
lung einem der Gönner seines Sohnes
gezeigt habe und dieselbe durch einen
bösen Zufall, verloren gegangen sei. Der
Gönner ermunterte den jungen Künstler
zu einem zweiten Versuche und machte
sich anheischig, ihn für Zeit und Mühe, die
er daran wenden würde, zu entschädigen.
Aber Loder war nicht zu bewegen, den
Versuch zu wiederholen und gab seit dieser
Zeit das Nlumenzeichnen ganz auf. Er
wendete sich der Architecturzeichnung zu
und erhielt darin bald einen ersten Preis.
Nun von Professor Füger aufgefordert,
verlegte er sich mit allem Eifer auf das
Studium der Anatomie, machte sich nach
und nach auch mit den anderen Zweigen
der Malerkunst bekannt und zeigte eine
so ungewöhnliche Geschicklichkeit in allem,
daß es in der Akademie selbst nicht an
verschiedenen Aufmunterungen fehlte und
ihm endlich seine Lehrer ein Stipendium
verschafften. L. arbeitete unablässig und
copirte theils sorgfältig ältere Meister-
werke, theils malte er fleißig nach der
Natur. Zum Behufe seiner Naturftudien
machte er während der Ferien in Gesell«
sckaft mehrerer akademischer Freunde Aus»
flüge in die Umgebungen Wiens, und
besuchte fast alle Nuinen alter Ritter«
bürgen und Bergschlösser im Lande unter
der Enns. An den herrlichen Ueberresten
des Alterthums entwickelte und bildete
sich sein Talent für Historienmalerei,
welche Neigung auch die Professoren
Braun und Maurer sorgfältig pfleg«
ten und nährten. Das Anschauen und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon