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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Leon-Lomeni, Band 15
Seite - 364 -
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Loder 364 Foder lebendige Auffassen dieses Studiums, diese Vorliebe für das Ritterthum, kam ihm in der Folge sehr gut zu statten, indem er viele Aufträge erhielt, Zeichnun- gen zu den mit Kupfern gezierten Noma« nen zu verfertigen. Er versuchte sich auch in der Porträtmalerei; die Versuche ge« langen und verschafften ihm einträgliche Arbeiten in diesem Fache. Seine Lieb« lingsneigung blieb aber stets entschieden die Landschaftsmalerei, der er sich bald fast ausschließend widmete. Mehrere seiner Werke wurden mit ungetheiltem Beifalle aufgenommen und erwarben ihm bedeutenden Ruhm; so zwar, daß er den ehrenvollen Ruf als Zeichenmeister zur Erzherzogin Mar ia Louise erhielt. Loder erwarb sich durch seine kunst» vollen Leistungen die Gunst dieser Fürstin in so hohem Grade, daß sie ihn nach Beendigung des Wiener Congresses, als sie von ihren neuen Staaten Besitz nahm, nach Parma berief und ihm in der Haupt- stadt ihrer Besitzungen einen bleibenden Wohnsitz anwieS. Freudig hatte Loder diesen Antrag angenommen und war ihm auch gefolgt, doch nöthigte ihn das italienische Klima und seine durch unaus» gesetzte Anstrengung sehr geschwächte Körpecconstitution, um Entlassung anzu» suchen, welche ihm auch gewährt wurde. Er beschloß, um die Kunstschätze Roms kennenzulernen, dorthin eine Reise zu unternehmen; doch hinderte ihn an der Ausführung dieses Vorsatzes die zuneh- mende Abnahme seiner Gesundheit. Er besuchte die Kunstgallerien in Florenz, schiffte sich hierauf in den Hafen zu Lioorno ein und kam mit einem Schatze von Studien und mit geläutertem Ge^ schmacke in seine Vaterstadt zurück. Eine besondere Auszeichnung wurde dem Kunst, ler zu Theil, als ihn die Akademie der Malerei, Bildhauerei und der Baukunst zu Parma am 16. December 1816 zu ihrem Ehrenmitgliede ernannte. Nun be- rief ihn Erzherzog Johann zu sich und ernannte ihn zu seinem Kammermaler, welche Stelle L. bis an sein Lebensende behielt. Er bereiste nun alljährlich die Alpen der Steiermark und machte später auch nach Salzburg eine Reise, die ihm vielen Stoff zu künstlerischen Arbeiten lieferte. Als Augenzeuge der Krönung Ihrer Majestät der Kaiserin Karo l ina Augusta zur Königin von Ungarn, vollendete der Künstler ein Gemälde, welches diese Feier bildlich darstellt. Im Jahre 1827 zeichnete er auf Veranlassung seines Gönners eine Auerhahnjagd in den Alpen der Steiermark. Im Frühjahre 1828, als er eben mit der Ausführung der entworfenen Zeichnungen beschäftigt war, übersiel ihn eine heftige und gefährliche Krankheit. Er erholte sich bald einiger» maßen und erhielt den ehrenvollen Auf» trag, für das Stammbuch IhrerMajestat der Kaiserin ein Gemälde zu verfertigen, das er auch mit Meisterschaft vollendete. Nachdem er sich wohler fühlte, erwachte in ihm auch die Sehnsucht nach der Steiermark. Seine Freunde nahmen Ab« schied von ihm, ohne zu ahnen, daß eS der letzte sein sollte. Schon unterwegs übersiel ihn eine Krankheit, die nach wenigen Tagen seinem Leben zu Gastein ein Ziel setzte. Die meisten seiner Land« schaftszeichnungen befinden sich in der Gallerte Sr. kais. Hoh. des Erzherzogs Johann und der Erzherzogin Mar ia Louise; überdieß lieferte er eine große Anzahl von Zeichnungen in Almanache, Taschenbücher, Romane, sowie zu der bei Anton Dol l erschienenen Ausgabe von Wieland's sämmtlichen Werken, zu den von Franz Stob er gestochenen Zerrbil- dern, zum „Mythos" u. a. m. Schließlich ei noch erwähnt, daß 3. auch ein Freund
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Leon-Lomeni, Band 15
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Leon-Lomeni
Band
15
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1866
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
499
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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