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lebendige Auffassen dieses Studiums,
diese Vorliebe für das Ritterthum, kam
ihm in der Folge sehr gut zu statten,
indem er viele Aufträge erhielt, Zeichnun-
gen zu den mit Kupfern gezierten Noma«
nen zu verfertigen. Er versuchte sich auch
in der Porträtmalerei; die Versuche ge«
langen und verschafften ihm einträgliche
Arbeiten in diesem Fache. Seine Lieb«
lingsneigung blieb aber stets entschieden
die Landschaftsmalerei, der er sich bald
fast ausschließend widmete. Mehrere
seiner Werke wurden mit ungetheiltem
Beifalle aufgenommen und erwarben
ihm bedeutenden Ruhm; so zwar, daß er
den ehrenvollen Ruf als Zeichenmeister
zur Erzherzogin Mar ia Louise erhielt.
Loder erwarb sich durch seine kunst»
vollen Leistungen die Gunst dieser Fürstin
in so hohem Grade, daß sie ihn nach
Beendigung des Wiener Congresses, als
sie von ihren neuen Staaten Besitz nahm,
nach Parma berief und ihm in der Haupt-
stadt ihrer Besitzungen einen bleibenden
Wohnsitz anwieS. Freudig hatte Loder
diesen Antrag angenommen und war ihm
auch gefolgt, doch nöthigte ihn das
italienische Klima und seine durch unaus»
gesetzte Anstrengung sehr geschwächte
Körpecconstitution, um Entlassung anzu»
suchen, welche ihm auch gewährt wurde.
Er beschloß, um die Kunstschätze Roms
kennenzulernen, dorthin eine Reise zu
unternehmen; doch hinderte ihn an der
Ausführung dieses Vorsatzes die zuneh-
mende Abnahme seiner Gesundheit. Er
besuchte die Kunstgallerien in Florenz,
schiffte sich hierauf in den Hafen zu
Lioorno ein und kam mit einem Schatze
von Studien und mit geläutertem Ge^
schmacke in seine Vaterstadt zurück. Eine
besondere Auszeichnung wurde dem Kunst,
ler zu Theil, als ihn die Akademie der
Malerei, Bildhauerei und der Baukunst zu Parma am 16. December 1816 zu
ihrem Ehrenmitgliede ernannte. Nun be-
rief ihn Erzherzog Johann zu sich und
ernannte ihn zu seinem Kammermaler,
welche Stelle L. bis an sein Lebensende
behielt. Er bereiste nun alljährlich die
Alpen der Steiermark und machte später
auch nach Salzburg eine Reise, die ihm
vielen Stoff zu künstlerischen Arbeiten
lieferte. Als Augenzeuge der Krönung
Ihrer Majestät der Kaiserin Karo l ina
Augusta zur Königin von Ungarn,
vollendete der Künstler ein Gemälde,
welches diese Feier bildlich darstellt. Im
Jahre 1827 zeichnete er auf Veranlassung
seines Gönners eine Auerhahnjagd in
den Alpen der Steiermark. Im Frühjahre
1828, als er eben mit der Ausführung der
entworfenen Zeichnungen beschäftigt war,
übersiel ihn eine heftige und gefährliche
Krankheit. Er erholte sich bald einiger»
maßen und erhielt den ehrenvollen Auf»
trag, für das Stammbuch IhrerMajestat
der Kaiserin ein Gemälde zu verfertigen,
das er auch mit Meisterschaft vollendete.
Nachdem er sich wohler fühlte, erwachte
in ihm auch die Sehnsucht nach der
Steiermark. Seine Freunde nahmen Ab«
schied von ihm, ohne zu ahnen, daß eS
der letzte sein sollte. Schon unterwegs
übersiel ihn eine Krankheit, die nach
wenigen Tagen seinem Leben zu Gastein
ein Ziel setzte. Die meisten seiner Land«
schaftszeichnungen befinden sich in der
Gallerte Sr. kais. Hoh. des Erzherzogs
Johann und der Erzherzogin Mar ia
Louise; überdieß lieferte er eine große
Anzahl von Zeichnungen in Almanache,
Taschenbücher, Romane, sowie zu der bei
Anton Dol l erschienenen Ausgabe von
Wieland's sämmtlichen Werken, zu den
von Franz Stob er gestochenen Zerrbil-
dern, zum „Mythos" u. a. m. Schließlich
ei noch erwähnt, daß 3. auch ein Freund
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Band 15
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Leon-Lomeni
- Band
- 15
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1866
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 499
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon